Naja, nicht wirklich. Von einer Medienhetze, deren Druck man sich beugen musste, wurde hier kein Wort mehr verloren.
Ich hatte das auch nie von Fischer so verstanden, dass sich Werders GF "dem Druck der Medienhetze" gebeugt hätte oder beugen musste. Eher: Mit TS ist die Erwartungshaltung von außen, die sicher durch die Medien transportiert und verstärkt wurde/wird, nicht mehr passend auf Werder im IST-Zustand. Denn:
Ja, damit hat er vielleicht auch Recht. Wir Fans haben ja teilweise jetzt noch den Anspruch, dass es auf schnellstem Wege wieder in die CL geht.
Denn so war es. Ein ausgerufener Umbruch war kein Umbruch, ausgegebene Ziele wurde nach oben korrigiert, der große Qualitätsverlust (nicht Potenzialverlust) wurde im TS-Thread häufig als nicht existent beschrien, in den Spielerthreads andersherum wurde der Qualitätsverlust anerkannt, aber immer mit dem Rückwärtshaken "TS ist schuld an den Transfers und/oder der fehlenden Entwicklung", am Ende konnte TS sagen, was er wollte, es wurde als Zeichen seiner Inkompetenz, Sturheit, etc. ausgelegt. Sagte er "Dinge" (vielleicht sein Lieblingswort), war der Hohn und Spott nicht fern, gerne auch in "B*LD-drei-Pünktchen-Manier" ("..."), was ich persönlich ungefähr dreimal so schlimm finde, wie das häufige Nutzen eines Lieblingswortes. Kurz: TS konnte gar nicht mehr in Ruhe arbeiten, die Spieler ebenfalls nicht. Es wurden unpassende Vergleiche angestellt. Nicht nur hier, auch im worum, in den Medien, z.B. in Kommentaren zu Artikeln, in Umfragen in der B*LD, im WK, in der SKZ, bei Interviews.
Hier musste es also zu einer Anpassung Anspruch/Wirklichkeit, IST/SOLL, kommen.
Da kann man der GF nicht unbedingt den Kopf abreißen wollen, wenn diese selbst den Anspruch ein wenig zu lang hatte. Wir sollten zufrieden sein, wenn es mit dem (jetzt eigentlich erst wirklich so zu nennenden) Umbruch erstmal wieder in Richtung europäische Plätze geht.
Das meinte ich. Ebenso die Vorstellung, dass es in Richtung europäische Plätze gehen soll. Das ist zwar richtig, aber nichts anderen haben KATS etc. zum Saisonstart mittelfristig ausgegeben. Und mal ehrlich, nach der Hinrunde sah das auch noch so aus, dass es ganz gut klappen könne, zumindest für mich.
Solang wir nicht wieder um den Abstieg spielen müssen, hat der neue Trainer (sowie natürlich TE) bei mir aber auch ne ganze Menge Zeit, um hier wieder etwas aufzubauen.
Bei mir hat der Trainer diese Zeit auch dann, wenn wieder ein hartes Jahr bevorstehen sollte. Denn niemand kann zaubern. Wir werden im Sommer viel Qualität und Potenzial verlieren und sie durch Qualität und weniger Potenzial auffüllen. Es bleibt zu hoffen, dass es nächste Saison wieder ein paar Teams in der Liga gibt, die es noch schwerer haben, etwa Braunschweig, Augsburg, (Hertha), K'lautern/Hopps und zudem, dass einige Teams, die diese Saison besser waren als erwartet, ausgekauft werden bzw. sich auf einem niedrigerem Niveau einpendeln: Frankfurt und Freiburg, zudem noch weiter H96 und Gladbach etc.
Das fand ich interessant. In dem "Textinterview" klang das ziemlich danach, dass er sich in den beiden Sündenböcke suchen wollte. Nun habe ich das grundsätzlich anders verstanden. Man hat weiter an dem System festhalten wollen, schwierige aber hochtalentierte Spieler einbauen zu wollen und durch den Anspruch CL, von dem man sich zu spät trennte, kamen dann auch Verpflichtungen wie die von Elia oder MA zustande, weil man dachte, diese könnten uns wieder nach oben bringen.[...]
Ich habe das nie so verstanden, dass es an den beiden gelegen haben soll. Fischer lieferte eine Systemkritik, keine Personenkritik. Im übrigen wurde MA geholt, um die CL als Ziel zu halten. Die Problematik war mMn nach eben, dass man zu viele dieser Spielertypen geholt hat, jeweils für teuer Geld, gleichzeitig aber die gefestigten Spieler in Masse abgegeben hat. Ein, zwei Diven hätte Werder sicher verkraftet, wenn es denn sonst ein stabiles Gebilde gegeben hätte.