Dieses Geschachere um Sportvereine geht mir so massiv auf den Keks. Deshalb interessiert mich der internationale Fussball auch nicht mehr die Bohne (einschließlich unseren Spielen in der CL) und sollte in Deutschland die 50+1 Regel fallen fällt im selben Moment mein Interesse an der Buli gen 0.
Früher oder später wird es aber soweit kommen. Hätte 96 damals weiter gemacht und nicht aus Angst um den guten Namen die Sache ruhen lassen, dann wäre die Regelung früher oder später auf ihre Vereinbarkeit mit dem EU-Recht hin überprüft worden. Ein Ergebnis ist da sicher schwer vorherzusagen, aber ich denke mal, dass die Sache kassiert worden wäre. Gibt genug Leute, die bei den letzten Diskussionen auf den Sack bekommen haben (Kind, Hopp, FSV Frankfurt) und früher oder später in die gleiche Kerbe wieder hauen werden. Dann werden sie die Sache auch durchziehen.
Aber auch so wie die Regelung zur Zeit noch existiert, ist sie doch nur eine hohle Phrase. Erstens werden Ausnahmen für entsprechend potente Unternehmen gemacht (VW, Bayer). Denen gesteht man dann einfach mal so 100% der Stimmanteile zu und gibt als fadenscheinige Begründung die vergangene "erhebliche" Förderung des Fußballs an (was ist eigentlich mit den Verdiensten der Traditionsvereine, die stattdessen in der zweiten Liga kicken müssen??). Oder es läuft so wie in Hoffenheim, wo Hopp zwar nur 49% der Stimmanteile hat, aber dafür fast 100% des Kapitals (samt Stadion) stellt. Das ist auch nichts anderes, als ne faktische Kontrolle des Vereins, da er von einem Tag auf den anderen das Licht für immer ausknipsen kann, wenn ihm etwas nicht passt.
Ich will diese ganzen Modelle gar nicht kritisieren, nur wenn man so etwas macht, dann sollte einfach eine gewisse Chancengleichheit geboten werden. Oder man macht es gleich richtig und formuliert entsprechende knallharte Regelungen, die für alle gelten (und dann früher oder später sowieso fallen).
Momentan wird, auch aus Angst vor den Reaktionen der Fans, eine Pseudo-Regelung aufrecht erhalten. Diese schafft lediglich unbegründbare Ausnahmen, Schlupflöcher und macht Beteiligungen von Investoren (gerade aus dem Ausland) ziemlich unattraktiv. Es ist einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Demnächst kommt mit RB ein weiterer Konzern hinzu, der eine Möglichkeit aufzeigt die aktuelle Handhabung zu umgehen (bzw. dies bereits getan hat).
Es scheint so, als wolle man ein bißchen 50+1 für die Fans aufrecht erhalten. Dies geht im Grunde aber nur zu Lasten der ("Traditions-")Vereine, die gewachsene und geklärte Stimmrechts- und Kapitalverteilungen haben.