Rechtevergabe der DFL

sondern es gibt einen Grundbetrag und einen Leistungsanteil nach einem Verteilerschlüssel, der sich nach dem Tabellenplatz richtet. D. h. Werder bekäme dann dann nicht nur 2,5 Mios mehr, sondern zwischen 15 und 20 Millionen und dafür verzichte ich liebend gerne auf Fussball im Free-TV!


Und auf Spannung kannst du dann auch verzichten .......


Woher nimmst du die zahlen von 750 - 1000 Mio. € ?
 
Ach, jetzt darf es nicht einmal mehr eine Zusammenfassung sein, sondern Fußball muß aus der Allgemeinheit komplett verschwinden, um solche Irrsinnsssummen zu erreichen? Merkst du nicht langsam selbst, was du da für einen Schwachsinn forderst, indem du den Premierespeichel gierig aufschleckst?

GWG Niedersachse
 
Ach, jetzt darf es nicht einmal mehr eine Zusammenfassung sein, sondern Fußball muß aus der Allgemeinheit komplett verschwinden, um solche Irrsinnsssummen zu erreichen? Merkst du nicht langsam selbst, was du da für einen Schwachsinn forderst, indem du den Premierespeichel gierig aufschleckst?

GWG Niedersachse


Muss ja nicht Premiere sein, ich benutze den Ausdruck nur als Synonym fürs PayTV allgemein!
 
Ob nun Premiere oder sonst wer ist auch egal: Es geht darum, daß - wie du ja in deiner Quellenangabe sagst - die völlige Verbannung des Fußballs aus dem allgemein zugänglichen Fernsehangebot das Ziel ist.

GWG Niedersachse
 
Es waren für die Bundesliga nie 750 Millionen bis eine Milliarde im Gespräch. Auch wenn das von Seiten der Pay-TV Anbieter prophezeit worden sei, falls das Free-TV keine Übertragungs- und Zusammenfassungsrechte mehr hätte.

Doch zu was führt dann solch ein Szenario. Es wird das gleiche passieren wie in England. Der Durchschnittsfan in England ist mittlerweile 40 Jahre alt, die Jugendlichen spielen lieber Rugby. Es interessiert immer weniger Leute in England was mit ihrem Fußball passiert. Es werden dort Summen hin und her transferiert, die sich keiner vorstellen kann.

Das gleiche wird auch in Deutschland passieren. Die Jugendlichen spielen dann viel lieber Handball oder andere Randsportarten. Für einen Danijel Ljuboja oder Antonio da Silva werden plötzlich 10-15 Mio € gezahlt. An der Tabellenspitze gibt es nur noch die gleichen Vereine. Überraschungen sind fast ausgeschlossen. Vielleicht schafft es dann mal ein etwas kleinerer Klub in den UEFA Cup.
Es wird zunehmend langweilig. Von den letzten 10 Meisterschaften hat schon jetzt der FC Bayern 7 geholt. Es werden immer weniger Mannschaft gegen eine Übermacht von 3-4 gegenhalten können. Man muss sich nur einmal England (ManU, Chelsea, Arsenal, Liverpool) oder Spanien (Real, Barcelona) anschauen.

Es wird keinen Verein weiterbringen. Am Ende leidet sogar unsere Nationalmannschaft darunter, weil mehr und mehr mittelmäßige ausländische Fußballer nach Deutschland kommen.

Ich bin für Pay-TV aber auch für eine zeitnahe Berichterstattung im freien Fernsehen. Fußball ist Volkssport in Deutschland. Wenn das so bleiben soll, dann muss man die nötige Balance zwischen Exklusivrechten im Pay-TV und Berichterstattung im Free-TV finden. Sonst funktioniert das nicht. Und mir ist es lieber keinen Europapokal zu gewinnen und damit eine spannende und ausgeglichene Bundesliga zu haben, als die deutsche Fußballseele an das Pay-TV zu verkaufen. Was interessiert es mich wenn der FC Bayern die Championsleague holt, wenn in der Bundesliga nur gähnende Langeweile herrscht, weil ein Verein sowieso immer Meister wird.

Zu behaupten, dass man ohne die Millionenverträge auf europäischer Ebene aufgeschmissen, ist einfach nicht wahr.
 
Hoeneß sauer auf die "ARD"
"Müssen Premiere pushen"


Hannover - Im Poker um die Vergabe der TV-Rechte für die Bundesliga vom Jahr 2009 an hat Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß scharfe Vorwürfe gegen die ARD erhoben.
Der 56-Jährige bezichtigt den öffentlich-rechtlichen Sender, der die Rechte bis zum Ende dieser Saison innehat, das Bundeskartellamt zu beeinflussen.


"Ich bin sauer auf die "ARD". Sie steckt hinter der Entscheidung des Kartellamts", sagte Hoeneß dem Magazin "Focus Money". Der Bayern-Manager plädiert für einen Wechsel zum Bezahlfernsehen.
"Wer sagt denn, dass wir mit der "ARD" weiter zusammenarbeiten müssen? Wir müssen das Pay-TV, und damit Premiere, wie noch nie pushen", forderte der heutige Funktionär und ehemalige Nationalspieler.


http://www.spox.com/de/sport/fussba...rft-ard-einflussnahme-auf-kartellamt-vor.html
 
Es waren für die Bundesliga nie 750 Millionen bis eine Milliarde im Gespräch. Auch wenn das von Seiten der Pay-TV Anbieter prophezeit worden sei, falls das Free-TV keine Übertragungs- und Zusammenfassungsrechte mehr hätte.

Doch zu was führt dann solch ein Szenario. Es wird das gleiche passieren wie in England. Der Durchschnittsfan in England ist mittlerweile 40 Jahre alt, die Jugendlichen spielen lieber Rugby. Es interessiert immer weniger Leute in England was mit ihrem Fußball passiert. Es werden dort Summen hin und her transferiert, die sich keiner vorstellen kann.

Das gleiche wird auch in Deutschland passieren. Die Jugendlichen spielen dann viel lieber Handball oder andere Randsportarten. Für einen Danijel Ljuboja oder Antonio da Silva werden plötzlich 10-15 Mio € gezahlt. An der Tabellenspitze gibt es nur noch die gleichen Vereine. Überraschungen sind fast ausgeschlossen. Vielleicht schafft es dann mal ein etwas kleinerer Klub in den UEFA Cup.
Es wird zunehmend langweilig. Von den letzten 10 Meisterschaften hat schon jetzt der FC Bayern 7 geholt. Es werden immer weniger Mannschaft gegen eine Übermacht von 3-4 gegenhalten können. Man muss sich nur einmal England (ManU, Chelsea, Arsenal, Liverpool) oder Spanien (Real, Barcelona) anschauen.

Es wird keinen Verein weiterbringen. Am Ende leidet sogar unsere Nationalmannschaft darunter, weil mehr und mehr mittelmäßige ausländische Fußballer nach Deutschland kommen.

Ich bin für Pay-TV aber auch für eine zeitnahe Berichterstattung im freien Fernsehen. Fußball ist Volkssport in Deutschland. Wenn das so bleiben soll, dann muss man die nötige Balance zwischen Exklusivrechten im Pay-TV und Berichterstattung im Free-TV finden. Sonst funktioniert das nicht. Und mir ist es lieber keinen Europapokal zu gewinnen und damit eine spannende und ausgeglichene Bundesliga zu haben, als die deutsche Fußballseele an das Pay-TV zu verkaufen. Was interessiert es mich wenn der FC Bayern die Championsleague holt, wenn in der Bundesliga nur gähnende Langeweile herrscht, weil ein Verein sowieso immer Meister wird.

Zu behaupten, dass man ohne die Millionenverträge auf europäischer Ebene aufgeschmissen, ist einfach nicht wahr.

Meine Rede..
 
Man könnte auch behaupten, Mr. Murdoch hat das BKartAmt bestochen, um die Konkurenz und damit Herrn Kirch auszustechen. :lol: Die Premiere Aktien sind schließlich nach der Entscheidung des BKartAmtes leicht gestiegen.

Ach ja, die Aussage von Herrn Hoeness kommt bestimmt daher, da mittlerweile die MiniSportschau abgelehnt wurde. Und keiner hat es gemerkt!!!!
 
Weil es grad aktuell zum Thema passt.

Hatte gestern das Vorrecht mit einem Manager einer großen deutschen Sportrechte- und Vermarktungsagentur zu Mittag zu essen, mit dem ich beruflich zu tun hatte. Wir kamen da natürlich auch auf dieses Thema zu sprechen. Er hat dort zwei interessante Dinge gesagt.

Zum einen ist die Diskussion, dass ein Verschwinden der Sportschau aus dem ÖR zu rückläufigen Werbeeinnahmen führen wird, nicht ganz korrekt. Die großen Vereine in Deutschland, wie Bayern, wie Werder, wie Schalke oder Dortmund bekommen die „fetten“ Werbe- und Sponsoringverträge nämlich überhaupt nicht wegen der nationalen Berichterstattung in der Liga, sondern vornehmlich wegen der Präsentation auf internationaler Bühne, vorzugsweise in der CL. Sicherlich spielt auch eine nationale Bekanntheit eine Rolle, aber Europa ist vielen Unternehmen wesentlich wichtiger.

Sicher gibt es auch hier Ausnahmen, aber gerade im Fall von Werder (das hat er angeführt, ohne dass ich ihm vorher gesagt habe, dass ich Werderfan sei), resultieren die gestiegenen Werbeeinnahmen zum größten Teil aus den Erfolgen in der CL der letzten fünf Jahre. Höchstens die kleinen Vereine würden hier eventuell Einschnitte verspüren, die aber durch erhöhte TV-Einnahmen aufgefangen werden.

Der zweite ebenfalls interessante Punkt war der, dass Premiere der DFL einen Vorschlag oder einen Entwurf für einen Vertrag vorgelegt hat, der den Vereinen eine deutlichst höhere Garantiesumme geboten hätte, als es bisher der Fall ist. Für Werder z.B. wären bei diesem Model bis zu 50 Millionen im Jahr drin gewesen, wenn man Fixsumme und flexible Bonuszahlungen zusammen genommen hätte. Bedingung war in dem Fall ganz einfach, nämlich keine bewegten Bildern im Free-TV vor Sonntag 22:00 Uhr sowie Namenssponsor der Liga.

Er war außerdem der Meinung, dass die Klage der DFL gegen das Kartellamtsurteil zu 100 % Erfolg haben wird, da die BuLi kein Allgemeingut wäre, auf dass man ein verfassungsmäßiges Recht hätte. Ein positives Urteil könnte dann sogar dazuführen, dass die Sportschau ganz aussteigen könnte, weil man hinter den Kulissen sehr auf das Kartellamt eingewirkt hat.

Es geht der Liga wohl auch gar nicht primär um ein Abwandern ins Pay-TV, sondern dass die ARD wohl teilweise freche Preise zahlt, da es bislang keine erstzunehmende Konkurrenz auf diesem Gebiet gibt. Aber auch an diesem Punkt arbeitet Premiere zur Zeit an einem „interessanten Paket für Liga und Kunden“ (Originalzitat) in Kooperation mit Sat1/Pro7 Media. Ein Hemmschuh bei der Entwicklung ist wohl leider die Tatsache, dass die Telekom einen Teil der Rechte besitzt, was die Verhandlungen bisher sehr erschwert haben, da die Telekom ja über das zukunftsträchtige IPTV einen großen Batzen vom Kuchen abhaben möchte.
 
Habe hier mal etwas beim BKartAmt runtergeladen:

Das Schriftstück basiert noch auf dem Stand vom 24.07.!!!!



Hintergrundpapier
zur Pressekonferenz
am 24. Juli 2008
zum Thema

"Zentralvermarktung der Verwertungsrechte der Fußball
Bundesliga ab dem 1. Juli 2009"

1
Aktueller Stand
Das Bundeskartellamt hat der Deutschen Fußball Liga (DFL) mitgeteilt, dass
das vorgeschlagene Vermarktungsmodell der TV-Übertragungsrechte für die
Fußball-Bundesliga in der derzeit vorliegenden Ausgestaltung den
kartellrechtlichen Anforderungen einer angemessenen Verbraucherbeteiligung
nicht genügt.
2
Anlass und bisheriges Verfahren
Am 30. Juni 2009 endet die laufende Vermarktungsperiode für die Bundesliga-
Fernsehrechte für deren Prüfung die Europäische Kommission zuständig war.
Nach einer Gesetzesänderung ist nunmehr das Bundeskartellamt für die
Prüfung der Vermarktungsmodelle der kommenden Spielzeiten zuständig. Im
Herbst letzten Jahres hat sich das Bundeskartellamt bei der DFL nach dem
Stand der Vorbereitungen für die Vergabe der Medienrechte der 1. und 2.
Fußball Bundesliga ab dem 1. Juli 2009 erkundigt.
Die DFL hat das
Bundeskartellamt im Herbst letzten Jahres über ihre grundsätzlichen Planungen
unterrichtet. Sie will an dem Modell der Zentralvermarktung festhalten. Im April
diesen Jahres hat die DFL erstmals das konkrete Vermarktungsmodell mitsamt
der vorgesehenen Programmpakete an das Bundeskartellamt übermittelt.
Das Bundeskartellamt hat DFL, Bundesligavereine sowie Rechteverwerter zur
Zentralvermarktung befragt. Nach Auswertung der Antworten hat das
Bundeskartellamt der DFL im Mai mitgeteilt, dass es – entgegen seiner
bisherigen Praxis – die Zentralvermarktung grundsätzlich als freistellungsfähig
erachtet. Allerdings gebe es Probleme mit der konkreten Ausgestaltung des
Zentralvermarktungsmodells. Diese Probleme waren Gegenstand mehrerer
Gespräche zwischen dem Bundeskartellamt und der DFL. Anfang letzter
Woche hat das Bundeskartellamt der DFL die verbleibenden kartellrechtlichen
Probleme schriftlich mitgeteilt.

3
Das DFL-Vermarktungsmodell
Das von der DFL verfolgte Vermarktungskonzept beruht auf dem Modell der
Zentralvermarktung, d.h. dass die Medienrechte nicht im Wettbewerb von den
einzelnen Vereinen, sondern gebündelt und exklusiv durch die DFL vergeben
werden.

Allerdings wird die DFL nicht selbst die Rechte vermarkten. Die DFL hat die
Vermarktung der Rechte vielmehr an die Agentur Sirius des Kirch-Konzerns
vergeben, die der Liga im Gegenzug Erlöse von 500 Millionen Euro pro Saison
garantiert. Dieser Betrag liegt bereits deutlich über den Erlösen, die die DFL in
den vergangenen Spielzeiten pro Saison erzielt hat.
Ein wesentliches neues Element des Vermarktungsmodells ist, dass Sirius (die
Kirch-Agentur) die Berichte für das Bezahlfernsehen selbst produzieren soll.
Hierfür wollen DFL und Sirius über eine gemeinsame Firma einen Bundesliga-
TV-Sender betreiben. Auf diesem sollen die Live- und Highlight-
Berichterstattungen zu sehen sein. In der übrigen Zeit sollen Nonstop-
Sendungen mit dem Schwerpunkt "Fußballbundesliga" angeboten werden.
Pay-TV-Anbieter bzw. Betreiber technischer Infrastruktur wie Kabel, DSL oder
Mobilfunk müssen auf das Recht zur Einspeisung des DFL/Kirch-Senders
bieten. Nach dem vorgelegten Modell gibt es keinen Spielraum für eine eigene
redaktionelle Bearbeitung der Live-Übertragungen. Nur Free TV Sender bieten
wie bisher auf das Recht zur Bearbeitung der Bilder aus dem Stadion (des so
genannten Basissignals).
Das Modell sieht ferner vor, dass die Rechtepakete für jeden Übertragungsweg
– die wichtigsten sind Satellit und Kabel – separat ausgeschrieben werden.
Bundesliga-Spieltage verteilen sich in der Regel auf drei Termine, Freitagabend
(ein Spiel), Samstagnachmittag (heute sechs, künftig geplant fünf Spiele) und
Sonntagnachmittag (heute zwei, künftig geplant drei Spiele). Das
Vermarktungsmodell sieht vor, dass jeder dieser Termine als eigenes Paket
und zwar getrennt nach den einzelnen Vertriebswegen ausgeschrieben wird.
Fast alle Pakete zur Live-Übertragung sollen alternativ Pay- oder Free-TV-
Anbietern angeboten werden. Allerdings werden die betreffenden Pakete nur
einmal, d.h. entweder für den Free- TV oder den Pay- TV- Bereich vergeben.
Die Pakete umfassen jeweils die Liveberichte der Spiele. Dazu kommen
Pakete für Highlight-Berichterstattungen und Zweitverwertung, die in zwei
Szenarien ausgeschrieben werden. Grundsätzlich können exklusive und nicht
exklusive Gebote abgegeben werden.

Das Modell sieht ein konditioniertes Bietverhalten in Szenarien vor. Jeder der
für ein Paket bietet, nennt den Betrag, den er bereit ist für das Paket zu zahlen,
wenn Szenario I bzw. den Betrag, wenn Szenario II realisiert wird. Zum Beispiel
wird ein Gebot für die Sonntagspiele unter der Bedingung abgegeben, dass
Szenario II realisiert wird, d.h. dass es keine zeitnahe Highlight-
Berichterstattung mehr im Free TV am Samstag gibt. Zusammengefasst sehen
die Szenarien folgendes vor:
1. Beim Samstagsszenario gibt es wie bislang samstags ab 18:30 eine
Highlight-Berichterstattung im Free-TV (also Sendungen wie „Sportschau“,
„ran“ oder „Anpfiff“).
2. Beim Sonntagsszenario entfällt die zusammenfassende Highlight-
Berichterstattung am Samstag, dafür gibt es sonntags eine Highlight-
Berichterstattung kurz nach Abpfiff der drei Sonntagsspiele. Zudem wird an
jedem zweiten Spieltag je ein Sonntagsspiel live im Free-TV übertragen.
Zuletzt hat die Liga zusätzlich die Highlight-Berichterstattung des
Freitagabendspiels der 1. Bundesliga ab 22:00 Uhr sowie der
Sonntagsspiele der 2. Bundesliga ab 16:00 angeboten.
In beiden Szenarien sind zudem Highlight-Berichterstattungen über die Spiele
des Samstags und des Sonntags ab 22:00 Uhr vorgesehen.

4
Rechtlicher Bewertungsrahmen
Die gebündelte Vermarktung der Übertragungsrechte („Zentralvermarktung“)
stellt eine wettbewerbsbeschränkende Vereinbarung dar, die nach deutschem
und europäischem Kartellrecht unter das Kartellverbot fällt.
Ein Kartell kann jedoch unter gewissen Umständen erlaubt sein. Technisch
gesprochen: Das Kartell kann von dem allgemeinen Verbot „freigestellt“ sein.
Hauptvoraussetzung für eine solche Freistellung ist, dass das Kartell mit
Vorteilen verbunden ist, die ohne das Kartell nicht einträten. Gleichzeitig ist der
Verbraucher an den entstehenden Vorteilen angemessen zu beteiligen (Art. 81
Abs. 3 EG). Verbraucher sind hier insbesondere die Fußballfans als
Fernsehzuschauer.

5
Die Zentralvermarktung als Kartell
Die Zentralvermarktung ist ein Kartell. Denn die Bundesligavereine übertragen
ihre Medienrechte auf den Ligaverband zur alleinigen Vermarktung. Der
Ligaverband bestimmt Art und den Umfang der Rechteverwertung. Die Vereine
können keine unabhängige geschäftliche Entscheidung über den Preis ihrer
Rechte treffen.
Die schädliche Wirkung des Kartells liegt in einer Verknappung des Angebots
an Vermarktungsrechten. Die Zentralvermarktung führt dazu, dass die Rechte
an einzelnen Spiele bzw. an Spielen eines einzelnen Vereins überhaupt nicht
erworben werden können. Stattdessen werden Rechtepakete geschnürt, deren
Inhalt nicht vorhersehbar ist. Bis auf die Tatsache, dass mit größter Wahrscheinlichkeit
Spiele enthalten sind, die der Sender unter
Marktbedingungen nicht wirtschaftlich verwerten könnte – manche Spiele
stoßen nämlich nur auf geringes Zuschauerinteresse. Verschärfend kommt
hinzu, dass die Liga Mindestpreise für die einzelnen Rechtepakete festsetzen
wird, wodurch die Zentralvermarktung auch als Preiskartell bezeichnet werden
kann.
Das Bundeskartellamt hat folgende mögliche vorgetragene Vorteile einer
Zentralvermarktung berücksichtigt:
1. Es sind weniger bilaterale Verhandlungen um die Rechte nötig („one-stop-
shop“).
2. Der Abstimmungsbedarf bei der Spielplanerstellung sinkt, weil nicht auf
parallel stattfindende Spiele attraktiver Vereine Rücksicht genommen
werden muss. Gleichzeitig wird die „Zerfaserung“ des Spieltages verhindert.
3. Beides ermöglicht wiederum eine Highlight-Berichterstattung über alle
Spiele.

6
Zur Prüfung der Freistellungsfähigkeit des vorgelegten
Vermarktungsmodells
Das Bundeskartellamt hat im Rahmen der umfassenden Prüfung mehrere Punkte in
dem vorgeschlagenen Vermarktungsmodell identifiziert, die Anlass für
kartellrechtliche Bedenken geben. Neben dem Aspekt der angemessenen
Verbraucherbeteiligung (hierzu unten) handelte es sich dabei um folgende
Einzelaspekte:
- Das Bundeskartellamt sah gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen
Rechteverwertern und Rechtevermarktern, zum Beispiel im Kirch- Konzern mit
dem Sportsender DSF als problematisch an.
- Kritisch sah das Bundeskartellamt ferner den Zwang für die Fernsehsender, die
vorgefertigte Live-Berichterstattung ohne eigene redaktionelle
Bearbeitungsmöglichkeit zu übernehmen. Denn auf diese Weise würde nicht nur
die Rechtvergabe durch die Zentralvermarktung, sondern eine weitere Marktstufe
monopolisiert, wodurch der Qualitätswettbewerb und die Presse- sowie
Meinungsfreiheit leiden könnte.
- Besondere Aufmerksamkeit hat das Bundeskartellamt auch den Vertriebswegen
gewidmet. Hier galt es die Stilllegung von Vertriebswegen wie Kabel, DSL oder
Satellit zu vermeiden.
In diesen Bereichen wurden mögliche Lösungen gefunden, die hier nicht näher
erläutert werden sollen, da sie je nach Gesamtkonzept unterschiedlich sein können
und auch noch nicht mit anderen Verfahrensbeteiligten besprochen wurden.
Wichtigster Grund für die kritische kartellrechtliche Beurteilung des vorgelegten
Vermarktungsmodells war aber die aus Sicht des Bundeskartellamtes unzureichende
Beteiligung des Verbrauchers an den Vorteilen der Zentralvermarktung.
Die Ausschreibung von Paketen für Freitags-, Samstagsnachmittags-,
Samstagsabend- und Sonntagsspiele, die Aufspaltung der Vertriebswege und die
Produktion eines eigenen Bundesliga-Senders führen zu einer Absenkung der
Marktzutrittsschranken und sorgen insoweit für mehr – preistreibenden – Wettbewerb
auf dem Bietermarkt im Pay-TV-Bereich.
Gleichzeitig bergen sie aber zwei schwerwiegende wettbewerbliche Probleme.

Auf der einen Seite ist es denkbar, dass ein Sender die exklusiven Rechte für alle
Tage gegen viele Konkurrenten für Unsummen ersteigert. Der Anreiz ist groß, weil
Gesamtexklusivität zu einem großen Mehrwert führt, nämlich einziger Sender mit
Bundesligaprogramm zu sein. Seine hohen Ausgaben für die Rechte müssen dann
aber im Ergebnis vom Pay-TV-Abonnenten über entsprechend hohe Abo-Preise
getragen werden.
Auf der anderen Seite steht die Möglichkeit, dass verschiedene Sender einzelne
Tage ersteigern. Dann ärgert sich der Zuschauer über sein Pay-TV-Abo, das ihm
nicht garantiert, jede Woche alle Spitzenspiele bzw. alle Spiele seines Vereins live
sehen zu können.
Aufgrund der Zersplitterung der Pakete könnte er im Extremfall genötigt sein, mit vier
Pay TV Anbietern Abo-Verträge abzuschließen, was neben entsprechenden Kosten
viel sonstigen Aufwand bereitet, angefangen von Kündigungsfristen, die beachtet
werden müssen bis hin zu etwaigen Problemen im Zusammenhang mit
Empfangsboxen bzw. Karten.
Zur Begrenzung des Preissetzungsspielraums der Pay-TV-Anbieter gibt es drei
Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Garantie einer zeitnahen Highlight-
Berichterstattung im Free-TV. Damit steht dem Verbraucher eine – wenn auch
unvollkommene – Ausweichmöglichkeit zur Verfügung, sollten die Pay-TV-Preise zu
teuer werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Pay-TV-Pakete zumindest
teilweise nur nicht exklusiv auszuschreiben. Schließlich könnte Vorsorge
dahingehend getroffen werden, dass auf den einzelnen Vertriebskanälen
unterschiedliche Bieter zum Zuge kommen. Auch in diesen Fällen bestünden
gewisse Ausweichmöglichkeiten für den Verbraucher.
Dem präsentierten Vermarktungsmodell fehlen derlei verbindliche Vorkehrungen, die
den Preissetzungspielraum der Pay-TV-Sender im Interesse des Verbrauchers
begrenzen. Diesbezüglich wollte die DFL auch keinerlei Zugeständnisse machen.
Eine möglichst viele Spiele umfassende Highlight-Berichterstattung ist ein
wesentlicher Vorteil der Zentralvermarktung. Daher hält das Bundeskartellamt eine
solche – soweit im Free-TV ausgestrahlt – für eine besonders geeignete Vorkehrung
zur Begrenzung des Preissetzungsspielraumes. Denn nur hier profitiert zusätzlich die
große Gruppe der Free-TV-Zuschauer.

Eine angemessene Beteilung des Verbrauchers an diesem Vorteil sieht das
Bundeskartellamt erst dann gewährleistet, wenn die Highlight-Berichterstattung einen
wesentlichen Teil des Spieltags umfasst, zeitnah und zu einem weiten
Bevölkerungskreisen zugänglichen Sendetermin erfolgt. Dies setzt voraus, dass das
Kernstück des Spieltags, d.h. die Samstagsspiele, in einer Free TV -
Zusammenfassung an einem Sendeplatz vor 20 Uhr zu empfangen sind. Hierfür
kommen sowohl öffentlich-rechtliche Sendeanstalten wie auch private
Fernsehsender in Frage.
Die Vorschläge der DFL führen allesamt zu einer Verschlechterung der
Highlightberichterstattung im Vergleich zum Status Quo:
Im Samstagsszenario wird nur noch über 5 von 9 Spiele statt wie heute über 6 von 9
Spiele in der Vorabendsportsendung im Free-TV berichtet.
Die vorgeschlagenen Ausschreibungsmodalitäten zielen allerdings im Ergebnis auf
das Sonntagsszenario. Hier gilt: zu spät, zu wenig, zu verstreut:
Zu spät: Die Highlight-Berichterstattung am Samstag erst ab 22.00 bzw. 22.15 Uhr
ist zu spät, zumal über das wichtigste Spiel regelmäßig erst am Ende der Sendung
nach 23:00 Uhr berichtet wird.
Zu wenig: Die Anzahl von Spielen in der Highlight-Berichterstattung ist zu gering:
Durch die stärkere Verteilung von Spielen auf mehrere Spieltage reduziert sich die
Anzahl der Spiele, über die in der Highlightberichterstattung berichtet werden kann.
Zu verstreut: Es gibt keine Berichterstattung am Kernspieltag Samstag, stattdessen
lediglich Berichte über wenige Spiele am Freitag- bzw. Sonntagabend und eine
zeitnahe Highlightberichterstattung über die 2. Bundesliga am Sonntag, die aber kein
Äquivalent für die 1. Bundesliga ist.
Schließlich steht das Sonntagsszenario in Konflikt mit den Sehgewohnheiten der
Fernsehzuschauer bzw. der Programmgestaltung der Sender.


7
Zusammenfassung
Das vorgelegte Vermarktungsmodell ist nicht geeignet, einen angemessenen
Ausgleich zwischen den sportlichen und wirtschaftlichen Belangen der Liga
einerseits und den Zuschauer- und Fussballfan-Interessen andererseits herzustellen.
Wenn DFL und Bundeskartellamt von Wettbewerb sprechen, den sie fördern
möchten, meinen sie zwei verschiedene Dinge.
Das Bundeskartellamt möchte dem Verbraucher, also dem Fußballfan am Fernseher,
Ausweichmöglichkeiten erhalten und bzw. vor Ausbeutung durch Pay-TV-Anbieter
schützen. Kurzum: Es soll ein Wettbewerb der TV-Anstalten um die Gunst des Fans
garantiert sein.
Die DFL hat mit ihrem vorgelegten Zentralvermarktungsmodell alles getan, um den
Wettbewerb der TV-Anstalten bzw. Infrastrukturanbieter um die Fernsehrechte mit
Ziel größtmöglicher Erlöse für sich zu maximieren.
- Sie schreibt eine sehr große Anzahl an Paketen aus und zwar einzeln für jeden
einzelnen Vertriebskanal.
- Sie fordert für exklusive Übertragungsrechte eines Paketes ein überdeutlich
höheres Gebot wie für das gleiche Paket in nicht-exklusiver Form.
- Sie weigert sie sich, auf ein Szenario ohne eine zeitnahe Live-Berichterstattung
des Hauptspieltages zu verzichten.
- Sie verzichtet darauf, einzelne Pakete von vorne herein ausschließlich nicht-
exklusiv zu vergeben.
- Sie verpflichtet Pay-TV-Anbieter dazu, auf die Einspeisung des DFL/Sirius
gehörenden Senders zu bieten.
Nach Erkenntnissen des Bundeskartellamtes erwartet Sirius aufgrund dieser
Vorkehrungen Mehreinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe, für die allein der
Verbraucher aufkommen müsste. Einerseits von den „Hardcorefans“, die schon
heute Pay-TV schauen, weil sie v.a. die Spitzenspiele bzw. die Spiele ihres Clubs
live verfolgen möchten. Sie würden die höheren Kosten, die für die TV-Rechte vom
Sender gezahlt werden müssten, schlussendlich bezahlen. Und zwar zusammen mit
jenen bisherigen Free-TV-Zuschauern, für die eine zeitnahe Berichterstattung des
Hauptspieltages Grund genug war, kein Pay-TV-Abonnement abzuschließen.
Wirksame Begrenzungen des Preissetzungsspielraumes, wie sie etwa eine zeitnahe
Highlightberichterstattung oder nicht-exklusive Rechte sicherstellen, kann das
vorgelegte Vermarktungsmodell nicht garantieren.
 
Hoffentlich wird das umgesetzt und der dumme Uli Hoeneß guckt in die Röhre, weil sein blöder FC Bayern niemanden mehr unter 45 interessiert.

Dann kommt der Spruch von Hoeneß: "Ja ich wollte ja nicht, dass es soweit kommt... PAY-TV ist Schuld!!"
 
Der "dumme Hoeness" hatte bisher leider in den meisten Fällen immer Recht. Das nur nebenbei.

MfG/d.na
 
Vielleicht was die Wurstindustrie angeht.

Seine Fußball Prophezeiungen sind meistens Grütze. Denn weder hat sich der Premier League Hype abgenutzt, noch ist die Serie A am Ende . Die Zeit als Hoeneß Ahnung hatte ist schon lange vorbei
 
Mal abwarten was die DFL sich nun einfallen lässt. Ich bin mal gespannt, ob ein TV-Vertrag mit den jetzigen Konditionen überhaupt zu Stande kommt. Ist mir jedenfalls egal welcher Free-TV Sender sich die Rechte sichern möchte. Hauptsache die Bundesliga-Highlights werden weiterhin vor 20h im Fernsehen gezeigt.
Wer Live-Spiele sehen möchte, der kann sich ja Pay-TV holen.
 
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