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Nachfolgend ein offener Brief an Klaus Allofs und den Aufsichtsrat. Wer hier unterzeichnen möchte, bitte einfach den Namen oder Nick darunter setzen; hier bitte keine Diskussionen zu diesem Thema
Sehr geehrter Herr Allofs,
sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrates,
mit großer Sorge beobachten wir die aktuellen Entwicklungen in unserem Verein. Verfolgt man die Berichterstattung in den Medien so entsteht der Eindruck, der SV Werder hätte sich binnen eines Jahres vom Vorzeigeclub zum Sanierungsfall entwickelt. Wir wissen, dass entsprechende Nachrichten häufig überzogen sind und ihr Inhalt nicht immer den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Aus der Luft gegriffen sind sie jedoch nicht und einige basieren auf Aussagen, die Sie in den letzten Tagen getätigt haben und die uns Anlass zu großer Sorge geben.
Es scheint nach jetzigem Stand Fakt zu sein, dass der Aufsichtsrat keinen weiteren Neuverpflichtungen zustimmen will, solange keine Spieler verkauft werden. Dies halten wir aufgrund der prekären Lage, die wegen der vielen Verletzungen in unserem Kader herrscht, für fahrlässig. Derzeit ist fraglich, ob uns zum Saisonstart überhaupt zwei etatmäßige Innenverteidiger zur Verfügung stehen; selbst bei einer rechtzeitigen Rückkehr von Per Mertesacker sind wir dort sehr dünn besetzt.
Wir wissen, dass eine Saison ohne internationales Geschäft, erhebliche Beeinträchtigungen mit sich bringt und unterstützen die seit jeher solide Finanzpolitik des SV Werder Bremen. Wir sind stolz darauf, dass wir uns diesbezüglich von anderen Vereinen abheben und nicht versuchen, den sportlichen Erfolg auf Basis von Schulden zu erreichen. Aus diesem Grund liegt es uns fern, mehrere millionenschwere Neuverpflichtungen zu fordern. Dennoch sind wir der Meinung, das sklawische Festhalten an einem selbst auferlegten Budget ist in diesem Fall der falsche Weg.
Besondere Umstände bedingen,dass man dem sportlichen Erfolg eine höhere Priorität beimisst, als dem unbedingten Zwang, zu sparen. Anderenfalls kann die Rechnung schnell nach hinten losgehen, denn ein Mangel an Qualität im Kader heute, führt beinahe zwangsläufig zur Notwendigkeit noch höherer Einsparungen in der Zukunft.
Der Kicker titelte in seiner letzten Ausgabe "Wo sind die Millionen?" Wir möchten nicht unterstellen, dass der SV Werder ein Festgeldkonto besitzt, auf dem massenweise Geld gehortet wird, halten diese auf den ersten Blick reißerische Frage jedoch für durchaus gerechtfertigt.
Wir haben in den vergangenen sieben Jahren, sechsmal in Folge Einnahmen aus der Champions League generiert, zudem enorme Erlöse aus den Verkäufen von Miroslav Klose, Diego und Mesut Özil erzielt. Desweiteren gehören wir hinsichtlich der Verträge mit Hauptsponsor und Ausrüster zu den Top-Vereinen der Liga.
Ein großer Teil der Einnahmen ist in die Spielergehälter geflossen, welche parallel zum sportlichen Erfolg gestiegen sind. Allerdings bewegt sich das Gehaltsniveau beim SV Werder -gemessen an anderen Vereinen- nach wie vor auf einem moderaten Niveau, als ausschliessliche Erklärung, wohin das Geld geflossen ist, kann es demnach nicht herhalten.
Neben den getätigten Neuverpflichtungen, scheint eine große Summe der Einnahmen in das Stadion geflossen zu sein. Da Sie jedoch betonen, dies habe keinen Einfluss darauf, ob ein Spieler verpflichtet werden könne oder nicht gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie sagen in diesem Punkt nicht die Wahrheit, oder der Umbau des Stadions darf hinsichtlich der Transferpolitik keine Rolle spielen.
Man muss sich immer vor Augen halten, von welchen Summen wir hier sprechen: Bei einem Leihgeschäft für Sokratis Papastathopoulos geht es dem Vernehmen nach um eine Zahlung von rund 800.000 EUR und -hier zitieren wir die Welt vom 12.Juli- dies ist "im Profifußball normalerweise keine Summe, die einen wirtschaftlich gesunden Klub zum Zögern zwingt".
Wir sind nicht zuletzt irritiert, weil es zwischendurch immer wieder positive Wasserstandsmeldungen gab und der Transfer von Sokratis Papastathopoulos scheinbar unmittelbar bevorstand. Ein weiterer Spieler, Aleksander Ignjovski, hat sogar bereits den Medizincheck absolviert.
Die Frage, die wir uns stellen ist: Hat sich der Aufsichtsrat über Nacht dazu entschieden, seine Zustimmung zu verweigern oder warum hat man Verhandlungen mit Spielern aufgenommen, wenn anscheinend von vorneherein feststehen musste, dass eine Verpflichtung stets mit der Hoffnung darauf verknüpft sein würde, einen unserer Spieler abzugeben?
Unterm Strich sprechen wir von Summen, für die es sich nicht lohnt, zulasten des sportlichen Erfolgs die Zustimmung zu verweigern. In gut drei Wochen startet die Saison und wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, die Talfahrt der vergangenen Saison zu wiederholen, ist es zwingend notwendig, rechtzeitig (!) einen Kader beisammen zu haben, dem genügend Zeit bleibt, sich einzuspielen und neue Spieler zu integrieren.
Die Angst davor, einmalig geringfügig vom vorgegebenen Budget abzuweichen, steht in keinem Verhältnis zu den schwerwiegenden Folgen, die sich einstellen können, wenn man dogmatisch daran festhält. Zumal die Außendarstellung des Vereins hierdurch enorm belastet wird und das Image des Vereins schädigen kann.
Aus diesem Grund appellieren wir an Sie, Ihre Augen nicht vor der aktuellen Situation zu verschliessen. Die Verpflichtung der genannten Spieler stellt kein unkalkulierbares Risiko dar und steht nicht im Widerspruch zur soliden Finanzpolitik unseres Vereins. Zum Wohle des SV Werder Bremen bitten wir Sie, Ihre Einstellung unbedingt zu überdenken, und unserem Trainer einen Kader zur Verfügung zu stellen, mit dem sich die Ziele unseres Vereins realisieren lassen.
Herzliche Grüße
Besorgte Anhänger des SV Werder Bremen

Aber weshalb unterschreiben dann hier alle, wenn der Brief bereits abgeschickt wurde?Oder verstehe ich da etwas falsch?
Aber weshalb unterschreiben dann hier alle, wenn der Brief bereits abgeschickt wurde?Oder verstehe ich da etwas falsch?
@DiegoDiez: War auch gar nicht böse gemeint.Schön, dass du die ganze Aktion so sauber leitest.
