Hmmm, heute übe ich mich mal in Whataboutism:
Wo, bitte, ist die hier gezeigte Empörung z.B. bei Hundeschauen, wo 'Muttis Liebling' mit Schleifchen im Haar frisch geföhnt und möglichst maximal vermenschlicht durch Kostüme und anderes Brimbamborium 'hübsch' aussehen soll, damit 'Mutti' einen Preis gewinnt?
Wo ist die 'tierschutzbewegte Wut- und Hutbürgervereinigung', wenn es um Qualzuchten geht wie z.B. Hunde mit dem Merl-Gen, weil es so 'schick' aussieht (bei reinerbig Merl-Gen gezüchteten Hunden sind 3 von 4 Welpen nicht überlebensfähig und müssen getötet werden; bei mischerbigen Zuchten kann das auf jedes 4. Tier zutreffen), bei Hunden, die unter ständig entzündeten, aufgerollten Augenlidern, Atemnot wegen verkürzter Schnauzen leiden ('Ach, wie süß!'); bei Hunden die nach 6-7 Jahren wegen der inzestuösen Zucht Hirntumore entwickeln und alles angreifen, was sich bewegt (Dt. Schäferhunde); Doggen, die eine (sehr krankheitsgeprägte) Lebenserwartung von nur 6-8 Jahren haben, da auch sie inzestuös gezüchtet werden - wegen der Farbreinheit? Wo ist der Aufschrei gegen solche Züchtungen?
Es ist SO LEICHT, sich zu empören, wenn solche Szenen wie das mit der Frau Scheu durch das TV und die (a)sozialen Medien rauschen. Gut fände ich es, wenn viel weniger Leute diesem Empörungsreflex einfach so nachgeben würden.
Hilft meine Empörung hier und jetzt auch nur einem gequälten Tier? Wohl eher nicht.
Aber ich kann meinen 'Wutbürgerbauch' tätscheln und mich ach so wohlfeil, überlegen und - Achtung! - gutmenschlich fühlen.