Und zum Thema: Wenn ich sehe, wie aggressiv die Ultras sich oft den Ordnern im Weserstadion gegenüber benehmen... Ich erinnere mich an folgendes Szenario: Ordner wollten durch den Gang zwischen 60 und 62 auf die Laufbahn, kamen nicht durch, weil der Eingang durch Banner (?) versperrt war. Mussten also dort stehen bleiben und warten und wurden total angepöbelt. Sorry. Die Ordner haben nichts gemacht, außer dort zu stehen. Und hinterher wird dann wahrscheinlich draus gemacht "Die bösen Ordner haben uns provoziert". Scheint leider das Verständnis in der Szene zu sein.
"Wir brauchen keine Ordner (und keine Polizei), weil wir alle gaaanz lieb sind". Ohne Ordner und Polizei dürfen aber keine Spiele stattfinden. Ob nun etwas passiert oder nicht. Wurde übrigens auch schon bei WOL 2.0 diskutiert.
Falls das Spiel gegen Schalke gemeint war!
Hier ein Auszug aus
www.Fansmedia.org
Vor dem Spiel wurden von den aktiven Fans wie üblich Fahnen und andere Fanutensilien in das Weserstadion gebracht. Dabei kam es bei der Gruppierung Racaille Verte zu ersten Problemen mit einem Doppelhalter, der bislang nie ein Problem dargestellt hatte. Die Ordner vermuteten heimliche Codes hinter der Aufschrift "Gesindel Freaks". Die Erläuterungen der betroffenen Fans, dass der erste Teil des Namens lediglich die Übersetzung des Gruppennamens aus dem Französischen sei, räumte die Zweifel nicht aus. Schließlich sei es ja bekannt, dass die Fans "Codes wie 321" verwendeten, man wisse nie, was die Aufschriften auf den Bannern eigentlich bedeuteten.
Hintergrund der Panik hier und der im Nachfolgenden geschilderten Situation war dem Vernehmen nach, dass Gutachter von DFB und DFL zugegen waren.
Dazu kam, dass die Polizei besonderen Wert darauf legte, an diesem Tag alle Vorschriften penibel umzusetzen. Dies wirkte sich beim Aufhängen der Zaunfahne von Racaille Verte in der Form aus, dass das Überhängen der Markierung eines Fluchttores plötzlich ein Problem darstellte, obwohl hier schon immer Fahnen gehangen hatten. Nach Angabe war es der Polizei wichtig, den Buchstaben am Tor lesen zu können, um bei einem eventuellen Einsatz schnell Bescheid zu wissen. Ein wenig Kenntnis des Alphabets würde allerdings auch weiterhelfen, denn nach diesem genialen Konzept sind die Tore durchbuchstabiert. Es sollte einem gut ausgebildeten Beamten doch zuzumuten sein, dass er den Zugang zwischen Tor E und Tor G als Tor F identifizieren kann.
Die Fahne wurde zunächst so aufgehängt, dass der Buchstabe teilweise zu sehen war, zu Spielbeginn dann aber höher gehängt. Es muss dazu gesagt werden, dass diese Zaunfahnen traditionell einen großen Wert für die Fans besitzen. Die Gruppenmitglieder positionieren sich hinter ihr, sie bildet den symbolischen Mittelpunkt der Gemeinschaft.
So begann das Spiel und die Fans feuerten ihre Mannschaft an, bis plötzlich ein Banner mit der Aufschrift "Scheiss Polizei" kurz nach Anpfiff der ersten Halbzeit von den im Innenraum stehenden Ordnern herausgezogen wurde. Diese Aktion erhitzte die Gemüter der Umstehenden etwas, jedoch blieben dabei alle verhältnismäßig ruhig, so dass es nur kurze verbale Gefechte gab.
Kurz darauf kam einer der Ordner noch einmal an den Notausgang F, dort sprach er die Gruppe Racaille Verte an, dass sie entweder ihre Fahne unter das Schild hängen oder sie ganz entfernen sollten. Wenn sie dies nicht tun würden, wäre die Fahne weg. Diese Ansprache sowie alle weiteren Ereignisse passierten unter der Beobachtung der Polizei, die die Fans zu dieser Zeit bereits mit mehreren Kameras ins Visier genommen hatten. Von nun an wurde die Mannschaft nur noch sporadisch unterstützt, weil der Einsatz von Sicherheitskräften drohte.
Wenig später kamen knapp 20 Ordner von oben in den Block. Die Fans stellten sich spontan in den Gang in der Vermutung, dass Einzelne abgeführt oder die Fahne beschlagnahmt werden würde. Ruhig und aggressionsfrei forderten sie die Ordner auf, keine Gewalt gegen die Masse der Fans anzuwenden und die Kurve wieder zu verlassen. Die Ordner behaupteten, nur den Gang freimachen zu müssen, der ja allerdings vor ihrer Ankunft frei gewesen war. Sie drohten damit, notfalls die bereitstehende Polizei zur Hilfe zu holen. Nach einer ganzen Weile der Belagerung machten die Fans den Weg frei unter der Bedingung, dass die Ordner dann verschwinden würden.
Das Versprechen wurde gebrochen, die Ordner blieben bis zur Halbzeitpause im Gang stehen. Was das eigentliche Ziel ihrer Aktion war, blieb völlig unklar, wahrscheinlich wussten sie es selbst nicht.
Mittlerweile hatten die Gruppenmitglieder am Zaun die Fahne von sich aus entfernt, um einer Beschlagnahmung zuvorzukommen; es hatte bereits einen gewaltsamen Versuch der Ordner gegeben, die Fahne zu klauen. Weil dank der anwesenden Ordner und der an die 30 bereit stehenden Polizisten an ein erneutes Aufhängen nicht zu denken war, beschloss man schweren Herzens, das Stadions zu verlassen. Dafür gab es mehrere Gründe: Zunächst waren die meisten so schockiert vom Umgang des Vereins mit seinen Fans, dass sie emotional schlichtweg nicht mehr in der Lage waren, unbeschwert zu singen und zu feiern, denn dazu lud der Spielstand ja durchaus ein. Außerdem war mit dem faktischen Verbot der Fahne der Punkt erreicht, an dem das willkürliche Verbieten von Material nicht mehr zu ertragen ist.