Ich interessiere mich für die Straße, die gesperrt wird.
Von der Strasse in meiner Gegend finde ich kein Bild
aber: extra für dich die wertvolle Info:
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Krötenwanderung auf der B 10
Baden-Württemberg. Im März dieses Jahres musste die Polizei ein neues Teilstück der Bundesstraße 10 zwischen Eislingen-Ost und Süßen mehrfach sperren: Tausende von Kröten waren auf dem Weg zu ihrem Laichtümpel. Da auf dem neuen Teilstück das Verkehrsaufkommen noch relativ gering ist, führte die Sperrung zu keinen größeren Problemen. Das wird sich allerdings bald ändern, denn ab Frühjahr 2011, wenn die Bauarbeiten an einem weiteren Teilstück der B 10 fertiggestellt sein werden, wird der gesamte Verkehr über die neue B 10 rollen und das Verkehrsaufkommen voraussichtlich deutlich steigen. Das Regierungspräsidium Stuttgart, das für die Planungen der Straße verantwortlich zeichnet, war sichtlich überrascht von der Kröteninvasion, sollte es doch dort eigentlich gar keine Krötenpopulation geben. So zumindest die Aussage eines faunistischen Gutachtens aus dem Jahr 1996, das im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erstellt wurde. Seltsam nur, dass die Kommunalentwicklung Baden-Württemberg GmbH bereits ein Jahr zuvor, also im Vorfeld der Erstellung des Gutachtens, im Rahmen der „Planfeststellung Süßen B 10/B 466/K 1404“ auf Amphibienwanderungen hinwies und zugleich monierte, dass diese bei Umweltverträglichkeitsuntersuchungen (UVU) nicht behandelt wurden. Auch der örtliche Naturschutzbund Deutschland wies auf das Vorhandensein der Krötenpopulation hin und forderte entsprechende Schutzmaßnahmen. Die Gemeinde Süßen als Empfänger der Warnungen des Naturschutzbundes und der Kommunalentwicklung leitete die Hinweise im Mai 1995 an das Regierungspräsidium Stuttgart weiter. Dort aber schenkte man den Hinweisen entweder keine Beachtung oder nahm diese nicht ernst, vielleicht versandeten diese dort auch einfach.
So oder so, das Ergebnis ist bekannt: In einer Gegend, in der laut Gutachten keine Kröten vorkommen, gibt es tausende davon, und die verursachen jetzt die Probleme. Da eine einfache Sperrung zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen B 10 nicht mehr ausreichen und erhebliche Verkehrsprobleme verursachen wird, zudem das Leben und die Gesundheit der Kröten und natürlich der Autofahrer geschützt werden müssen, wird jetzt nach einer wirksameren und nachhaltigeren Lösung der Problems gesucht. Abhilfe soll die Anlage eines neuen Laichtümpels schaffen. Dieser soll rund 10.000 Euro kosten. Allerdings weiß niemand mit Sicherheit, ob die Amphibien den Tümpel auch annehmen, sind Kröten doch als ausgesprochen standorttreu bekannt. Weiter erwägt das Regierungspräsidium Stuttgart zusätzlich zu der Anlage des Laichtümpels dauerhafte Amphibiensperranlagen zu errichten, damit die Tiere künftig nicht mehr auf die Straße gelangen können. Die Kosten dafür sind noch nicht ermittelt worden. Es ist also zu befürchten, dass das Regierungspräsidium jetzt mit viel Geld einen Fehler korrigiert, der nicht hätte passieren müssen, wären die Hinweise auf die Kröten seinerzeit bei der Planfeststellung ernst genommen oder überhaupt beachtet worden. Übrigens, im Herbst werden die Kröten wieder von ihrem angestammten Laichgewässer zurückkehren und dabei wieder die B 10 passieren. Autofahrer sollten sich also wieder vorsorglich auf Umwege einstellen."