Und doch steht diesmal all das im Schatten einer größeren Sache, die weit über das sportliche hinausgeht: Die große Mehrheit der Barca-Fans will das Duell der spanischen Topklubs mit ihren Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu einer politischen Demonstration machen.
In einer gewaltigen Choreographie wollen die 98.000 Anhänger in Camp Nou ein Mosaik der katalanischen Flagge bilden.
Und pünktlich nach 17 Minuten und 14 Sekunden soll in beiden Halbzeiten das Wort "Independencia" durchs Stadion hallen, der Ruf nach der Unabhängigkeit Kataloniens - eine Anspielung auf das Jahr 1714, als die Region sie verlor.
Es ist ein Wunsch, der zahlreiche Katalanen umtreibt, seit ihr ohnehin angespanntes Verhältnis zum spanischen Mutterland durch die nationale Sparpolitik in Zeiten der Euro- und Schuldenkrise weiter verschärft wurde.
Artur Mas, Präsident der Region, will sich am 25. November mit einem Wahlsieg den Segen für ein Referendum einholen, in dem über eine Loslösung Kataloniens entschieden werden soll. Eine knappe Mehrheit ist laut Umfragen dafür.
Zu ihr gehört der ehemalige Barca-Coach Josep Guardiola, der sich per Satellit zu einer Massendemonstration am 11. September - dem Nationalfeiertag der Katalanen – zuschalten ließ und erklärte: "Hier ist eine weitere Stimme für die Unabhängigkeit."
Vor diesem Hintergrund gilt der anstehende Clasico als der politisch brisanteste seit dem Fall der Franco-Herrschaft 1975