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absolute Übereinstimmung.
@beckstown
Wir beiden werden bei der Thematik wohl kaum einen Konsens finden, weil du die Angelgenheit primär aus die ideologischen Ebene als Werder-Fan betrachtest, ich dagegen überweigend aus sachlichen bzw. rechtlichen Aspekten.
Als Werder-Fan sehe ich es auch als ungerecht an, daß Werder derzeit der einzig Leittragende davon ist. Jedoch als Steuerzahler in Bremen finde ich es ebenso ungerecht, daß durch eine Nicht-Weiterbelastung über die Mehrkosten für Risikospiele das Geld an anderen Stellen fehlt. Z.B. um beim Sport zu bleiben, im Breitesport, wo viele Sportstätten marode (s. der Hinweis von @FatTony mit dem Schwimmbad) sind und Vereine um ihre Existenz kämpfen bzw. nur durch Fusionen überleben können, von denen es in den letzten Jahren hier in Bremen einige gab (z.B. Tus Eintracht + TvdB -> SG Findorff, SG Oslebshausen + TV Grambke -> SGVO Bremen oder VfB Komet + TuS Arsten -> Komet Arsten). Der Breitensport ist elementar wichtig, denn er hat nicht nur eine gemeinnützige, soziale Aufgabe, sondern er bildet auch das Rückgrat des Leistungsports. Ohne guten Breitensport ist es schwierig, Spitzensport zu ermöglichen; es kommt ja nicht von ungefähr, daß außer Werder und dem Tanzclub Grün-Gold sonst kein Spitzsport in Bremen beheimatet ist, so daß abseits vom Fußball viele talentierte Einzel- und MannschaftssportlerInnen woanders ihr Glück suchen müssen. Es ist z.B. traurig, daß es in dieser Großstadt seit der Schließung des Uni-Bads kein wettkampftaugliches Schwimmbecken zur Verfügung steht.
Deinen Worten bezüglich des Schwimmbads nach scheint dir das egal sein, was auch dein gutes Recht ist, jedoch müssen die Interessen vieler Beteiligten berücksichtigt werden und nicht nur eines einzelnen. Die Politik hat schon bei der Deutschen Bahn den Fehler begangen, das Prestigeobjekt ICE-Netz (welches aufgrund der Verspätungen, Ausfällen und Pannen keines ist) auf Kosten der Nahverkehrsverdingen zu forcieren, so daß viele Menschen vom Zugverkehr abgehängt werden (und somit länge Anfahrten mit dem Auto, Bus oder Taxi zu einem Bahnhof in Kauf nehmen müssen - soviel zum Thema "Umweltfreundlichkeit der Bahn"...), so daß der Vorstoß der Politik in Bremen im Grundsatz richtig ist, die Mehrkosten für Risikospiele in Rechnung zu stellen. Daß Werder derzeit der alleinige Leidtragene ist, ist selbstverständlich auch nicht korrekt; daher ist zu hoffen, daß andere Bundesländer aufgrund der durch diesen Präzedenzfall entstandenen Rechtssicherheit nachziehen bzw. alle Beteiligten, d.h. Politik, Vereine und die im Elfenbeinturm sitzende DFL einen Konsens z.B. in Form eines Fonds finden, damit Werder nicht der alleinige Leidtragene bleibt. Denn losgelöst vom Urteil des BVG ist der Profifußball in Deutschland - anders als der Breitsport - wirtschaftlich so stark, daß er nicht auf indirekte staatlichen Subventionen in Form von nicht berechneten Mehrkosten für Risikospiele angewiesen ist.
Sicher, die Proficlubs generieren durch den Konsum und Übernachtung von Stadionbesuchern hohe zusätzliche Steuereinnahmen. Doch damit die Tragen der Kosten für den Mehraufwand bei Risikospielen negieren zu wollen, ähnelt der Arroganz von Unternehmen und wohlhabenden Menschen wie z.B. einem gewissen Uli Hoeneß, die sich durch ihr Steueraufkommen dazu legitimiert fühl(t)en, Steuern zu hinterziehen.
absolute Übereinstimmung.

