gott sei dank ist robert enke gegen ende des jahres, wo jeder 0815-sender dieser welt jahresrückblicke braucht, ein top-thema und es wird darüber total eindimensional berichtet.
ich verstehe die argumente der ganzen leute, dass die sache was schlimmes ist. doch jetzt hauen alle wieder schön drauf auf den fußball und die gesellschaft, unterstellen dem fußball, dass schwächen nicht erlaubt sind und dass "geständige" durchgepeitscht werden würden - aber wo bitte schön bleibt die gegenseite???!
erst gestern habe ich mich mit nem kumpel drüber unterhalten: dass, was z.b. ts damals gesagt hat, ist ebenfalls nicht von der hand zu weisen: im fußball geht es um das gewinnen, man hat zu jeder zeit einen druck, es geht um ne menge geld und um ganz viel. jeder kann und darf schwächen zeigen - muss dann aber mit den mechanismen des geschäfts rechnen - scheiß egal ob es fußball ist oder irgend ein anderer beruf.
meine popelige stimme ist zwar nicht in der lage, den ganzen moralappostel des tv mal ne frage zu stellen, aber ich wüsste gerne, wie man sich eine gesellschaft/einen profisport vorstellt, wenn personen mit dem schicksal eines enkes 24/7 mit samthandschuhen angefasst werden würden und die voraussetzungen vernachlässigt werden. ist eine gesellschaft, ein beruf, ein leben ohne druck möglich? kann dies alles reproduziert und fortgeführt werden, wenn jeder, der auf dem weg in die knie geht, nicht kurzzeitig zurückgelassen wird?
das perfide an der sache ist, dass der fußball sich die antwort selber gibt: man erinnere bloß an die situation rund um das länderspiel; zuerst riesen tamtam um enke, danach pfiffe gegen wiese und gomez. auf der einen seite eigentlich grotesk, auf der anderen seite aber "natürlich" und eine grundvoraussetzung, damit das alles, was wir so lieben und weswegen es dieses forum überhaupt gibt, existieren kann.