Vielleicht sollte man sich verdeutlichen, warum diese Spieler nicht mehr bei uns spielen, nämlich weil sie selbst dieses dauerhaft hohe Niveau nicht erreicht haben, und letztendlich durch talentiertere Spieler ersetzt wurden. Vorallen Stalteri spielte doch zum Schluss eine ganz schwache Saison und genügte vorallen den internationalen Ansprüchen Werder's nicht mehr. Heraus kamen dann so Ergebnisse wie ein 2:7 in Lyon.
Klar machen unsere Aussenverteidiger Fehler, allerdings sieht man bei ihnen noch hohes Verbesserungspotenzial, was man bei Schulz und Stalteri nach ihren jeweils schwachen Saisons nicht mehr sah. Mit einem etwas weniger verklärtem Blick in die Vergangenheit würdest du das auch (ein)sehen.
Wenn man das 2:7 in Lyon als Maßstab für fußballerische Klasse nehmen wollte, dann hätten sich da noch ganz andere - namenhafte - Spieler als "Graupen" geoutet. Da war Paul Stalteri nun wirklich nicht allein. Z.B. Petri Pasanen stand da noch viel mehr neben sich. Aber - das war ein Ausreißer und nicht mehr. Die "internationale Klasse" hatte ihm seinerzeit KA abgesprochen, was ich reichlich daneben fand - was sich aber (wie man sieht) in den Köpfen mancher Werder-Fans als "Fakt" festsetzen konnte.
Clemens Fritz hat in seinen guten Phasen die Stärke Stalteris erreicht, und - gerade offensiv - mitunter Hoffnungen auf mehr gemacht. Aber seit geraumer Zeit steht er einfach neben sich. Und - dass ein Paul Stalteri Woche für Woche so regelmäßig überlaufen wurde, wie das derzeit bei Fritz der Fall ist, das willst du ja wohl nicht ernsthaft behaupten.
Ich habe Christian Schulz in einigen CL-Spielen noch sehr gut in Erinnerung (Juve, Barca) wo er auf einem Niveau aufspielte, das nach ihm niemand mehr auf den Platz gebracht hat ("Sternstunden" mal ausgenommen, wie Womé gegen Bayern oder Jelle Van Damme in der ersten Halbzeit auswärts in Gladbach ...). Das mag zwar nicht immer das absolute Feuerwerk gewesen sein - aber das war jedenfalls grundsolide und hatte nicht den Wundertütencharakter sämtlicher Nachfolger.
Also nix mit "verklärtem" Blick.
Vielleicht macht TS es ja richtig, dass er jetzt Boenisch regelmäßig bringt, egal wie unsortiert das mitunter aussieht. Die Anlagen, ein Guter zu werden, bringt er ja durchaus mit. Im Falle Womé hat diese "dauerhaftes Vertrauen trotz schlechter Leistung"- Herangehensweise am Ende zwar eher keinen nennenswerten Erfolg gebracht (außer einer leichten "Stabilisierung"), aber Womé und Boenisch kann man ja schon dem Werdegang und den persönlichen Voraussetzungen nach wohl nicht vergleichen. Ich hoffe mal, dass Boenisch sich aus dem momentanen Tief zurückkämpfen kann.