Für mich ist Eichin ein sehr engagierter "Macher", der allerdings imho anfangs häufig emotional und rhetorich "überdreht" hat. Seine sehr gelungenen Verpflichtungen di Santo, Galvez, Vestergaard, Schröder, Nouri und Skripnik sowie die eher bzw. bisher eher unglücklichen Transaktionen Makiadi, Obraniak, Hajrovic, insbesondere Dutt halten sich imho noch die Waage. Eichin neigt imho zu Überreaktionen. Eine davon war der Ersatz Schaafs durch Dutt in einer für Werder existenzbedrohenden Situation. Es war und ist für mich nachwievor völlig unverständlich, wie man in der damaligen Situation einen funktionierenden Trainer durch einen absoluten "Versuchsballon" ersetzen wollte/konnte. Es war für mich schon damals klar, dass man einen Verein wie Werder nur auf "Bremer Art" aus der damaligen Situation würde befreien können. Dass Dutt nicht die Lösung sein würde, schien mir von Beginn an völlig klar zu sein. Da Skripnik als "interne Lösung" noch nicht zur Verfügung stand, war die Personalie Schaaf für mich damals, wenn man nicht unkalkulierbares Risiko eingehen wollte, fast alternativlos.
Letztendlich hat man sich für dieses "unkalkulierbare Risiko" entschieden. Dieses Vorgehen passte zum damaligen generellen "Auftreten" Eichins, der entschlossen, zuweilen rücksichtslos "alle Steine umdrehen" und "frischen Wind von außen" reinbringen wollte. Dabei hat er imho den Wert/die Bedeutung der "Werder-Familie", des Zusammenhalts der Vereins völlig verkannt.
Inzwischen scheint er ein wenig geläutert zu sein Die Installation Skripniks zum Cheftrainer, seine Aussagen im letzten Interview hinsichtlich der "Werder-Familie" weisen u.a. darauf hin. Sollte es ihm gelingen, "Stall-Geruch" und "frischen Wind" sinnvoll miteinander zu kombinieren, sollte er sein lobenswertes Engagement und seine bislang stark verbesserungswürdige Öffentlichkeitsarbeit hanseatisch ruhig und klug "kanalisieren" können, könnte die Liaison mit Werder irgendwann vielleicht ertragreich werden.
Immerhin haben wir jetzt einen der wenigen geeigneten Schaaf-Nachfolger als Chef-Trainer engagiert. Darüber dürften wir uns hier wohl derzeit alle einig sein. Inwieweit dies Eichin zu verdanken ist, wissen wir nicht. Ich glaube, dass er sich letztendlich dem Druck aus dem Verein gebeugt und dieser Option zugestimmt hat. Letztendlich trägt er Skripnik aber mit. Der derzeitige Erfolg ist also natürlich auch seiner. Wie erfolgreich sich die Zukunft unter dem Geschäftsführer Sport Eichin gestalten lässt, wird sich zegen. Irgendwie hatte ich lange Zeit das Gefühl, dass er nicht nur Werders sondern auch seinen eigenen Fortschritt im Sinn hatte. Inzwischen scheint er die "Werder-Philosophe" imho einigermaßen verinnerlicht zu haben. Ein "persönliches Experiment" a la Dutt darf es hier möglichst nie wieder geben. Hoffen wir für Werder das Beste! :daumen:
