War zu erwarten, dass man ihn noch auf Leihbasis abgeben würde, auch wenn es mich im Enddefekt doch etwas verwundert, denn Dutt schien eigentlich viel von ihm zu halten und hat ihm -für viele Experten und U23-Beobachter überraschenderweise- frühzeitig zum Bundesligadebüt verholfen. Warum er jetzt nicht mehr auf ihn setzt? Keine Ahnung. Vielleicht, weil es Dutt ist, vielleicht, weil Selke ihn dank der grandiosen U19 EM überholt hat, vielleicht, weil kein Platz im System mehr für ihn ist. Wobei, vergesst den letzten Punkt, ein System haben wir ja nicht. Für am realistischsten halte ich den in medias res genannten Punkt, Selke hat ihn (wie Busch es mit Zander auf Grund dessen Verletzung getan hat) einfach in der Rangfolge eingeholt, daher wenig Chancen auf Einsätze im Profiteam, weshalb er vorzugsweise in der U23 ranmüsste, für welche er aber widerum bereits zu weit in seiner Entwicklung; zu stark ist. Die Leihe zu einem ambitionierten Zweitligisten also der logische Schritt, dazu nahe an der Heimat, passt doch. Das Finanzierungskonzept, nämlich das die Leihgebühr mit jedem Einsatz sinkt, gefällt mir im Übrigen auch, denn davon profitieren im Enddefekt beide. Spielt er viel, spricht das für seine Qualität, er bringt Union also voran; geht den vielleicht nächsten Schritt in seiner Entwicklung, kehrt dann gestärkt zurück und steigert gleichzeitig seinen Marktwert. Spielt er nicht; wird ihm also ein Jahr, um sich weiterzuentwickeln, genommen, sieht Werder wenigstens Schotter. Lediglich die Kaufoption in dieser Höhe, so sie denn überhaupt der Wahrheit entspricht, wirft einige Fragen auf. 1 Millionen ist für Union eigentlich ein nicht stemmbarer Preis und zurzeit auch stark über seinem eigentlichen Marktwert angesetzt. Union würde diese Summe also allenfalls dann zahlen, wenn Kobylanski die zweite Liga quasi im Alleingang zerbomben würde und würde ihn dann ggf. sofort weiterverkaufen und so natürlich einen Gewinn erwirtschaften. Werder widerum würde der Gewinn aber dann durch die Lappen gehen. Spielt Kobylanski allerdings eine durchschnittliche; unspektakuläre Saison, wird Union die Kaufoption auf gar keinen Fall ziehen, vielleicht Nachverhandlungen suchen, um Kobylanski unter der vereinbarten Summe abwerben zu können. Gibt es jetzt natürlich viel Interpretationsspielraum über dieses Geschäftsmodell, allerdings gehe ich stark davon aus, dass wir Kobylanski nicht nur für eine Saison verabschieden dürfen, sondern ihn nicht mehr in Bremen wiedersehen werden. Sieht für mich nämlich danach aus, als hätte es ein Zeichen seitens TERD gegeben, dass man nicht mehr mit ihm plane und jetzt hofft man einfach, am Ende noch irgendwie 'ne gute Summe für ihn rausschlagen zu können.