Einigen ist zu empfehlen die grünweiße Özil Brille abzunehmen, und etwas Geduld zu tanken. Ich sage es nochmal, Özil ist gerade mal 20 Jahre alt! Seine Zeit wird kommen, so oder so, er wird seine Chancen in der Nati bekommen, vielleicht schon bei den nächsten Länderspielen, und dann liegt es allein an ihm, ob er sie nutzt oder nicht. Auf jeden Fall schadet es seiner Entwicklung nicht im Geringsten, wenn er noch ein bißchen Spielpraxis in der U21 tankt, ich wiederhole mich: er hat noch Zeit!! Auch rein Leistungstechnisch war es für Löw eben die Qual der Wahl, Marin war die letzten Spiele extrem stark, und da ist es aus neutraler Sicht völlig legitim, ihn für diese Spiele noch "vorzuziehen", da er auch schon länger dabei ist. Ein Khedira beispielsweise wurde nach seiner ersten Nominierung auch nicht direkt wieder nominiert für die nächsten Spiele, man baut die Leute eben langsam auf und ein, das hat also auch nichts mit Antipathie gegen Mesut zu tun.
Grundsätzlich stimem ich dir zu- allerdings bin ich kein großer Freund der Theorie "der Entwicklung Zeit geben durch Spielpraxis".
Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Özil körperlich ausgewachsen ist und alle Voraussetzungen mitbringt, athletisch mitzuhalten; ja, er ist sogar athletischer als viele andere Spieler.
Auch verfügt er über die notwendige Technik im Übermaß, die erforderlich ist, um dort zu bestehen.
Was kann ihm also fehlen -
1) Erfahrung: wo sonst bekommt er die als auf der großen Fussballbühne.
2) Reife - ich denke, es gibt für jede spezielle Herausforderung ein spezifische Reife: Bundesliga, U21, A-Länderspiele. Kommt man von dem einen Spielfeld, hat man das Können und die Reife hierfür, wird aber immer noch eine andere Dimension spüren, betritt man das nächst größere Spielfeld.
Kann also langes Herumspielen auf unteren Bühnen die spezifische Reife auch für die nächste Dimension - A-Elf - herbeiführen? Vielleicht kann dies die spezifische Reife etwas vorbereiten, aber sicher nicht ersetzen. Sagt man den jungen talentierten Spielern immer "sie seien noch nicht soweit", manifestiert sich diese Einstellung auch im Kopf, die später erst mühsam wieder überwunden werden muss. Lasst sie doch einfach drauf losspielen, so wie es in anderen Ländern auch mit jungen Spielern geschieht. Eine Grenze kann ja nur eine mentale sein, je mehr man sie aufbaut, desto schwieriger wird es für die Spieler, sie später zu überwinden und im Kopf "weltmeisterlich" zu sein.
Gibt es nicht in anderen Nationen viel früher "Stars" (von außergewöhnlichen Naturtalenten mal abgesehen), weil man ihnen nicht einredet, sie bräuchten noch Zeit?
Ich finde, wer gezeigt hat, dass er es kann, darf auch loslegen...