Robert Enke war ein Fußballer, wenn er ein bedeutender Staatsmann gewesen wäre oder ein Wissenschaftler, dann wäre es meiner Meinung nach in Ordnung gewesen.
Ich finde man sollte die Größe einer Trauerfeier nicht von den Errungeschaften einer Person abhängig machen!
Wenn man von einem Haufen "Sensationgeiler" absieht, hatten nunmal sehr viele Menschen das Bedürfnis zur Trauerfeier zu gehen, und dann sollen sie das auch tun dürfen, da REs Rolle als Identifikationsperson der ganzen hiesigen Region nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.
Die Rechnung "Beerdigung "Bürgermeister": 1000 Personen, Beerdigung "Wissenschaftler" 5000 Personen mit Fernsehen, Beerdigung "Bundeskanzler" 20000 Personen mit Fernsehen im Stadion" wäre mir persönlich zu einfach.
Schließlich war er, der erste Bundeskanzler von Deutschland und ein wichtiger Staatsmann.
Im Verhältnis mag aber für einige ein Torwart bedeutender sein, als ein Bundeskanzler
Und was ist eigentlich mit dem Lokführer?
Wie geht es dem? Hat er sich von dem Schock erholt?
Vielleicht kann er seinen Job nicht mehr ausüben, vielleicht ist er von der harten Sorte, die das Unglück als "Berufsrisiko" abtut, so hart das klingt. Man weiß es nicht. Wäre alles Spekulation.
Im Prinzip dürfen nur zwei Sachen nicht passieren:
Niemand soll sich dafür rechtfertigen müssen, dass er trauert.
Niemand soll sich dafür rechtfertigen müssen, dass er nicht trauert.
So einfach kann das manchmal sein!

Ich halte nichts von Berufsbetroffenheit. Eher aber fürchte ich, dass viele vom Thema Enke/Depressionen/Tod der Tochter derart gesättigt sind, dass das Ansprechen -vor allem von "Depressionen"- sich von gutgemeinter Aufklärung in ein genervtes "Ich kann es nicht mehr hören!" der Bevölkerung umkehrt.
Natürlich denkt man noch oft an die alten Zeiten zurück und muss sich manchmal kneifen, dass er nicht mehr da ist und nie mehr kommen wird aber auf der anderen Seite:
Er ist nunmal nicht mehr da und damit müssen die Mannschaft jetzt klarkommen, und auch das wird klappen und klappt immer besser!