Osama bin Laden getötet!

Ich finde es durchaus relevant, dass die Diskussion über die Rechtfertigung Bin Ladens geführt wird. Auch wenn sie nervt.

Lebendig wird er dadurch nicht mehr. Jedoch entscheidet sich dadurch aber womöglich, wie mit zukünftig gefassten Terroristen(führern) umgegangen wird. Auch für Guantanamo hat diese Debatte Auswirkungen, auch wenn (noch) kein Inhaftierter oder momentan Gesuchter die Verbrechensliste von Bin Laden hat.
 
Gestern abend hierzu auch emotionale Diskussionen im TV. Wurde nämlich bei Anne Will thematisiert.
 
Teilweise gut, teilweise Bullshit. Eigentlich größtenteils Bullshit.
Ich fühle mich da als Deutscher jedenfalls ziemlich beleidigt.

Diese Meinung teile ich überhaupt nicht. Zwar formuliert Broder wie üblich sehr pointiert, aber seine Beobachtungen über die teils extrem seltsamen Blüten dieser Debatte kann doch jeder selbst nachvollziehen. Zum Beleidigtsein gäbe es jedenfalls nur dann Anlass, wenn man sich die von Broder angeprangerten Positionen zu eigen machte...
 
Zum Beleidigtsein gäbe es jedenfalls nur dann Anlass, wenn man sich die von Broder angeprangerten Positionen zu eigen machte...
Die Rede ist ja schon von der Allgemeinheit der Deutschen. ;)
Für mich gilt das aber nur für einen kleinen Personenkreis. Prinzipiell mag er mit seinem Artikel voll ins Schwarze treffen, aber eben nur auf diesen Personenkreis bezogen und keinesfalls auf den Deutschen ansich. Wir Deutschen haben ja sowieso keine eigene öffentliche Meinung. Politik und Medien geben das ja vor. Und dann heißt es wieder "die Deutschen".
Auf mich bezogen sehe ich zwar, dass ich sehr moralisiere, aber dies auch in jeder Beziehung tue, egal um was es geht. Daher fühle ich mich da schon angegriffen von dem Artikel. Vielleicht verstehe ich ihn auch nur falsch, aber denke eher nicht.
 
Ich finde das ausgesprochen gut das der grausame Terrorist endlich steif ist und zwar komplett. Der Gerechtigkeit ist damit zwar noch nicht genüge getan, aber was ist schon gerecht im Leben.

Die USA sind da wenigstens konsequent, wir Deutschen hätten Osama wahrscheinlich festgenommen und zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit in einem katholischen Kindergarten verurteilt. Wenn er den dann dem Erboden gleich gemacht hätte, hät es wohl geheißen, "da haben wir als Gesellschaft versagt". Daraufhin wär ein drittrangiger Staatbeamter entlassen worden, wohlgemerkt bei doppelter Rente und wir hätten Osama versucht zu reintigrieren.

Aber gut world trade war ja auch weit wech. Möchte mal wissen wie die Leudde reagieren, wenn hier zwei Flugzeuge zeitgleich auf´m Freimarkt und an der Schlachte einschlagen und zwar im vollbesuchten Zustand. Wenn man dann nicht persönlich betroffen ist im Verlust, kennt aber praktisch jeder einen, der einen Verlust erlitten hat. Dann hätten wir auch gefeiert, wenn den einer platt gemacht hätte.

Es gibt Ungerechtigkeiten auf der Erde und der Kapitalismus schürrt diese ganz sicherlich, aber Terror ist nicht der Schlüssel dies abzuschaffen!
 
Schön, dass ich mit dem Artikel eine Diskussion auslösen konnte. :)

Gestern abend hierzu auch emotionale Diskussionen im TV. Wurde nämlich bei Anne Will thematisiert.

Anne Will habe ich auch gesehen.

Und diese ganze Diskussion, und das vor dem amerikanischen Konsul, war mehr als peinlich.

Man hat diesem angemerkt, dass er sich mehrmals gefragt hat, wo er gelandet ist, dass solche Dinge diskutiert werden.

Möchte mal wissen wie die Leudde reagieren, wenn hier zwei Flugzeuge zeitgleich auf´m Freimarkt und an der Schlachte einschlagen und zwar im vollbesuchten Zustand.

Wenn das in Bremen passiert, passiert nichts. Höchstens am nächsten Tag eine Demo von SPD und Grüne für bessere Integration.

:rolleyes:
 
Möchte mal wissen wie die Leudde reagieren, wenn hier zwei Flugzeuge zeitgleich auf´m Freimarkt und an der Schlachte einschlagen und zwar im vollbesuchten Zustand.
Ich hätte dennoch nicht gefeiert, schon alleine deswegen, weil der Tod bin Ladens mehr eine symbolische Bedeutung hat und nix weiter. Wenn der Terrorismus ausgerottet ist, dann feiere ich. Und in dem Sinne finde ich es schon zweifelhaft. Nicht, dass bin Laden mir leid tut, aber es erweckt halt eher den Eindruck "Juhu, wir haben einen alten Knacker umgebracht, der zwar nur noch auf der Flucht war und uns relativ hilflos ausgeliefert war, aber wir haben jetzt unsere Rache und eine Trophäe."
 
Rachegelüste sind verständlich, aber nicht richtig. ;)

Naja, jedenfalls nach meinen Wertvorstellungen.

Deine Wertvorstellungen sind aber nicht deckungsgleich mit denen von Millionen anderer Menschen. Deswegen kannst Du doch dann nicht kritisieren, dass sich jemand über den Tod eines Massenmörders freut.

Die Anderen kritisieren Dich ja auch nicht dafür, dass Du Bin Laden für einen harmlosen, alten Knacker, der uns hilflos ausgesetzt ist, hälst. Denn das war er sicher nicht.

Jeder hat seine Meinung dazu und ich denke man sollte einfach mal dieses müßige Diskutieren sein lassen und weiterhin Terrorismus bekämpfen. Der ist nämlich noch längst nicht tot.
 
Deine Wertvorstellungen sind aber nicht deckungsgleich mit denen von Millionen anderer Menschen.
Nicht? Ist es nicht die normale westliche Vorstellung? Mir war so. Vielleicht bin ich auch nur völlig verquer erzogen wurden. Auge um Auge, Zahn um Zahn scheint ja doch relativ modern zu sein.

Die Anderen kritisieren Dich ja auch nicht dafür, dass Du Bin Laden für einen harmlosen, alten Knacker, der uns hilflos ausgesetzt ist, hälst. Denn das war er sicher nicht.
Harmlos und relativ hilflos sind zwei Paar Schuhe. Man hätte ihn halt genauso gut einfach festnehmen können. Gut, im Endeffekt wäre er dann zum Tode verurteilt wurden. Der Beigeschmack bleibt für mich aber.
 
Also bei mir würde auch der Finger am Abzug jucken, wenn ich einen Massenmörder, der für den Tod von unzähligen, unschuldigen Leuten verantwortlich ist, im Visier habe.Als Amerikaner wohl noch mehr.
Und wenn ich dann noch höre "Als Christ darf man sich nicht über den Tod von Menschen freuen".Darf man, wenn es sich um solche kranken Massenmörder handelt.
 
Rachegedanken zu unterdrücken hat sicherlich nichts mit westlicher oder sonst irgendeiner Wertevorstellung zu tun, nein. Das ist eine rein persönliche Meinung Deinerseits, die nunmal nicht auf jeden zutrifft. Und Gedanken an Rache zu haben und sie auszuführen, sind für mich immer noch 2 Paar Schuhe.

Du wirst unter den vielen Angehörigen der WTC-Opfer so gut wie keinen finden, der bei der Nachricht von Bin Ladens Tod seine dabei empfundenen Rachegedanken unterdrücken will und kann, weil es die Moral ja so vorschreibt und sie nicht richtig sind. Das ist einfach realitätsfern.

Festnehmen? Genau, weil das ja auch so einfach war. Der saß da ganz friedlich beim Tee trinken und wäre auch sicher einfach rausgekommen, wenn die Amis gerufen hätten. Mal abgesehen von den vielen Bewachern und Aufpassern oder der Familie. Die hätten die Festnahme sicher verstanden und diese zugelassen...;)

Nichts für ungut, ich finde diese Diskussionen um Moral und Völkerrechte bei einem Menschen, der diese Werte selbst mit Füßen tritt , einfach nur überflüssig.
 
@weserlady
Rache ist ein ganz natürliches menschliches Verlangen, das streite ich auch gar nicht ab. Der Punkt ist, ob man diese Rache ausführen sollte und eigentlich sollte der gesunde Menschenverstand einem sagen, dass Gewalt nur zu noch mehr Gewalt führt. Das ist ein Teufelskreis und ebendrum kann ich die Freude nicht verstehen. Ich weiß auch nicht, worüber man sich freuen soll. Osama bin Laden hatte schon lange nur noch symbolischen Einfluss. Al Quaida wird ohne ihn genauso weitermachen, wenn nicht sogar schlimmer und er gilt nun sogar noch als Märtyrer. Was ist nun also so toll daran? Als ich die Nachricht gelesen hab, dachte ich nur "Ja...gut. Der meistgehasste Mann auf Erden ist tot." Das wars dann auch.
 
Der Punkt ist, ob man diese Rache ausführen sollte und eigentlich sollte der gesunde Menschenverstand einem sagen, dass Gewalt nur zu noch mehr Gewalt führt.

Rache mag bei dem ein oder anderen eine Rolle gespielt haben, aber vor allem ging es darum, einen international gesuchten Schwerverbrecher dingfest zu machen. Die Festnahme hat nicht geklappt, aber weiterer Schaden kann von ihm auch nicht ausgehen. Im übrigen können auch in westlichen Staaten versuchte Festnahmen mit dem Tod des Verdächtigen enden, ohne dass die USA beteiligt wären.

Ich weiß auch nicht, worüber man sich freuen soll. Osama bin Laden hatte schon lange nur noch symbolischen Einfluss. Al Quaida wird ohne ihn genauso weitermachen, wenn nicht sogar schlimmer und er gilt nun sogar noch als Märtyrer.

Die genaue Rolle Bin Ladens in den vergangenen Jahren ist Gegenstand vieler Spekulationen, aber als gesichert darf gelten, dass sich eine Vielzahl islamistischer Irrer nach wie vor bei ihren Gewalttaten oder Androhungen auf ihn berufen hat. Insofern war sein Einfluss, selbst wenn er nur noch symbolischer Natur gewesen sein sollte, keinesfalls zu unterschätzen. Weit wichtiger ist aber die Tatsache, dass ihm mit seinem Tod der Nimbus der Unangreifbarkeit genommen wurde.
 
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