Das es ggf. verständlich war, sehe ich ja ähnlich. Aber was passiert, wenn man das jetzt gut heißt? Dann wird der nächste, bei dem man sich zu 99% sicher ist gefoltert und dann merkt man plötzlich, dass auch eine 1% Chance eintreten kann. Man kann sich doch nicht auf das Niveau herablassen, auch wenn es machmal verständlich (aber eben nicht richtig) wäre.
Mal abgesehen davon, dass ich dir Recht gebe, dass die Unschuldsvermutung auch bei noch so hoher Wahrscheinlichkeit einer Schuld gelten sollte, ist es für mich auch nicht akzeptabel jemanden staatlicherseits zu foltern, wenn er tatsächlich schuldig ist.
Man kann gewissermaßen (auch wenn das makaber klingt) froh sein, dass diese Folter(androhungen) nicht dazu geführt haben, dass der Junge noch lebend gefunden worden wäre.
Nicht falsch verstehen, ich wäre über alle Maßen froh gewesen wenn sie den Jungen noch lebend gefunden hätten, aber das hätte die ganze Sache in ein noch viel unapettitlicheres Licht im Sinne von ("Man siehts doch, die Folter hat gewirkt, also rechtfertigt ab heute der Zweck jedes Mittel") geführt.

