Robin Dutt

Für mich scheint sein gesamtes, bisheriges Tun bei Werder vor allem aber eine Folge davon zu sein, dass Leverkusen ihn ziemlich verunsichert haben muss. Er scheint seitdem nicht vor Selbstvertrauen zu strotzen. Hat er früher immer größere Ziele ausgegeben, die kaum realisierbar waren, tut er heute stetig das Gegenteil. Ist er früher seinen Weg klar gegangen, mit der entsprechenden Spielidee, verbiegt er sich wohl mittlerweile zu seinen ungunsten. Sein Zickzackkurs in der vergangenen Werder- Hinrunde steht für mich irgendwie auch sinnbildlich hierfür.

Das war schon in Leverkusen sein großes Problem als nach und nach das ein oder andere schieflief, und bei gleichzeitig zunehmender öffentlicher Kritik war es dann seine erste Station, bei der er aufgrund der Gegebenheiten zwischenzeitlich auf reinen Pragmatismus umschaltete, was ihm letztlich den Job kostete.

Vielleicht ist darin auch die im Vorfeld absehbare und hinter so zu bewertende fatale Entscheidung begründet, im Herbst 2013 auf Offensivfußball umzustellen.
 
Vielleicht ist darin auch die im Vorfeld absehbare und hinter so zu bewertende fatale Entscheidung begründet, im Herbst 2013 auf Offensivfußball umzustellen.

Die Umstellung war nach den desolaten Darbietungen zu Saisonbeginn zwangsläufig. Dass Dutt allerdings ausgerechnet gegen Bayern München versucht, mitzuspielen, zeugt gewissermaßen von einer latenten Hilflosigkeit.
 
Die Umstellung war nach den desolaten Darbietungen zu Saisonbeginn zwangsläufig.

Irrtum. Angesichts des rudimentären Defensivverhaltens der drei vorherigen Jahre und einer ohne KdB völlig überforderten Kreativabteilung war die die Rückkehr zum Offensivfußball ein Rückschritt mit Ansage. Daß Offensivfußball mit dem Kader erneut in die Hose geht, war so vorhersehbar, das man bei einem Sprung vom 5-Meter-Turm in ein wasserloses Schwimmbecken nicht ohne Blessuren davonkommt.
 
Irrtum. Angesichts des rudimentären Defensivverhaltens der drei vorherigen Jahre und einer ohne KdB völlig überforderten Kreativabteilung war die die Rückkehr zum Offensivfußball ein Rückschritt mit Ansage. Daß das mit dem Kader in die Hose geht, war so vorhersehbar wie die Folgen eines Sprungs vom 5-Meter-Turm in ein Schwimmbecken ohne Wasser.

Irrtum.

Dutt selbst sprach im Nachhinein von sehr glücklichen Punktgewinnen gegen BS und A und der Notwendigkeit etwas zu ändern.

Es war dringend notwendig! Unter Beibehaltung des zu Saisonbeginn praktizierten, absolut destruktiven Spielsystems hätte das Team vermutlich kein einziges eigenes Tor mehr erzielt. ;)
 
Dieses "Verschanzen" vor dem eigenen Tor konnte nicht weiter gutgehen. Das haben die Verantwortlichen glücklicherweise erkannt und geändert! ;)

Und später wieder eingeführt, und wir haben wieder Punkte geholt.

Die Änderungen waren vor dem Bayern-Spiel nicht notwendig und entstanden meiner Meinung nach unter dem Druck von Aussen, weil sich, wie gesagt, viele nicht mit 1:0 - Siegen oder mal erkämpften 0:0 oder 1:1 - Punktgewinnen zufrieden gegeben haben.

Hätte man das Spielsystem defensiv so beibehalten und nur langsam da hin entwickelt, wo man dann zum Saisonende stand, hätte man wohl die 40 Punkte erreicht... dann hätte man anders gegen Mainz, Hoffenheim und Berlin gespielt und dort evtl Zählbares mitgenommen.

Der radikale Schnitt kam übrigens nicht vor Bayern, wie du behauptet hast, (und du ja schön als unglaublich dämlich Dutt angehängt hast) sondern vor Mainz.
 
"Etwas zu ändern" impliziert nicht automatisch "Ausrichtung ändern" ;)

"Offensichtlich" impliziert aber nicht, daß sie definitiv eine Änderung in Ausrichtung gemeint haben. Äußerungen sind nun einmal so vielseitig interpretierbar, daß man ggf. nur das kosumiert, was man hören bzw. lesen möchte.
;)




:tnx:

Das trifft nicht nur auf Äußerungen zu, sondern auch auf Beobachtungen, gelle? ;)

Deshalb verbietet es sich eigentlich, in obigem Fall jemandem Irrtum zu unterstellen. Tut man es dennoch, irrt man in den meisten aller, nämlich den nicht eindeutigen, Fällen.

Im übrigen implizieren Aussagen wie "zu offensiv" und "wieder defensiver" nicht " erneuten totalen Rückzug". ;)

Dutt hat letzte Saison, spätestens im Spiel in Hamburg offensiver agieren lassen. Das Spiel wurde, auch gerade deshalb, im Gegensatz zu den anfänglichen Paarungen hochverdient gewonnen. Leider hat in den Spielen danach die berühmte Balance ebensowenig gestimmt, wie zuvor.

Dennoch war die offensivere Ausrichtung richtig und notwendig. Mit der Spielweise der ersten Begegnungen hätten wir im Verlauf der weiteren Saison kaum mehr ein eigenes Tor erzielt.

Dutts Aussage damals vor der Presse zur erneuten Umstellung, insbesondere aber seine Begründung, sind und waren für einen Bundesliga-Trainer verheerend. Da schließt sich der Kreis zum von Mick666 angesprochenen Sachverhalt: Solche Unsicherheit, Wankelmütigkeit, Eierei wird sich Dutt bestimmt nicht mehr häufig leisten können.
 
[/B]

:tnx:

Das trifft nicht nur auf Äußerungen zu, sondern auch auf Beobachtungen, gelle? ;)

Deshalb verbietet es sich eigentlich, in obigem Fall jemandem Irrtum zu unterstellen. Tut man es dennoch, irrt man in den meisten aller, nämlich den nicht eindeutigen, Fällen.

Im übrigen implizieren Aussagen wie "zu offensiv" und "wieder defensiver" nicht " erneuten totalen Rückzug". ;)

Dutt hat letzte Saison, spätestens im Spiel in Hamburg offensiver agieren lassen. Das Spiel wurde, auch gerade deshalb, im Gegensatz zu den anfänglichen Paarungen hochverdient gewonnen. Leider hat in den Spielen danach die berühmte Balance ebensowenig gestimmt, wie zuvor.

Dennoch war die offensivere Ausrichtung richtig und notwendig. Mit der Spielweise der ersten Begegnungen hätten wir im Verlauf der weiteren Saison kaum mehr ein eigenes Tor erzielt.

Dutts Aussage damals vor der Presse zur erneuten Umstellung, insbesondere aber seine Begründung, sind und waren für einen Bundesliga-Trainer verheerend. Da schließt sich der Kreis zum von Mick666 angesprochenen Sachverhalt: Solche Unsicherheit, Wankelmütigkeit, Eierei wird sich Dutt bestimmt nicht mehr häufig leisten können.

:lol::lol::lol:
 
Das ist falsch. Man ist zur Spielweise der ersten Begegnungen zurückgekehrt, und hat trotzdem Tore erzielt und Punkte gewonnen.

Das ist falsch. Man hat wesentlich offensiver gespielt, was auch absolut notwendig war, damit man sich überhaupt mal eigene Chancen erarbeitet. Das war in den ersten Spielen fast überhaupt nicht der Fall. Wurden zu Beginn der Saison die Bälle in den weitaus meisten aller Fälle planlos lang nach vorn geschlagen, hat man im Spiel in Hamburg das gesamte Spiel weiter nach vorn verlagert und sich teilweise sogar mal nach vorn kombiniert, was auf Bundesliga-Niveau absolut vonnöten ist!

Nachdem sich Dutt im Lauf der Rückrunde endlich wieder auf diese offensivere Ausrichtung besonnen hat, wurde auch wieder, diesmal fast verlässlich, gepunktet. ;)
 
Nachdem sich Dutt im Lauf der Rückrunde endlich wieder auf diese offensivere Ausrichtung besonnen hat, wurde auch wieder, diesmal fast verlässlich, gepunktet. ;)

Du hast eben behauptet, dass man mit der Spielweise zu Beginn der HR kein Tor mehr geschossen hätte.

Die Spielweise zu Beginn der HR hat man nach den Klatschen zum Ende der HR wieder angenommen, beginnend beim Spiel gegen Leverkusen.

Erst gegen Ende der RR wurde man vorsichtig offensiver, und zwar so um den 28.Spieltag gegen Hannover.

Vorher hat man, mit der destruktiven Spielweise der HR, mit der wird kein Tor mehr geschossen hätten, laut DR AKR, in 11 Spielen 11 Tore geschossen und 13 Punkte geholt.

Ja, das ist nicht gut. Aber es ist eben auch kein "Wir hätten kein Tor mehr geschossen und die offensive Ausrichtung war richtig."

Sie war richtig, aber nicht in der HR. Man hätte bei der destruktiven Spielweise bleiben sollen, dann hätten wir in den Spielen, in denen wir die Bude vollgehauen bekamen, ein paar Pünktchen mehr geholt. Und wir hätten weiter vorsichtig offensiver werden sollen, so wie es am 28.Spieltag getan wurde. Stattdessen haben wir nach den Klatschen Zeit verplempert, um wieder in die Spur zu kommen.

Den Fehler den Dutt sich anheften lassen muss ist, dass er sich hat beeinflussen lassen von vielen Dumpfbacken der Fans, denen 1:0-Siege nicht werder-like genug waren, und die sich tatsächlich über das 4:4 gegen Hoffenheim gefreut haben, weil sie wieder Schaaf-Ergebnisse haben... :wink:
 
Es geht doch nicht um offensiv vs. defensiv. Es geht darum, dass Werder unter Dutt, egal ob man 20m weiter vorschiebt oder nicht, keinerlei spielerische Mittel hat. Und deswegen gibt es auch immer wieder Probleme, egal ob man das Spiel nicht machen kann oder die Konter verdaddelt. Denn mit einer Passquote von ca. 60% kann man, egal wie ausgerichtet, nichts anfangen außer die Bälle nach vorn zu dreschen und hinterherzulaufen (auch bekannt als "Kick and Rush"). Das ist unser Konzept. Und wir versuchen, Elia in 1 vs. 1 situationen zu bringen, jetzt vielleicht auch noch Hajrovic.

Wir brauchen meiner Ansicht nach keine feste Philosophie wie sie Guardiola vertritt oder meinetwegen auch Schaaf. Wir brauchen eher so etwas, wie es Leute wie Tuchel oder Favre machen. Flexibel ja, aber eben mit einem Grundkonzept, einstudierten Spielzügen und Abläufen, in denen jeder weiß, wie man den Ball schnell in die Spitze gespielt bekommt, in den Fuß der Mitspieler. Dieses Ballgedresche, weil es keine Anspielstationen und keine irgendwie geplanten Abläufe gibt, ist doch unerträglich und es zieht sich so durch. Das wirkt halt alles vollkommen konzeptlos.
 
Wie bewertest du Aussagen der Spieler, die behaupten dass es jetzt einstudierte Pass- und Laufwege gibt (hat doch jemand im TL behauptet).

Inwieweit hälst du es für möglich, dass diese Dinge zwar einstudiert wurden, aber aus welchen Gründen auch immer, noch nicht funktionieren.

Ich spreche jetzt ausschließlich von dieser, nicht von letzter Saison.
 
Wir brauchen meiner Ansicht nach keine feste Philosophie wie sie Guardiola vertritt oder meinetwegen auch Schaaf. Wir brauchen eher so etwas, wie es Leute wie Tuchel oder Favre machen. Flexibel ja, aber eben mit einem Grundkonzept, einstudierten Spielzügen und Abläufen, in denen jeder weiß, wie man den Ball schnell in die Spitze gespielt bekommt, in den Fuß der Mitspieler. Dieses Ballgedresche, weil es keine Anspielstationen und keine irgendwie geplanten Abläufe gibt, ist doch unerträglich und es zieht sich so durch. Das wirkt halt alles vollkommen konzeptlos.

Sind in diesem Forum bei der Diskussion um die (mögliche) Schaaf-Nachfolge Trainer wie Favre nicht noch verschmäht worden?
:zweifeln:

Grundsätzlich hast du vollkommen recht, im heutigen Fußball muß ein Coach innerhalb eines bestimmten Grundkonzeptes flexibel agieren können. Aber dazu gehört auch, daß eine Mannschaft spielerisch und mental so gefestigt ist, die unterschiedlichen Vorstellungen des Trainers einigermaßen erfolgreich umsetzen zu können. Davon ist die Werder-Mannschaft jedoch noch meilenweit entfernt, denn bei ihr hapert es spielerisch in Form von Spielzügen und Abläufen und mental an vielen Ecken und Enden, so daß man ja schon froh sein muß, wenn nur eine einzige Variante eine gewisse Zuverläsigkeit gewährt. Oder anders ausgedrückt: so lange die Grundlagen nicht funktionieren, wird flexibles Spiel vorerst Utopie bleiben.
 
Wie bewertest du Aussagen der Spieler, die behaupten dass es jetzt einstudierte Pass- und Laufwege gibt (hat doch jemand im TL behauptet).

Inwieweit hälst du es für möglich, dass diese Dinge zwar einstudiert wurden, aber aus welchen Gründen auch immer, noch nicht funktionieren.

Ich spreche jetzt ausschließlich von dieser, nicht von letzter Saison.

Wollen wir es hoffen. Solche Aussagen bewerte ich im Übrigen gar nicht. Ich lese keine Interviews und kucke keine Testspiele. Ich bewerte das, was ich auf dem Platz sehe und das war vernichtend gegen einen sehr biederen Viertligisten.
 
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