Irgendwie erinnern mich die Diskussionen um Moisander an die um Vestergaard und besonders an die um Mertesacker.
Ich habe gestern furchtbar geflucht wegen des Aufbaupatzers vorm 2:2. Das ging zum Gutteil auf seine Kappe und hat Leverkusen endgültig ins Spiel zurück gebracht. Er wird auch immer mal wieder solche Fehler mit Ball, und auch gegen den Ball drin haben. Demgegenüber stehen aber unheimlich viele Aktionen wie Verlagerungen, der lange Ball, welcher die Außen öffnet, Tiefenpässe, vorne Reinstoßen in Wechselwirkung, die unser Aufbauspiel in sämtlichen Facetten binden wie UHU Kleber. Plus die vielen wichtigen Aktionen wie Kommandos und permanent die Höhe des Abseits vorzugeben, oder durch ein einfaches Positionsspiel das Signal zu setzen, wann und wo der Ball hin muss, wann der Mitspieler alleine gehen kann, und wo gesichert wird.
Merte wurde auch mal überlaufen, verlor ein wichtiges Kopfballduell, wurde beim Rausrücken kalt erwischt, analog Wesergaard. Das sind eben die individuellen Szenen, die dem gemeinen Fan in Erinnerung bleiben. Trotz dieser offensichtlichen, immer wiederkehrenden Fehler sind/ waren Mertesacker und Vestergaard bei all ihren Stationen unumstrittene Abwehrchefs. Und das hat Gründe. Mir ist ein Moisander wesentlich lieber, der ab und an solche Böcke einstreut, dafür aber mit seiner Spielübersicht ein absoluter Lenker der Hintermannschaft ist. Und sein Spiel beinhaltet nunmal auch Risiken. Für mich sind das kalkulierte Risiken, die im Verhältnis zu seinen anderen Eigenschaften selten ins Gewicht fallen.
Er hatte gestern einen durchwachsenen Tag. Aber seine Fehler hingen mE auch oft mit der mangelnden Ballsicherheit der Nebenleute zusammen. Davon abgesehen war Vjelkovic gestern unser Schwachpunkt (wie schon auf Schalke), nicht Moisander.