Kevin wird also mit sofortiger Wirkung nach London zu Chelsea zurückkehren. Um ehrlich zu sein, habe ich, seit bekannt ist, dass Mourinho den Trainerposten übernehmen wird, auch mit nichts anderem gerechnet. Mourinho ist bekannt dafür, das Talent junger Spieler zu erkennen, sie in sein System zu integrieren und zu fördern, wenn er von ihnen überzeugt ist.
Und etwas anderes, als von de Bruyne überzeugt zu sein, kann man eigentlich überhaupt nicht sein. De Bruyne ist gerade einmal 21 Jahre jung, fester Bestandteil bei Werder gewesen und in der Nationalmannschaft. De Bruyne verfügt über enormes Potential, ist jemand, der das Spiel schnell machen, aber auch das Tempo herausnehmen kann, er beherrscht das Prinzip des Tempowechsels unglaublich gut. Außerdem ist de Bruyne technisch enorm versiert, schafft es, sich gegen mehrere Gegenspieler durchzusetzen, er bringt zudem eine gute Schusstechnik mit, ist außerdem in der Lage, öffnende Bälle zu spielen, ganz egal, ob lange centimetergenaue Diagonalpässe oder Bälle in den freien Raum. Wenn Mourinho sich diesen talentierten Spieler entgehen lassen würde, wäre er wahrhaftig dumm. Dass Mourinho von de Bruyne überzeugt zu sein scheint, zeigt sich im Übrigen allein daran, dass die Entscheidung über Kevins Zukunft nun schon so früh gefallen ist. Denn bis vor kurzem hieß es ja stets, de Bruyne solle die Vorbereitung mit Chelsea absolvieren und dann sehe man weiter, de Bruyne selbst hat eine Entscheidung frühstens nach seinem Urlaub erwartet.
Ein wenig schadenfroh bin ich übrigens, weil Leverkusen erneut nicht den Zuschlag erhalten hat. Allein die Nummer, welche Bayer Verantwortliche in Bezug auf einen möglichen Sokratis Transfer abgezogen haben, war unterste Schublade. Damals sprachen Verantwortliche Leverkusens ja davon, dass man sich mit Sokratis und Werder einig sei, obwohl Eichin kurz zuvor erst betont hatte, dass man noch meilenweit auseinanderliege. Und auch im Falle de Bruyne haben die Leverkusen Verantwortlichen das Bild, was man von Bayer hat gewinnen können, verdeutlicht. Holzhäuser nämlich sprach davon, dass er davon ausgehe, dass Chelsea zu dem stehe, was vereinbart worden sei. Eine solche Vereinbarung scheint es allerdings nie gegeben zu haben, da Chelsea sich bis vor kurzem selbst noch nicht im klaren darüber gewesen ist, wie es mit de Bruyne weitergehen soll und de Bruyne innerhalb Deutschlands ohnehin nur zum BVB wollte, falls es bei Chelsea (noch) nicht klappen sollte.
Im Übrigen gefällt es mir auch, dass er bei Chelsea bleiben wird, da mir der Club mittlerweile recht sympathisch ist. Zwar mag Chelsea enorm von Abramowitsch profitieren, jedoch verfolgt der Club mittlerweile ein klares Konzept, setzt auf junge Spieler und kauft nicht planlos auf dem Transfermarkt ein, sondern klug. Aber das führt zu weit vom eigentlichen Thema weg.