Generell ja sehr löblich, aber irgendwann sollte man auch einfach aus der Vergangenheit lernen und Parallelen in seiner Arbeitsweise erkennen können, vor allem wenn so exorbitant viele Parallelen zu seinem Scheitern in zurückliegender Tätigkeit sichtbar werden. Markus Anfang schafft es trotz seiner einfachen, naiv-kumpeligen - negativ gesprochen eher tölpelhaften - Art irgendwie Kompetenz zu suggerieren, vielleicht auch durch Mitleid, eher aber durch sein ständiges Gelaber von einem System, das durchschaubarer nicht sein kann. Er macht das durchaus geschickt, hat es dadurch geschafft als "Laptop-Trainer" zu gelten, obwohl er eigentlich das Gegenteil davon ist, da diese als geschickte Analysten durch taktische Flexibilität glänzen können und nicht stur an einem fehlerhaften System festhalten. Dass trifft doch eher die Einsteinsche Definition von Idiotie.
Innerhalb der FC-Fangemeinschaft gab es dieselben Debatten wie hier, das ist schon erschreckend, wie sich das alles ähnelt. Obwohl jeder mit Fußball- und Menschenkenntnis nach wenigen Wochen gerafft hat, was für eine Type Markus Anfang darstellt, spaltete sich die Anhängerschaft in zwei polarisierende Lager, die am Ende aber wieder zusammen fanden in der abschließenden Analyse, dass Anfang ein strunzdummer Blender ist. Die einen haben sich blenden lassen, auch, bzw. vorwiegend aus guten Motiven, die anderen haben recht früh ihrem Gefühl und der Realität auf dem Platz vertraut.
Ob man sich jetzt dem Klischeebild hingibt (Kölner Erwartungshaltung, Bremens schwierige Bedingungen usw.) bleibt jedem selbst überlassen, es sind aber Ausreden, denn in Wahrheit unterscheiden sich beide Vereine gar nicht so exorbitant, wie irgendwelche rückwärtsgewandte Fußballromantiker gerne betonen möchten. Weder ist Köln der unrealistische Emotionszirkus, zu dem wir immer medial gemacht werden, noch ist Bremen der ruhige, aber erbärmlich geführte Katastrophenverein, zu dem er jetzt gerne stilisiert wird. Die Wahrheit liegt oft in der Mitte - und Anfang liefert einfach nicht. So wie Anfang mit einem Kölner Kader die Liga dominieren musste, muss er mit Leuten wie Bittencourt, Ducksch, Schmid und Mbom, die in der zweiten Bundesliga zur absoluten Elite gehören und dazu den gestandenen, erfahrenen Nationalspielern wie Pavlenka, Veljkovic, Toprak oder Assale zumindest um den Aufstieg mitspielen, alles andere ist Alibi Gequatsche. Beides hat er (bisher) nicht geschafft, woran das liegt ist offensichtlich.