Robert Enke

Erst heute finde ich den Mut bei uns ins Forum zu schreiben.....

Ich lebe jetzt in Innsbruck und bekomme nicht mehr wirklich viel von Deutschland mit. Die Nachricht vom Tod Robert Enkes habe ich erst gegen 23 Uhr erhalten. Ich habe umgeschaltet und da war ein Bild von Robert Enke. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf ging war, jetzt ist er wohl doch noch für die Länderspiele nominiert worden und ich war ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte Wiese bekommt nicht seine Chance. Dann habe ich erfahren, dass das Bild in den Nachrichten war, weil er tot ist. Das konnte ich nicht glauben. Im Hintergrund hat man einen Bahnübergang gesehen und ich dachte, oh scheiße der wurde mit seinem Auto vom Zug erfasst. Ich habe mich gefragt, ob seine Frau und seine kleine Tochter auch im Auto saßen. Aber es war dann doch alles ganz anders....Robert Enke hat sich das Leben genommen!!! Diesen Satz kann ich bis jetzt nicht wirklich begreifen. Ich denke mal es ging jedem so und die erste Frage war: "WARUM???".
Am Mittwoch dann die bewegende Pressekonferenz mit der bewundernswerten und tapferen Teresa Enke. Sie hat die Spekulationen beendet, doch die Nachricht die sie uns gebracht hat war noch schrecklicher. Robert Enke, der Robert der immer für andere da war, Kinder geholfen hat, sich engagiert hat, erst vor ein paar Monaten ein kleines Mädchen adoptiert hat, Stammtorhüter bei 96 und wahrscheinlich auch in der Nationalmannschaft war, der immer bodenständig war und nie abgehoben hat, litt unter Depressionen. Das kann ich heute noch nicht glauben.Was muss in dem Menschen Robert Enke wirklich vorgegangen sein? Wie sehr hat er gelitten? Das werden wir wohl nie erfahren, denn auch seine Frau hat nicht geahnt, wie schlimm es in ihm aussieht.
Robert Enke hat in der Öffentlichkeit jahrelang eine Rolle gespielt. Wie sehr muss ihm das weh getan haben?? Er hatte Angst etwas zu sagen, weil er dachte er könnte seinen Job, seine Tochter einfach alles verlieren.Es hat ihn innerlich zerrissen und er sah keinen anderen Weg mehr. Ich glaube nicht, das ihm das leicht gefallen ist. Er wusste, dass er seine Frau, die schon ihr Kind verloren hat, jetzt noch mehr verletzt und traurig macht. Aber diese Krankheit hat ihn vielleicht auch in der Hinsicht falsch denken lassen. Er hat den Entschluss gefasst, dieses Leben hier auf Erden nicht mehr führen zu wollen. Und so schwer uns das auch fällt, wir müssen es akzeptieren. Für mich ist Robert jetzt bei seiner kleinen Tochter und ihm geht es gut. Vielleicht gibt es ja auch dort, wo er jetzt ist eine Fußballmannschaft:) Ich hoffe er ruht in Frieden und ist von all seinen Sorgen, Ängsten und vorallem von den scheiß Depressionen befreit. Ruhe in Frieden, du wirst auch bei mir Werder Fan immer im Herzen bleiben. Du warst ein toller Mensch!!

Aber das kann und darf doch nicht Fußball sein!! Man muss doch über Probleme und Krankheiten reden können? Man braucht doch Hilfe, Menschen die einen unterstützen und sagen: Egal was passiert, ich stehe hinter dir". Ich hoffe es kommt zum Umdenken im Fußball und bei den Fans. Nur ist es sehr traurig, das erst so ein Mensch, so einen Schritt wagen muss.

Am Sonntag habe ich die Trauerfeier im Stadion geguckt. Sehr bewegend...vorallem der Moment, als seine Vereinskollegen ihn raustragen...für immer:(!!!!

Leider kann ich hier in Innsbruck mit niemanden wirklich darüber reden, da sich hier keiner für Fußball interessiert und wenn das nur für die österreichische Liga.

Am Mittwoch war das Deutschland Spiel und für mich haben die Fans nichts dazu gelernt. Leute, warum pfeift ihr immer noch Mario Gomez aus??? Was soll das?? Lernt ihr denn gar nichts aus der Geschichte mit Robert Enke??? Ich verstehe das nicht und werde es wohl auch nicht verstehen:o

Ich hoffe, das sich die Ostkurve etwas Schönes zum Gedenken an Robert Enke ausdenkt und auch durchführt.

Robert Enke ruhe in Frieden!!!!!
 
Wie "ernsthaft" es einem Grossteil der Fussballfans ist aus "dem Fall Enke" lehrreiche Schlüsse zu ziehen konnte man ja eindrucksvoll am Mittwoch beobachten.

Da wird an einem solch denkwürdigem Tag doch tatsächlich der Spieler Gomez bei seiner Einwechslung ausgepfiffen.

:wall: Aua !!! Das tut mal so richtig weh und zeigt nur überdeutlich, dass dieses Thema spätestens in 1-2 Monaten komplett zu den Akten gelegt ist.

Schönes "Beckmann und Kerner Zeitalter" - Scheinheillig
 
Wie "ernsthaft" es einem Grossteil der Fussballfans ist aus "dem Fall Enke" lehrreiche Schlüsse zu ziehen konnte man ja eindrucksvoll am Mittwoch beobachten.

Da wird an einem solch denkwürdigem Tag doch tatsächlich der Spieler Gomez bei seiner Einwechslung ausgepfiffen.

:wall: Aua !!! Das tut mal so richtig weh und zeigt nur überdeutlich, dass dieses Thema spätestens in 1-2 Monaten komplett zu den Akten gelegt ist.

Schönes "Beckmann und Kerner Zeitalter" - Scheinheillig

Das Pfeiffen werden wir nicht aus den Stadien verbannen können und Pfiffe finde ich in angebrachten Situationen sogar ok. Das Problem sind eher persönliche Schmäungen. Irgendwo ist eine Grenze erreicht.
 
Meine Meinung dazu: Natürlich spielen Dinge, wie Schmähgesänge, Pfiffe und dergleichen eine Rolle. Aber nur, wenn sie auch auf nahrhaftem Boden fallen. Nicht jeder schüttelt Golfbälle und Orang-Utan-Schreie so ab, wie Oliver Kahn. Andererseits kommt mir der Aspekt, dass Robert Enke ernsthaft krank war, ein wenig zu kurz. Ein gesunder Mensch, kommt mit solchen Dingen auch klar. Gerade auch, als Fußballprofi eignet man sich dahingehend ein dickes Fell an - es gehört eben zum gut bezahlten Geschäft. Man kann nicht vom Publikum erwarten, eine Antenne für solch labile Fußballprofis zu entwickeln und es muss jetzt auch nicht so getan werden, als wäre diese Tragödie mit einem besseren Verhalten der Fans zu vermeiden gewesen.

Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung und diese Seite kommt mir auch in vielen gut gemeinten Posts zu kurz. Man kann das Handeln Enkes nicht nach Maßstäben gesunden Menschenverstandes bemessen und somit sind Fragen nach dem Warum, eigentlich nur mit der Krankheit beantworten - nicht mit den Lebensumständen, die zumindest für den außen Stehenden so perfekt erschienen.

Der von Zwanziger und etlichen Anderen geforderte Anstand und die Fairness, sollte für das Fußballstadion ebenso gelten, wie für jeden anderen Lebensbereich. Gut, dass diese Situation wieder einmal dazu genutzt wurden, dieses klar zu stellen. Allerdings einen direkten Zusammenhang mit dem Tod Robert Enke´s sehe ich da nur bedingt. Sei es denn so weit, dass man mehr Verständnis für Krankheiten entwickelt, die nicht sofort an einer blutenden Wunde zu erkennen sind. Wäre dies so, dann hätte er Gelegenheit gehabt, offener damit umzugehen.
 
Am Mittwoch war das Deutschland Spiel und für mich haben die Fans nichts dazu gelernt. Leute, warum pfeift ihr immer noch Mario Gomez aus??? Was soll das?? Lernt ihr denn gar nichts aus der Geschichte mit Robert Enke??? Ich verstehe das nicht und werde es wohl auch nicht verstehen:o

So ein Schwachsinn.. Was haben die Pfiffe mit Robert Enke zu tun? Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun. Pfiffe gab es immer und wird es immer geben, deshalb wird sich auch keiner umbringen. Das ganze in Frage stellen und die ganzen bescheuerten Diskussionen um das Fußballgeschäft, die es seit dem Enke Selbstmord gibt, gehen mir sowieso total auf die Nerven. Enke war psychisch krank, genauso wie es Millionen von anderen Menschen, die nichts mit Fußball zu tun haben, ebenfalls sind.
 
Das Pfeiffen werden wir nicht aus den Stadien verbannen können und Pfiffe finde ich in angebrachten Situationen sogar ok. Das Problem sind eher persönliche Schmäungen. Irgendwo ist eine Grenze erreicht.

Pfiffe gegen den Gegner kann ich nachvollziehen, aber gegen den eigenen Spieler? Das ist echt armselig.

Ich finde es auch für den Ars.., wenn man die eigene Mannschaft auspfeifft.

Das ist einfach :wall::wall::wall::wall:
 
So ein Schwachsinn.. Was haben die Pfiffe mit Robert Enke zu tun? Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun. Pfiffe gab es immer und wird es immer geben, deshalb wird sich auch keiner umbringen. Das ganze in Frage stellen und die ganzen bescheuerten Diskussionen um das Fußballgeschäft, die es seit dem Enke Selbstmord gibt, gehen mir sowieso total auf die Nerven. Enke war psychisch krank, genauso wie es Millionen von anderen Menschen, die nichts mit Fußball zu tun haben, ebenfalls sind.

Natürlich hat es was mit RE zu tun. Wenn die eigenen(!) Fans einen Spieler auspfeifen, und dieser ggf. noch labil ist, dann kann sowas zur seinen Situation verschlimmern.
Ich hab (und werde es weiterhin) schon vorher Pfiffe gegen die eigene Mannschaft als unpassend und kontraproduktiv empfunden.

Nur weil du es nicht verstehen willst und es dir auf die Nerven geht, kann man da einen Zusammenhang nicht leugnen.
 
Natürlich hat es was mit RE zu tun. Wenn die eigenen(!) Fans einen Spieler auspfeifen, und dieser ggf. noch labil ist, dann kann sowas zur seinen Situation verschlimmern.
Ich hab (und werde es weiterhin) schon vorher Pfiffe gegen die eigene Mannschaft als unpassend und kontraproduktiv empfunden.

Nur weil du es nicht verstehen willst und es dir auf die Nerven geht, kann man da einen Zusammenhang nicht leugnen.

Robert Enke hat genau das Gegenteil erlebt, er war riesen Publikumsliebling, hat alles nicht geholfen. Das Fußballgeschäft war sicherlich nicht Grund für seinen Selbstmord, da kann man erzählen was man will. Ob Pfiffe gegen die eigene Mannschaft kontraproduktiv sind, spielt hierbei keine Rolle, ich halte Pfiffe auch nur in Ausnahmefällen für angebracht, trotzdem gehören sie nun mal dazu, und das wird sich nie ändern.
 
Zitat von Lothar Matthäus;716313:
Meine Meinung dazu: Natürlich spielen Dinge, wie Schmähgesänge, Pfiffe und dergleichen eine Rolle. Aber nur, wenn sie auch auf nahrhaftem Boden fallen. Nicht jeder schüttelt Golfbälle und Orang-Utan-Schreie so ab, wie Oliver Kahn. Andererseits kommt mir der Aspekt, dass Robert Enke ernsthaft krank war, ein wenig zu kurz. Ein gesunder Mensch, kommt mit solchen Dingen auch klar. Gerade auch, als Fußballprofi eignet man sich dahingehend ein dickes Fell an - es gehört eben zum gut bezahlten Geschäft. Man kann nicht vom Publikum erwarten, eine Antenne für solch labile Fußballprofis zu entwickeln und es muss jetzt auch nicht so getan werden, als wäre diese Tragödie mit einem besseren Verhalten der Fans zu vermeiden gewesen.

Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung und diese Seite kommt mir auch in vielen gut gemeinten Posts zu kurz. Man kann das Handeln Enkes nicht nach Maßstäben gesunden Menschenverstandes bemessen und somit sind Fragen nach dem Warum, eigentlich nur mit der Krankheit beantworten - nicht mit den Lebensumständen, die zumindest für den außen Stehenden so perfekt erschienen.

Der von Zwanziger und etlichen Anderen geforderte Anstand und die Fairness, sollte für das Fußballstadion ebenso gelten, wie für jeden anderen Lebensbereich. Gut, dass diese Situation wieder einmal dazu genutzt wurden, dieses klar zu stellen. Allerdings einen direkten Zusammenhang mit dem Tod Robert Enke´s sehe ich da nur bedingt. Sei es denn so weit, dass man mehr Verständnis für Krankheiten entwickelt, die nicht sofort an einer blutenden Wunde zu erkennen sind. Wäre dies so, dann hätte er Gelegenheit gehabt, offener damit umzugehen.

:tnx:
 
Zitat von Lothar Matthäus;716313:
Meine Meinung dazu: Natürlich spielen Dinge, wie Schmähgesänge, Pfiffe und dergleichen eine Rolle. Aber nur, wenn sie auch auf nahrhaftem Boden fallen. Nicht jeder schüttelt Golfbälle und Orang-Utan-Schreie so ab, wie Oliver Kahn. Andererseits kommt mir der Aspekt, dass Robert Enke ernsthaft krank war, ein wenig zu kurz. Ein gesunder Mensch, kommt mit solchen Dingen auch klar. Gerade auch, als Fußballprofi eignet man sich dahingehend ein dickes Fell an - es gehört eben zum gut bezahlten Geschäft. Man kann nicht vom Publikum erwarten, eine Antenne für solch labile Fußballprofis zu entwickeln und es muss jetzt auch nicht so getan werden, als wäre diese Tragödie mit einem besseren Verhalten der Fans zu vermeiden gewesen.

Depressionen sind eine ernsthafte Erkrankung und diese Seite kommt mir auch in vielen gut gemeinten Posts zu kurz. Man kann das Handeln Enkes nicht nach Maßstäben gesunden Menschenverstandes bemessen und somit sind Fragen nach dem Warum, eigentlich nur mit der Krankheit beantworten - nicht mit den Lebensumständen, die zumindest für den außen Stehenden so perfekt erschienen.

Der von Zwanziger und etlichen Anderen geforderte Anstand und die Fairness, sollte für das Fußballstadion ebenso gelten, wie für jeden anderen Lebensbereich. Gut, dass diese Situation wieder einmal dazu genutzt wurden, dieses klar zu stellen. Allerdings einen direkten Zusammenhang mit dem Tod Robert Enke´s sehe ich da nur bedingt. Sei es denn so weit, dass man mehr Verständnis für Krankheiten entwickelt, die nicht sofort an einer blutenden Wunde zu erkennen sind. Wäre dies so, dann hätte er Gelegenheit gehabt, offener damit umzugehen.


genau.
Fairness beinhaltet auch, nicht nachzutreten. Das ist in der heutigen Generation der 20jährigen ( behaupte ich jetzt mal) das Problem.
Kampf ? ja
Aber wenn jemand am Boden liegt, muss man wissen, das man aufhört.
 
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