Der Anfang des Umbaus ist vielversprechend, die derzeit kursierenden Nachrichten aber eher beunruhigend.
Mit Ekici und Trybull hat man zwei der hoffnungsvollsten Youngster ihres Jahrgangs verpflichtet und scheint somit wieder zu alten Tugenden zurückgefunden zu haben, allerdings verstehe ich nach wie vor nicht, wie wechselhaft man mit anderen Personalien umgeht.
Bei Pasanen bin ich zwar der Meinung, dass es durchaus Sinn macht, den Fehler des frühzeitigen Abschieds zu korrigieren, aber es bleibt die Unentschlossenheit der Vereinsführung ebenso hängen, wie ersichtlich wird, dass Werder keine klaren Vorstellungen über mögliche Neuzugänge hat. Hier scheint mir ein massives Gambling praktiziert zu werden, ohne klare Nummer 1 Vorstellungen zu haben.
Da, wo andere Clubs klar sagen, wen sie haben wollen, und den Transfer nicht zuletzt aufgrund guter Kontakte zu den Spielern selbst schnell und sicher, aber dennoch nicht überteuert eintüten, wurschtelt Werder ein wenig herum. Dortmund bspw. legte sich klar auf Perisic und Gündogan fest - und bekam sie auch. Die Bayern legten sich klar auf Petersen und Neuer fest - und bekamen sie auch.
Selbst die Wanderer zwischen den Welten scheinen Werder da momentan einen Schritt voraus zu sein. Wenn man sich die Transfers von Borussia Mönchengladbach ansieht, dann muss man festhalten, dass ein Konzept zu erkennen ist. Matthias Zimmermann und Lukas Rupp sind sehr vielversprechende Talente, das Tafelsilber des KSC - und schon eingetütet, die Verpflichtung von Oscar Wendt steht kurz vor dem Abschluss. Drei Transfers, die auch Werder gut zu Gesicht gestanden hätten - und bezahlbar gewesen wären.
Bei Werder hingegen kursieren mit Lukas Schmitz (von dem ich im Übrigen nahezu gar nichts halte) und Ivan Obradovic allein für die linke Seite wieder einmal nur zwei "Kann-", aber keine "Muss-"Verpflichtungen, mit Sokratis Papastathopoulos und Sebastian Jung sieht es in der Innenverteidigung nicht anders aus.
Ohne Frage, es ist positiv, wenn man mehrere Lösungsansätze für die eigenen Problemfelder hat, aber hin und wieder wäre es auch von immensem Vorteil, einem Spieler klar zu vermitteln, dass man ihn unbedingt haben will.
Wenn dann noch zähe Hängepartien wie in den Fällen von Markus Rosenberg und vor allem Dominik Schmidt hinzu kommen, dann wird das Wirrwarr perfekt. Während man bei Rosenberg einen Spieler zurückbekommen wird, den man unter Umständen brauchen könnte, scheint man auf dem besten Weg zu sein, sich mit Schmidt einen unterdurchschnittlichen Defensivspieler mittleren Alters für Jahre ans Bein zu binden, obwohl dieser laut seines Beraters keine vernünftigen Alternativen hat. Jedenfalls würde ich weder den VfL Bochum, noch QPR als solche bezeichnen.
Ich würde mir wünschen, dass man sich auf der linken Seite völlig neu orientiert und hinterfragt, ob man überhaupt einen Spieler dort benötigt. Schließlich ist man in einer Saison ohne internationale Belastungen mit Silvestre und Boenisch eigentlich recht ordentlich aufgestellt.
In der Innenverteidigung würde ich mir Papastathopoulos wünschen, nach Möglichkeit als Leihgeschäft mit moderater Kaufoption. Bei ordentlicher Entwicklung könnte ich mir gut vorstellen, dass er mittelfristig dazu in der Lage wäre, Mertesacker mehr als nur zu ersetzen. Sebastian Jung dagegen sehe ich in seinem Potential ähnlich begrenzt, wie einen Dominik Schmidt - oder den ebenfalls mal gehandelten Marco Russ.
Eine Verlängerung von Schmidt würde ich dagegen völlig ablehnen, dazu ist, wie angesprochen, das Potential, das ich in ihm sehe, einfach nicht ausreichend - und zudem in der Vergangenheit zu viel negatives vorgefallen.
Ferner würde ich mir wünschen, dass man sich mal genauer mit Kevin Vogt vom VfL Bochum auseinandersetzt. Dieser hat eine extrem starke Debutsaison in der 2.Liga abgelegt und dürfte zu nem sehr vernünftigen Kurs zu haben sein.