Zitat von Lell für Deutschland;620384:
Heute haben vor allem die Überraschungsmomente gefehlt. Zu selten wurde mal durchgesteckt, Steilpässe waren Mangelware - und wenn es versucht wurde, fehlte oft die Präzision. Hannover hat sich auf die Defensive beschränkt und ist damit gut gefahren. Gegen diesen massiven Abwehrblock hatten wir sehr große Probleme. In solchen Spielen fehlt einfach diese eine zündende Idee, dieser eine Glücksschuss, diese eine Einzelaktion, die dann zum Tor führt. Diego, ich vermisse dich!
Und die bank geht immer noch so heute.
Wie oft haben wir gerade solche Spiele gegen destruktive Gegner, gegen ,,massive Abwehrblöcke" erlebt? Vor allem in den Jahren mit Diego ... en masse!!
Durchgesteckt, Steilpässe, Präzision, zündende Idee....... genau das fehlt uns öfter, und zwar bereits seit 2006, da hast Du recht.
Richtig ist besonders der Part mit der Einzelaktion, dem Glücksschuss, denn einzig und allein dies fehlt uns nun wirklich, wenn Spiele so wie heute laufen. Da macht sich der Abgang Diego`s massiv bemerkbar.
Aber gerade deswegen muss und wird die Mannschaft lernen, als Team zu funktionieren und nicht mehr von Einzelaktionen abzuhängen, denn genau DAS hat uns in den letzten drei Jahren ebenso viele Punktverluste eingebracht wie gegen H96 oder Frankfurt. Werder bewegt sich in einem Findungsprozeß, der angesichts der stärker gewordenen Konkurrenz sehr, sehr wichtig ist. Es geht darum, der seit 2006 stagnierenden spieltaktischen Entwicklung zu begegnen, eine Chance zu nutzen, die uns erst durch den Diego-Abgang eröffnet wurde und andernfalls weiterhin gefährlich blockiert worden wäre. Die Flexibilität im Spiel, die seit Micoud/Ernst/Lisztes praktisch abhanden gekommen war, muss sich nun erst wieder neu entwickeln und ich glaube fest daran, dass TS und die Mannschaft das schaffen werden. Daher sind derartige Erfahrungen wie im Hannover-Spiel wichtig, der Ruf nach Diego in diesem Zusammenhang allerdings absolut deplatziert.
Ja, das ist richtig. Nur frage ich mich, wie lange das bei Werder noch dauern soll, bis die Mannschaft endlich mal
auf dem Platz auf sowas entsprechend reagieren kann? Ich meine, spätestens Mitte von HZ 2 müssten doch irgendwann alle, auch unser Trainer, gemerkt haben, dass wir mit diesen elendigen Flanken aus dem Halbfeld und mit dem Spiel durch die Mitte nicht weiterkommen. Warum wird dann nicht mal auf dem Feld was an der Taktik geändert, mal mehr Leute auf die Aussen beordert, mit der Anweisung, endlich mal zur Grundlinie durchzugehen und von da zu Flanken. Es kann doch echt nicht so schwer sein. Ob Hannover nun gemauert hat oder nicht, ich hab immer das Gefühl, Werder kann nur den Schuh runterspielen, den sie vor der Partie aufgetragen bekommen, und wenns nicht klappt, jammern hinterher alle wieder über den tief stehenden Gegner. Das hab ich mir ja ein paar Jahre lang angehört, aber so langsam mag ich das als Ausrede nicht mehr gelten lassen.
Geduld, Geduld, lieber StoneCold, das wird schon!
Was über Jahre vernachlässigt wurde, kann nun nicht plötzlich umgehend funktionieren.
Sachlich hast Du vollkommen recht. Nur haben wir die offensive Dreierreihe hinter einem Mittelstürmer schon einmal gespielt - nicht schlecht, wie ich meine! Danach - zwar in etwas abgewandelter Form vorgetragen - wurde gegen Gladbach sogar ein tiefstehender Gegner geknackt. TS hat mittlerweile drei Systeme in fünf Partien getestet, das ist in seiner Trainer-Laufbahn einzigartig. Doch er wird nicht durchgängig abrücken von seiner über Jahre geliebten Raute, die schon immer das Flügelspiel nahezu unmöglich machte. Sollte Schaaf allerdings das schaffen, was Du beschreibst, nämlich im Spiel umzustellen, wäre`s riesig. Aber kann nun mal nicht alles von jetzt auf heute passen....