@ WB ohne Diego Mittelmaß:
sehr schöne und sehr wahre beiträge. ich hatte heute mittag nicht die gelegenheit, die PK zu sehen, weil noch im büro. hab sie aber jetzt in auszügen auf SPON gesehen. mir sind am ende die tränen in die augen geschossen. ich fühle ein derartiges mitleid mit frau enke, dass man es kaum in worte fassen kann.
zum thema depressionen in unserer gesellschaft: abgesehen davon, dass mich die entwicklung in unserer gesellschaft eh ankotzt, ist dieses thema natürlich weiterhin ein tabu. daran wird leider auch RE´s tod nichts ändern. heutzutage muss man funktionieren. überall wird einem suggeriert, dass man ja austauschbar ist. wir kommen hier zu dem schönen begriff von humankapital. *kotz*
mein dad hat bis vor kurzem ebenfalls an depressionen gelitten. die waren jedoch psychosomatischer natur. mein vater hatte, auch wenn es sämtliche ärzte über 3 jahre inweg nicht festgestellt haben, ein herzproblem. sein puls war immer im keller (im bereich von 28 bis 40 schlägen). dadurch war mein vater immer im Ups, ich muss meine Wortwahl ändern

. durchgehend. ergebnis hiervon war, dass er an nichts mehr spass hatte. kein sex, keine autos zerpflücken, was seine große leidenschaft ist, keine campingtouren mehr usw.usf. er hatte den lebensmut verloren und überhaupt keine freude mehr. bis er sich und auch mir gegenüber eingestanden hat, sind fast 2 jahre vergangen. warum ??? weil es ja nicht schick ist in unserer gesellschaft, wenn man an depressionen leidet. depressionen = geisteskrank. super gleichung, die leider auch immer so weiter gegeben wird. wenn ich dann bei SPON lese, dass jeder fünfte in deutschland an depressionen leidet, ist das für mich kaum noch nachvollziehbar. es müsste doch längst gesellschaftlich anerkannt sein, dass man eben kein eisklotz ist, der jedes schicksal, sei es auch noch so groß/klein, einfach so verwindet. und menschen sind eben verschieden. den einen wirft die trennung von der freundin als 15-jähriger komplett aus der bahn. der andere verliert seine komplette familie bei einem autounfall und schafft es trotzdem, damit klar zu kommen. ich war vor wenigen wochen in NYC und hab eine führung am ground zero mitgemacht. die führung hat ein ehemaliger feuerwehrmann (lt. joe torillo) durchgeführt, der am 11. september seine ganzen kameraden verloren hat. auch er litt natürlich an depressionen und wurde dann beurlaubt. aber so, wie er es erzählte, ist es in den USA normaler über seine krankheiten zu sprechen. ich denke auch das beispiel muhamad ali kann hierfür herangezogen werden.
zum thema gesellschaft nochmal: meine frau ist leiterin in nem kindergarten. und was sie mir schon von den fuzzis bzw. von deren erziehung durch die eltern erzählt, lässt mich nur böses von der zukunft unserer gesellschaft erahnen. die kinder werden nicht mehr erzogen. die kinder tanzen ihren eltern auf der nase rum, die kennen keine grenzen, keinen respekt usw. das zieht sich wie ein roter faden durchs leben. wie soll ein kind raffen, dass es die lehrerin nicht als "nutte" zu beschimpfen hat, wenn die mutter das doch auch über sich ergehen lässt ??? oder warum darf man denn ein anderes kind nicht schlagen, wenn mama und papa eh keine konsequenzen zeigen bzw. noch davon labern, dass die eigenen kinder absolute engel sind und noch keiner fliege was zu leide getan haben ??? das artet dann halt später in tödlichen schlägereien aus. oder in wüsten beschimpfungen von leuten, von denen man was zurück bekommen muss, da man ja geld bezahlt hat (auf sportler bezogen). unsere medien schüren ihren teil natürlich noch dazu. jetzt tun alle journalisten betrübt. lasst ein wenig zeit vergehen und der erste profi meldet sich als depressiv, dann aber halleluja. der wünscht sich, nie ein wort gesagt zu haben.