Psychische / psychosomatische Erkrankungen (z.B. Burnout)

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Wenn z.B. Kinder früh in der Schule scheitern, oder besser gesagt, nicht zum oberen Drittel gehören, sind ihnen beim Abschluss die guten Ausbildungsstätten nahezu verwehrt, weil die Firmen ihre Ansprüche nach oben schrauben müssen, weil die Schul-Leistungen immer schlechter werden. Im Job werden werden sie dann oft ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht, erreichen nicht das, was ihnen vorschwebte, und wenn es dann ganz schlecht läuft kommen sie in die besagte Abwärtsspirale.

Richtig, wobei nach meinem Ermessen dieses Scheitern von Schülern an Ansprüchen weniger in den jeweils eigenen Erwartungshaltungen begründet ist, sondern mehrheitlich an überzogenen / falschen Ansprüchen der Eltern. Gerade die Babyboomer-Generation bekam doch oft zu hören "Du sollst eines Tages die beruflichen Fußstapfen von ... treten", bzw., "...die Praxis / Kanzlei / Firma übernehmen." oder "Du sollst den oder den Beruf erlernen / das Abitur absolvieren, damit Du es mal besser hast als wir." Damit wurden Kinder / Jugendliche ohne Rücksicht auf deren Fähigkeiten und Interessen in eine schulische / berufliche Schublade gezwängt - mit entsprechenden Resultaten. Wie z.B. ein Mitspieler aus meiner Jugend-Fußballmannschaft: dieser hatte stets nur 1 und 2 in den Zeugnissen stehen, bis er eines Halbjahres mit einer Zeugnis-3 in Physik nach Hause kam, worauf ihn seine Eltern mit der Begründung vom Fußball-Verein abmeldeten, dass der Sohn sich auf die Schule konzentrieren sollte...

. Das ist natürlich nur ein Aspekt. Oft sind traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit der Auslöser, sich schlecht zu fühlen, sich schuldig zu fühlen.
:tnx:
Wobei meiner Einschätzung nach nicht immer nur eine Sache ursächlich für psychosomatische Erkrankungen ist, sondern sich auch mehrere Ereignisse dazu summieren können.
 
Wie z.B. ein Mitspieler aus meiner Jugend-Fußballmannschaft: dieser hatte stets nur 1 und 2 in den Zeugnissen stehen, bis er eines Halbjahres mit einer Zeugnis-3 in Physik nach Hause kam, worauf ihn seine Eltern mit der Begründung vom Fußball-Verein abmeldeten, dass der Sohn sich auf die Schule konzentrieren sollte...
Ich hatte 2014 ein Projekt in Ulm. Da war es im Trend seine Kinder auf die andere Seite der Donau zu schicken, weil das bayrische Schulsystem das anspruchsvollere & bessere sei.
Man kann es auch übertreiben - dachte ich mir.
Zumal die Schule auch nicht der Hauptinhalt meiner Jugend war, sondern eher Nebensache. Viele innovative Menschen setzen auch gerne früh ihre eigenen Gedanken um, statt sich auf die Schule mit den Basics zu konzentrieren.
Ob es allgemein Depressionen fördert voll für Schule und Beruf zu leben, kann ich nicht beurteilen.
 
Menschen setzen auch gerne früh ihre eigenen Gedanken um, statt sich auf die Schule mit den Basics zu konzentrieren.
Das ist auch gut so, wenn die Basics vorhanden sind. Ohne Basics, sozial und schulisch, steht man leicht nur dabei statt mittendrin.
Ob es allgemein Depressionen fördert voll für Schule und Beruf zu leben, kann ich nicht beurteilen.
Selber für dieses Ziel zu leben ist anders zu bewerten, als zum Ziel gepresst zu werden. Letztgenanntes finde ich kontraproduktiv. Wir haben es oft gehört, in den Schulen bei unserer Kinder und jetzt Enkel, daß die Forderung nach der höheren Schule ganz vorne anstand.
 
Das ist auch gut so, wenn die Basics vorhanden sind. Ohne Basics, sozial und schulisch, steht man leicht nur dabei statt mittendrin.
Japp, wobei die schulischen Basics in den Lehrplänen nicht mehr die Bedeutung haben wir einst. So werden z.B. Rechtschreibfehler in Deutsch-Arbeiten in Form von Aufsätzen, Literatur-Interpretationen etc. oftmals nicht einmal mehr angemarkert. Oder Kopfrechnen. Bei Inventuren ernten meine etwa gleichaltrigen Kolleg*innen und ich oft erstaunte Blicke von der sog. Generation Z, wenn wir Kartoninhalt, Anzahl der Kartons je Lage und Lage je Palette mindestens ähnlich schnell im Kopf multiplizieren als die Generation Z diese Zahlen in ihre Smartphones tippen kann.

Oder auch im Handwerk: die meisten KfZ-Mechatroniker können doch nur noch Teile tauschen, aber nicht mehr wirklich reparieren. Ein Kumpel von mir ist Inhaber einer KfZ-Werkstatt für Oldtimer. Wenn der jungen Bewerbern beim Probearbeiten eine Lichtmaschine zum Austausch der Kohlenstifte auf die Werkbank legt, gucken die ihn (O-Ton meines Kumpels) "doof an wie 100 Meter Feldweg".


Selber für dieses Ziel zu leben ist anders zu bewerten, als zum Ziel gepresst zu werden. Letztgenanntes finde ich kontraproduktiv. Wir haben es oft gehört, in den Schulen bei unserer Kinder und jetzt Enkel, daß die Forderung nach der höheren Schule ganz vorne anstand.
:tnx:
Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Meine Eltern, v.a. mein Vater (Dipl-Ing...), waren sehr erpicht darauf, dass meine Schwester und ich gute Schulabschlüsse absolvieren. Bei meiner Schwester war das ein Selbstläufer, bei mir lange Zeit dagegen nicht. Denn ich setzte mich erst nach einer ca. 3 Jahre dauernden Formkurve nach unten (inkl. "Ehrenrunde" in Klasse 7) sowie einer daraus resultierenden "Gehirnwäsche" meines Klassenlehrers erst ab Klasse 10 auf den Hosenboden. Und schaffe mit dem Minimalprinzip das Abi. Mein Nachwuchs dagegen lernte ohne elterlichen Druck mit einem bewundernswerten, mir aus meiner Schulzeit fremden Fleiß für das Abi - mit Noten, von den ich nur hätte träumen können, bzw. wenn ich davon geträumt hätte, wäre ich schweißgebadet aufgewacht. Im bevorstehenden Sommersemester steht die Bachelor-Arbeit an und mit dem Master steht das nächstes Ziel auch bereits im Fokus.
 
Japp, wobei die schulischen Basics in den Lehrplänen nicht mehr die Bedeutung haben wir einst. So werden z.B. Rechtschreibfehler in Deutsch-Arbeiten in Form von Aufsätzen, Literatur-Interpretationen etc. oftmals nicht einmal mehr angemarkert. Oder Kopfrechnen. Bei Inventuren ernten meine etwa gleichaltrigen Kolleg*innen und ich oft erstaunte Blicke von der sog. Generation Z, wenn wir Kartoninhalt, Anzahl der Kartons je Lage und Lage je Palette mindestens ähnlich schnell im Kopf multiplizieren als die Generation Z diese Zahlen in ihre Smartphones tippen kann.

Oder auch im Handwerk: die meisten KfZ-Mechatroniker können doch nur noch Teile tauschen, aber nicht mehr wirklich reparieren. Ein Kumpel von mir ist Inhaber einer KfZ-Werkstatt für Oldtimer. Wenn der jungen Bewerbern beim Probearbeiten eine Lichtmaschine zum Austausch der Kohlenstifte auf die Werkbank legt, gucken die ihn (O-Ton meines Kumpels) "doof an wie 100 Meter Feldweg".

:tnx:
Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Meine Eltern, v.a. mein Vater (Dipl-Ing...), waren sehr erpicht darauf, dass meine Schwester und ich gute Schulabschlüsse absolvieren. Bei meiner Schwester war das ein Selbstläufer, bei mir lange Zeit dagegen nicht. Denn ich setzte mich erst nach einer ca. 3 Jahre dauernden Formkurve nach unten (inkl. "Ehrenrunde" in Klasse 7) sowie einer daraus resultierenden "Gehirnwäsche" meines Klassenlehrers erst ab Klasse 10 auf den Hosenboden. Und schaffe mit dem Minimalprinzip das Abi. Mein Nachwuchs dagegen lernte ohne elterlichen Druck mit einem bewundernswerten, mir aus meiner Schulzeit fremden Fleiß für das Abi - mit Noten, von den ich nur hätte träumen können, bzw. wenn ich davon geträumt hätte, wäre ich schweißgebadet aufgewacht. Im bevorstehenden Sommersemester steht die Bachelor-Arbeit an und mit dem Master steht das nächstes Ziel auch bereits im Fokus.
Ist das hier der Thread zu 'Veränderungen in der Bildungspolitik in den letzten 50 Jahren''?!
Was, bitte, hat das noch mit psychischen Erkrankungen zu tun?
Was kommt als nächstes, Quecksilber im Trinkwasser macht dumm?
 
Ist das hier der Thread zu 'Veränderungen in der Bildungspolitik in den letzten 50 Jahren''?!
Was, bitte, hat das noch mit psychischen Erkrankungen zu tun?
Was kommt als nächstes, Quecksilber im Trinkwasser macht dumm?

Nur ganz kurz: Meines Wissens ist das hauptsächliche auslösende Moment bspw. für Depressionen mangelndes Selbstwertgefühl.
Wie erwerben Menschen da Gefühl für ihren eigenen, selbstempfundenen Wert als Mensch? Etwa erst im Berufsleben?
Oder beginnt das u.U. deutlich früher...? Quelle: @sergeant_mumm

Dieser Frage haben wir versucht uns anzunähern.
 
Esgibt immer Phasen im Leben, wo Depressionen warten können. Die Pubertät z.B. , später wird aus "der 30" was gefährliches gemacht, in den 50ern drohen die midlife crises. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber habs "volle Kanne" erlebt. Die midlife crises hatte ich allerdings vorgezogen :hihi:
Dann ist jede person "für sich" natürlich auch "anders gestrickt" und was jene Person "locker wegsteckt" schafft eine andere nicht.
Ob es etwas wie eine "vorprägung gibt" weiß ich nicht.
Ob "die Schule" von den Kindern "zu viel" abfordert?
Kann ich leidernicht beurteilen, habe keine KInder. meine eigene Schulzeit war halt wie bei vielen: manches war gut, manches war Scheiße, man wurde mal veräppelt und dann hat man halt zurück geäppelt und wenns dann nicht reichte, dann gabs Senge oder ähnlich.

Burn Out kann ich mitreden. Hatte mindestens einen. Noch gar nicht so lange her.
Die Trigger für Burn Out und Depression sind ähnlich, burn Out kann ein Symptom einer Depression sein. Depression kann sich auch in übertriebene Aktivität ausdrücken. Meist geht Depression aber auch damit einher, nicht in sozialen Kontakten zu stehen, weil etwas vorgeschoben wird. Depression heißt ja auch nicht umsonst so - man kann seinen Druck nicht ablassen. Und wird dann halt matt- und schlaff, bis zur Regungslosigkeit.

So blöd sich das anhört: Da wird jede person, die die Neigung dazu hat oder eine durchlebt mit leben müssenund ich hoffe für jede personen, daß sie dann in der lage ist, sich professionelle Hilfe zu suchen.
 
Ab wann ist eine Depression eigentlich eine Depression im Sinne der Krankheit, wann sind es nur "Stimmungsschwankungen"? Oder ist die Grenze, wie so oft, fließend und vom Einzelfall abhängig? Bei Wikipedia und Consorten steht dazu zwar einiges, aber eben nicht aus persönlicher Sicht, sondern eher aus klinischer Sicht. Und die hat man selten, wenn man selber oder eine nahestehende Person betroffen ist.
 
Ab wann ist eine Depression eigentlich eine Depression im Sinne der Krankheit
Um das zu beantworten, gibt es - losgelöst von dem subjektiven Erleben - die diagnostischen Kriterien.
Der „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems” (ICD) benennt beispielsweise nicht einfach 'Depression' als Krankheitsbild, sondern unter F32. und F33. sind verschiedene Ausprägungen bzw. Variationen aufgeführt.
 
Der Unternehmer Wolfgang Grupp sen. (Trigema) unternahm am Montag vergangener Woche wegen Altersdepressionen einen Suizidversuch. Mittlerweile bedauerte er diese Geschehnisse und appellierte an Depressionen leidenden Menschen, sich professionelle Hilfe zu suchen.
https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/wolfgang-grupp-suizidversuch-100.html
Da denkt man, dem Mann geht es gut, hat alles geschafft, hat sein Unternehmen an seine Kinder übergeben, und dann verfällt er in Depressionen.
Da frage ich mich, was könnte es für einen selber bedeuten?
 
Da frage ich mich, was könnte es für einen selber bedeuten?

Wenn es soweit ist, habe ich hoffentlich genug Pläne für den Ruhestand gemacht und blicke zufrieden auf das Berufsleben zurück. Ich bin kein Unternehmer, daher gibt es nichts was ich an Entscheidungen zu bedauern habe und ich glaube ich habe für mich über die Jahre sehr verinnerlicht, dass niemand so wichtig ist, als das er nicht zu ersetzen wäre, ergo nicht so wichtig ist. Wenn es also die Gesundheit zulässt, dann gibt es Hobbys und Reisen und ggf. Enkel. Ganz langweilig aber zufrieden :) Meine Eltern haben irgendwie bis zum Schluss gearbeitet und sind dann erst mal in eine Phase der Langeweile bis hin zu depressiven Phasen gefallen. Das wird mir nicht passieren. Im Gegenteil, ich freue mich jetzt schon auf den Ruhestand :)
 
Wenn es soweit ist, habe ich hoffentlich genug Pläne für den Ruhestand gemacht und blicke zufrieden auf das Berufsleben zurück. Ich bin kein Unternehmer, daher gibt es nichts was ich an Entscheidungen zu bedauern habe und ich glaube ich habe für mich über die Jahre sehr verinnerlicht, dass niemand so wichtig ist, als das er nicht zu ersetzen wäre, ergo nicht so wichtig ist. Wenn es also die Gesundheit zulässt, dann gibt es Hobbys und Reisen und ggf. Enkel. Ganz langweilig aber zufrieden :) Meine Eltern haben irgendwie bis zum Schluss gearbeitet und sind dann erst mal in eine Phase der Langeweile bis hin zu depressiven Phasen gefallen. Das wird mir nicht passieren. Im Gegenteil, ich freue mich jetzt schon auf den Ruhestand :)
So muss das sein. Wenn es bei euch machbar ist, gehe in Altersteilzeit, 1. Phase arbeiten bei reduziertem Gehalt, 2. Phase zu Hause bei gleichem reduzierten Gehalt. Das hat uns (Frau und mir gleichzeitig) die Möglichkeit gegeben, einen geordneten Rückzug von der Arbeit zu haben und wir konnten uns an das Altersruhegeld gewöhnen. :)
Aber was das Thema angeht bleibt die Frage, wie endet man in höherem Alter, die Bekannten werden weniger, Freunde sowieso, die Aufgaben werden weniger (Familie, Ehrenamt etc.) und die Gesundheit lässt zu wünschen übrig. Alles zusammen genommen bleibt ein großes Fragezeichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles zusammen genommen bleibt ein großes Fragezeichen
Das ist, finde ich, das 'übliche Fragezeichen' hinsichtlich Sinnstiftung für das eigene Leben.
Um mal die ganz große 'philosophische Keule' auszupacken: Ich halte es mit den Existenzialisten, nach deren Auffassung wir aus dem Nichts kommen, in eine absurde ( =sinnfreie) Existenz hineingeboren werden und im Nichts verschwinden - und der einzige Sinn unseres Lebens (außer Arterhaltung) der ist, dem wir ihm verleihen. :)
 
Da denkt man, dem Mann geht es gut, hat alles geschafft, hat sein Unternehmen an seine Kinder übergeben, und dann verfällt er in Depressionen.
Da frage ich mich, was könnte es für einen selber bedeuten?
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Der Mann war sein Leben lang ein Macher und jetzt? Die Kinder groß und aus dem Haus, die Firma übergeben, er ist 84 und merkt wahrscheinlich, dass Körper und Geist nicht mehr so funktionieren wie früher und dass es garantiert nicht besser wird, sondern immer weiter bergab geht. Ich kann durchaus verstehen, wenn er dann keine Lust mehr hat, weil er vielleicht befürchtet, dass er bald dement und Pflegefall wird. Persönlich stehe ich dem Thema Suizid und Sterbehilfe auch nicht so negativ gegenüber. Wenn ich mal merke, dass ich nur noch eine Last für andere und vor allem die Familie bin und mein altes Selbst sich in der Demenz auflöst, dann hoffe ich, dass ich den Mut aufbringe, eine Tablette zu viel zu nehmen. Einen befreundeten Arzt kenne ich. Mag jeder sehen, wie er will. Ich will das für mich nicht, zumindest mein 50jähriges Ich nicht. Vielleicht sehe ich es mit 84 ja anders, so Gott will, dass ich dieses Alter erreiche?
 
Wenn es soweit ist, habe ich hoffentlich genug Pläne für den Ruhestand gemacht und blicke zufrieden auf das Berufsleben zurück. Ich bin kein Unternehmer, daher gibt es nichts was ich an Entscheidungen zu bedauern habe und ich glaube ich habe für mich über die Jahre sehr verinnerlicht, dass niemand so wichtig ist, als das er nicht zu ersetzen wäre, ergo nicht so wichtig ist. Wenn es also die Gesundheit zulässt, dann gibt es Hobbys und Reisen und ggf. Enkel. Ganz langweilig aber zufrieden :) Meine Eltern haben irgendwie bis zum Schluss gearbeitet und sind dann erst mal in eine Phase der Langeweile bis hin zu depressiven Phasen gefallen. Das wird mir nicht passieren. Im Gegenteil, ich freue mich jetzt schon auf den Ruhestand :)
Wenn es die Gesundheit zulässt. Eben. Und bei den meisten 84jährigen Männern ist es mit ebendieser Gesundheit nicht so weit her. Mein Vater hat dieses Alter gar nicht erreicht, meine beiden Großväter auch nicht.
 
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Der Mann war sein Leben lang ein Macher und jetzt? Die Kinder groß und aus dem Haus, die Firma übergeben, er ist 84 und merkt wahrscheinlich, dass Körper und Geist nicht mehr so funktionieren wie früher und dass es garantiert nicht besser wird, sondern immer weiter bergab geht. Ich kann durchaus verstehen, wenn er dann keine Lust mehr hat, weil er vielleicht befürchtet, dass er bald dement und Pflegefall wird. Persönlich stehe ich dem Thema Suizid und Sterbehilfe auch nicht so negativ gegenüber. Wenn ich mal merke, dass ich nur noch eine Last für andere und vor allem die Familie bin und mein altes Selbst sich in der Demenz auflöst, dann hoffe ich, dass ich den Mut aufbringe, eine Tablette zu viel zu nehmen. Einen befreundeten Arzt kenne ich. Mag jeder sehen, wie er will. Ich will das für mich nicht, zumindest mein 50jähriges Ich nicht. Vielleicht sehe ich es mit 84 ja anders, so Gott will, dass ich dieses Alter erreiche?
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