Rudi Assauer gibt der Krankheit ein Gesicht,ein Gesicht,das wichtig ist,wenn man Aufklärungsarbeit leisten möchte.
Er steht momentan für "Alzheimer" wie vor ihm Robert Enke für die Depression stand.
Nur: Enke kann man nicht mehr befragen, wie es sich anfühlt,wenn der Tag ein einziges Dunkel ist.
Assauer kann zeitweise noch geistig klare Aussagen über seinen Zustand machen.
Ich lese KEINE der Boulevard-Geschichten.Ich habe mir 37° angesehen und empfand diese seriöse Dokumentation als feinfühlig und respektvoll. Diese Art Berichterstattung sollte schon weiter möglich sein.
Man muss es sich nicht 24/7 ansehen,lesen oder diskutieren.
Die Schwere der Krankheit und die Leiden,die bei "umnachteten" Patienten auf die Familie einstürzen sind erheblich.
Ich habe einen riesigen Respekt vor den Angehörigen, die einen Alzheimer-/Demenzpatienten pflegen und vieles dafür aufgeben.
Mein quasi-Schwiegervater hat ein besonderes Bild dieser Erkrankung und ich weiß genau, wie sich der Alltag um diesen Menschen (nebenei bemerkt ein Hüne von 1,98m und guten 135kg) verändert hat. Dieser Koloss wird zum Kind, kann sich nicht mehr orientieren usw.
Er war früher ein erfolgreicher Aussendienstler, der jeden "an die Wand geredet" hat, und 3 Sprachen perfekt beherrschte.
Wenn ich Assauer sehe, sehe ich ihn in gewisser Weise auch!