Das Problem ist, dass er da meist immer noch besser ist als sein Gegner.
Denn Raab hat einige Qualitäten, mit denen er zumindest von so nem Zufallskandidaten schwer zu schlagen ist.
Das wichtigste wurde schon oft erwähnt: Für ihn geht es um nichts als den Sieg und den Spaß. Ich bin sicher, dass für fast alle Kandidaten die Grundsituation die Chancen schon von vornherein schmälert. Zum einen, plötzlich im Fernsehen zu sein, die Gefahr, dass das eigene Versagen von Millionen von Menschen gesehen wird. Sich da auf die Spiele zu konzentrieren, dürfte aus dem Stand ein sehr großes Problem sein. Erst recht, sich auch noch Taktiken oder so zurechtzulegen.
Zum zweiten glaube ich dass die Möglichkeit, mindestens 0,5 Millionen zu gewinnen, eine große Belastung darstellt. Das macht nervös und lähmt wahrscheinlich auch.
Raab spielt das alles nicht nur in die Hände, weil die Kandidaten Probleme haben, sondern auch, weil er das alles nicht hat, und hier sogar ausgesprochen talentiert ist.
Er ist gelöst; er ist aber auch total ehrgeizig, was auch wichtig ist, denn um so erfolgreich zu sein wie Raab musst du den Blödsinn (meine ich nicht negativ) um den es da geht, ernst nehmen können. Dazu ist Raab offensichtlich ein Kind der Fernsehzeit und so eine Art Speichermedium für Populär- und Halbwissen (meine ich auch nicht negativ).
Und vor allem ist er jemand, der tüfteln und ad hoc Probleme lösen kann. Man sieht immer wieder, dass Raab auch bei Dingen, die er sicher noch nie gemacht hat, sich schnell Strategien zurecht legt, wie er erfolgreich sein kann. Oder in Sportarten gut ist, die er eigentlich nicht gut kann.
Ich glaube ziemlich sicher, dass Raab vorher nichts über die Spiele weiß.
Aber das Spielkonzept, das sich in der Regel zwischen Quiz-Mustern, Partyspielen, gängigen Sportarten, die man vielleicht mal gemacht hat oder wenigstens vom Fernsehen her kennt, und so "Pfadfinder"-Spielen bewegt, kommt seinen Talenten einfach sehr entgegen.
Dazu kommt nebenbei, dass die Auswahl der Kandidaten meist sehr oberflächlich ist. Erstmal blenden sie natürlich. Ich hatte auch erst gedacht, dass der Pilot gute Chancen hätte (mittlerweile glaube ich, dass der etwas merkwürdige und schmächtige Lehrer und Jongleur sicher besser geeignet gewesen wäre).
Aber immer nur auf Studium, Beruf, Karriere (wegen der Wissensspiele) und Sportskanonen zu setzen, ist glaube ich zu wenig. Sicher müssen die Kandidaten was wissen und sportlich sein. Aber wichtiger ist glaube ich, dass sie kreativ sind, dass sie nicht einseitige Fitness-Bolzen sind und dass sie einen ähnöichen Zugang zu Problemen haben wie Raab. (und das könnte ich mir bei dem etwas freakigen Berliner ganz gut vorstellen)
MFG dkbs