Wir können euch trotzdem Sch... finden. Und damit stehen wir im Land sicherlich nicht alleine da.
Um es mal zu erläutern:
Ich habe nicht das geringste Problem damit, wenn ein Club wie Bayern bei anderen Vereinen Spieler oder Verantwortliche mit hohen Ablösesummen weglotst und mit gut dotierten Verträgen zu sich lockt. Die haben ihre Kohle nämlich durch jahrelangen Erfolg erwirtschaftet und sich selbst groß gemacht.
Diese unsägliche Betriebssportmannschaften, die hinter sich einen Milliardenkonzern haben und über mehr Kohle als alle anderen verfügen ohne ausgewiesenen sportlichen Erfolg, lösen allerdings zwangsläufig Brechreiz aus.
Das ist eben genauso wie der unangenehme Typ in der Schule der nur vom Geld von Papa lebt und das auch schön nach außen dokumentiert..
Ach, Du meinst auch Vereine wie Real, oder Barcelona, die sich ihre exessive Transferpolitik nur durch Schulden in fast schon Milliardenhöhe leisten können?
Denen jubeln komischerweise alle zu, auch in Deutschland.
Und dann steht da noch die Frage im Raum, woher kommt eigentlich der Leistungsvorsprung, den etwa Bayern München gegenüber den anderen hat?
Da muß doch irgendwann einmal ein Anfang gewesen sein.
Die Jahrhundertelf um Beckenbauer und Co. kann es nicht gewesen sein, denn am Ende der 70er war der FC Bayern faktisch pleite.
Es war zum Einen das neue, damals moderne Olympiastadion, das dem FCB zum größten Teil mit Bundesmitteln zur Verfügung gestellt wurde, und es waren die rein marktwirtschaftlichen Prinzipien, an denen sich zuerst ein Robert Schwan und dann ganz besonders ein gewisser Wurstbaron namens Uli Hoeneß mehr oder weniger skrupellos orientierten, während sich alle anderen noch lange scheuten, ehemals gültige sportliche Werte dem Erfolg und dem Kommerz zu opfern.
Es ist meiner Ansicht nach eine Frage der Moral und des sportlichen Wettbewerbs, wie man heute sieht, wer da was von hält.
Man kann da natürlich sehr ausgiebig darüber diskutieren, welchen Sinn Sport überhaupt hat und welchen Wertvorstellungen er folgen soll.
Eine philosophische Frage, die hier bestimmt nicht beantwortet werden kann, schon gar nicht von mir, die sich aber zunehmend dringend stellt und von der Gesellschaft bald beantwortet werden muß.
Ich bin immer noch der Meinung, daß es letztendlich egal ist, woher welches Geld kommt, solange der eine mehr hat als der andere, gleichgültig, aus welchen Gründen.
"Solides Wirtschaften" - man hört das so oft gerade in Verbindung mit den Bayern - im kapitalistischen Sinn kann im Sport nicht funktionieren, da immer andere auf der Strecke bleiben.
Wenn man das "solide Wirtschaften" der Bayern mal genauer unter die Lupe nimmt, kommt man zu ganz erstaunlichen Ergebnissen, die den Glanz und Gloria arg relativieren.
So manch einer, besonders die Bayern selbst, vergißt oder übersieht gerne, woher der FCB kommt und warum er heute das ist, was er ist.
Mir persönlich leuchtet nicht ein, wieso ein FCB in der faktischen Beurteilung besser wegkommen soll als Wolfsburg, Leverkusen oder auch Hoffenheim.
Bei den Bayern wird übrigens demnächst ein weiterer Investor einsteigen, der über 100 Mio bringen wird. Wo ist der Aufschrei?