Vielleicht an dieser Stelle noch ein Paar Worte zum NDR 2 Plaza-Festival am vergangenen Freitag (für die Interessierten):
Wie zuvor schon geschrieben, bin ich dort lediglich als eine Art Lückenfüller für kurzfristig abgesprungene Bekannte anwesend gewesen und ich selbst hätte mir niemals Karten für dieses Openair gekauft, schließlich entspricht der Großteil jener Künstler, die dort aufgetreten sind, überhaupt nicht meinem Geschmack.
Grundsätzlich muss ich sagen, dass meine Erwartung, nämlich bei Passenger kreischende Teenies und Frauen Ü50, die ihre Jugend wieder aufleben lassen möchten, zumindest halbwegs bestätigt worden ist...

Das hat die ganze Sache allerdings anscheinend noch nicht schlimm genug gemacht, denn hinzu kam das weniger unterhaltende Bühnenprogramm zwischen den verschiedenen Auftritten sowie die insgesamt doch tendenziell eher schwache Stimmung. Die nicht unbedingt gute Stimmung lässt sich allerdings in meinen Augen recht plausibel erklären: Erste und wohl ziemlich bedeutsame Problematik war die Tatsache, dass die verschiedenen Protagonisten das Publikum, welches auf das Alter bezogen recht breit aufgestellt gewesen ist (von Kleinkindern bis zu Personen im Rentenalter war jede Altersklasse zuhauf vertreten), nicht unbedingt abgeholt und mitgenommen haben (einzig Johannes Oerding und den Sportfreunden ist dies gelungen!), was allerdings auch durchaus an fehlender Bereitschaft beim Publikum -und da nehme ich meinen Kumpel und mich logischerweise überhaupt nicht aus- mitzumachen gelgen haben könnte, schließlich sind doch viele Leute hauptsächlich für lediglich eine Band angereist. Zweites Problem war meines Erachtens nach eines im technischen Bereich, denn der Gesang war zeitweise nahezu überhaupt nicht zu verstehen und ist lautstark von den Instrumenten und dem Bass übertönt worden.
Jetzt vielleicht noch ein paar Worte zu den einzelnen Gigs:
1. Den Anfang machte die Nachwuchsband "Tonbandgerät", bei welchen das oben angesprochene technische Problem deutlich am stärksten ausgeprägt gewesen ist und welche mir, obwohl ich mit Deutschpop/rock sonst durchaus etwas anfangen kann, nicht gefallen haben.
2. Nachfolgender Auftritt dann von Andreas Bourani, von welchem ich mir mehr versprochen hatte. Ich weiss nicht, ob er einfach keine Songs anderer Art im Repertoire hat, denn ich höre ihn sonst eigentlich nicht, allerdings hat er lediglich auf langsame und stille Lieder gesetzt, was ein so breit aufgestelltes Publikum natürlich weniger mitziehen kann. Selbst "Auf uns", welches meines Erachtens nach eine ziemlich klasse Hymne für die Weltmeisterschaft sein könnte und perfekt zum lauten Mitsingen geeignet ist, hat er sehr verhalten und still präsentiert.
3. Johannes Oerding war der dritte Künstler, der sein Können zum besten gab und für mich bis dahin und auch den gesamten Tag betrachtend neben den Sportfreunden absoluter Höhepunkt. Oerding kam ziemlich cool rüber und ihm ist es gelungen, das Publikum einzubinden und zum Mitmachen zu bewegen. :daumen:
4. Passenger. Nicht unbedingt meine Musik, insgesamt aber durchaus o.k., vor allem natürlich wegen seiner sympathischen und lockeren Art. Hat viel mit dem Publikum gescherzt und natürlich einiges an Gefühl in der Stimme.
5. Amy MCDOnald: / (nicht angesehen/angehört).
6. Sportfreunde Stiller: Geil! Zählen ohnehin zu meinen favorisierten deutschsprachigen Bands und haben gestern durchaus überzeugt. Bei denen ist das gesamte Publikum von der vordersten bis zur hintersten Reihe (es hatte sich im Vergleich zum Anfang doch sehr gefüllt) voll mitgegangen und hat für ein klasse Bild gesorgt! Leider konnte ich mir ausgerechnet die Sportfreunde nicht mehr komplett ansehen, da ich sonst den Zug verpasst hätte, weshalb ihr Auftritt für meinen Kumpel und mich mit "ein Kompliment" endete, wir aber leider "Applaus, Applaus" verpasst haben...
