[Infopool] Stadionumbau

Werders Stadion-Umbau deutlich teurer

Es wird schön, es wird luxuriös – und es wird deutlich mehr kosten als geplant!

Auf der Jahreshauptversammlung staunten einige Mitglieder nicht schlecht, als Geschäftsführer Klaus Allofs (53) plötzlich mit neuen Zahlen zu den Kosten des Stadionumbaus um die Ecke kam.

Ursprünglich waren 60 Millionen Euro eingeplant, nach derzeitigem Stand wird er laut Allofs mindestens 76,25 Mio kosten – also 16,25 Mio mehr als kalkuliert!

Und es ist denkbar, dass das noch nicht das Ende der Kostenexplosion ist...

Nach BILD-Informationen hat Werder bereits 10 Millionen Euro der Mehrkosten von einer Bank als Kredit bewilligt bekommen. In Kürze soll ein zweiter Kredit über 6,25 Mio beantragt werden. Dass der Klub auch ein weiteres Mal von der Bank Geld bekommt, steht aber außer Frage: Werder ist kreditwürdig.

Die Frage ist, wie es zu den hohen Mehrkosten kommen konnte?

Grund sollen immer neue Veränderungen an der Bauplanung sein. Zu Planungsbeginn im Herbst 2006 waren die Ansprüche deutlich andere als heute.

Die letzte große Veränderung wurde beispielsweise erst im Januar 2009 im Trainingslager in Dubai beschlossen: ein neues Trainingszentrum samt Mehrzweckhalle in der Osttribüne. Aber auch die VIP-Bereiche in der (bereits fertiggestellten) Westtribüne sehen anders aus als geplant.

Wie werden die Kredite finanziert? Über die Mehreinnahmen der neun neuen Logen , 100 Business- und 137 Restaurauntplätze (Westtribüne), bzw. der 700 Businessplätze in der Osttribüne.

Werder zahlt die 16,25 Mio übrigens nicht, die muss die Stadion GmbH berappen. Daran hält der Klub zwar 50 Prozent – ins Risiko geht er aber trotzdem nicht...

Quelle: http://www.bild.de/BILD/sport/fussb...-umbau/weser-stadion-teurer-als-erwartet.html
 
Umbau der Ostkurve biegt auf Zielgerade ein
Zum ersten Rückrundenspiel gegen Hoffenheim sollen es zunächst 8050 Personen sein. Danach wird die Kapazität – soweit die Bauarbeiten im Plan liegen – sukzessive erhöht. "Wenn alles normal läuft und wir nicht 14 Tage strengen Frost kriegen, werden wir gegen Bayern München dort 10.000 Fans haben."

Komplett wird das Innere der Ostkurve dann aber noch nicht fertig sein. "Wir hoffen, ausreichend Toiletten in der Ebene 2 zu haben", sagt Rehling und weist darauf hin, dass erstens wahrscheinlich noch nicht alle Kioske in Betrieb sind und zweitens die Ebene 4 noch keine "Infrastruktur" hat.
Dass die Kosten für den Umbau um rund 16 Millionen Euro höher ausfallen als ursprünglich geplant, erklärt der Baustellenleiter so: "Es wird über logische Verbesserungsmaßnahmen vor allem in der Infrastruktur nachgedacht. Und das kostet Geld." Beispiele: "Ein elektronisches Zutrittssystem oder ein bargeldloses Bezahl-System." Cashless Payment, wie das die Engländer nennen. "All diese Sachen sind in der Überlegung und es wäre logisch und sinnvoll, das jetzt zu machen anstatt später nachzurüsten."

Kritik am neugestalteten VIP-Bereich lehnt Rehling klar ab. "Die Kosten fallen im Vergleich zu den Kosten, die für die Ostkurven-Arbeiten investiert worden sind, relativ gering aus." Hier stünden ca. 800.000 zu zig Millionen Euro.
http://www.weser-kurier.de/Artikel/...au+der+Ostkurve+biegt+auf+Zielgerade+ein.html
 
Auf die Frage, wieviele Plätze das Weserstadion nach Beendigung des Umbaus den Zuschauern bieten wird:


Vor dem Umbau waren es 42.300.

Und aktuelle Situation zum Dach in der Ost:

Das Dach der Ostkurve ist noch nicht ganz fertig.
Geplant war eigentlich das es vorm Rückrundenstart fertig gestellt werden kann aber aufgrund der Witterungsverhältnisse war es nicht möglich. Wir sind uns noch nicht im klaren ob wir es gegen Bayern hinbekommen. Es wird trotz schlechten Wetters in Bremen hart gearbeitet. Liebe Grüße Weserstadion Bremen.

Quelle: offizielle Weserstadion-facebook-Seite
 
Schwer nachzuvollziehen ist, dass der Stadionumbau, der 16 Millionen Euro teurer als geplant ausfällt, keinen Einfluss auf den Etat der Mannschaft haben soll.

Zunächst mal muss man sagen, dass es Gründe für die Mehrkosten gibt: Das Trainings- und Leistungszentrum in einem bestehenden Bau zu realisieren, war sehr kostspielig. Dazu kam der Winter, neue Vorschriften zum Thema Hochwasser-, Brand- und Feuerschutz, zum Teil gravierend.

Das kann aber nicht alles sein.

Nein, wir haben auch Konzeptänderungen im West- und im Ostbereich vorgenommen. Wir haben jetzt einen zu 100 Prozent ausverkauften VIP-Bereich West. Wir werden auch den VIP-Bereich Ost neu konzipieren, das kostet Geld. Dazu kommt die komplett neue technische Infrastruktur für ein bargeldloses Bezahlverfahren ab der neuen Saison, aber auch der Bereich e-commerce (elektronischer Handel, Anm. d. Red.) oder Werder.TV zählen dazu.

Wo kommt das Geld dafür her?

Im Hospitality-Bereich im Osten und Westen haben wir pro Jahr zwei Millionen Euro Mehreinnahmen. Wenn Sie dann 16 Millionen aufnehmen bei 5 Prozent Tilgung, dann sehen Sie selbst, dass das finanziell zu stemmen ist. Außerdem liegt es bei der Weserstadion GmbH, deshalb ist auch der Spieler-Etat von Werder Bremen nicht konkret belastet. Zu sagen, das Geld geht ins Stadion statt in die Mannschaft, ist de facto falsch.

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Werder/News/310658/"Das+Werder-Image+hat+Kredit".html
 
Beim Bundesliga-Spiel am Samstag, 29.01.2011, zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München wird die Kapazität des Weser-Stadions erstmals seit Baubeginn an der Osttribüne wieder über 40.000 Plätze betragen. Das teilte Bremens Mediendirektor Tino Polster am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Nord-Süd-Schlager mit. Mit der Freigabe des Oberrangs in der neu errichteten Ost-Tribüne, fasst das Weser-Stadion am Wochenende somit 40.500 Zuschauer und ist ausverkauft.

Die volle Kapazität kann damit nicht erreicht werden. "Aufgrund der noch andauernden Bauarbeiten am Stadion", so Polster, "lässt das Bauordnungsamt leider noch keine Volllast zu."
http://www.werder.de/de/profis/news/30794.php
 
Der Umbau des Weserstadions in eine Fußballarena

Dienstag, 09.11.2010 , 18:00 Uhr , Hochschule Bremen

Vor 64 Gästen, bestehend aus Leuten vom Fach, Anwohnern, Studenten & Forumsvertretern, eröffnete Herr Dipl.-Ing. Thorsten Nagel, PROCON Ingenieursgesellschaft mbH Bremen, um 18:07 Uhr die Runde.

Nach einer kurzen Vorstellung der PROCON Ingenieursgesellschaft mbH Bremen ging es zum Thema über, welches uns alle in die Räumlichkeiten der Hochschule gezogen hat.

Was zum Thema Umbau vorab gesagt werden muss ist die Sache, dass der Umbau während des Spielbetriebes stattfinden musste und auch noch muss. Anders als zum Projekt in Stuttgart, wo man sich 1 Jahr für jeden Abschnitt Zeit genommen hat und auch nimmt. Die Leiter beider Projekte stehen in engem Kontakt.
Dabei wurde auch klar gesagt, dass die Qualität der ausgeführten Arbeit nicht so sehr drunter leidet, wenn man sich wie in Stuttgart Zeit fürs Projekt lässt. Das soll aber nicht heißen, dass in Bremen keine Qualität abgeliefert wird.
 
Die Stadt Bremen beteiligt sich nicht an diesem Umbauprojekt. Der komplette Umbau wird durch eine reine Bankenfinazierung abgedeckt. Dadurch ist Werder Bremen an seine wirtschaftlichen Grenzen gestoßen. In den nächsten 20 Jahren ist auf Grund dessen nicht an einen weiteren Ausbau zu denken.
Gedanken über einen 3. Rang und die Zahl 50´000 können sich unsere Kinder und Enkel machen.
Was jetzt ein Thema für uns ist: Werder Bremen muss in Liga 1 bleiben!!! Europa ist Pflicht!!!

Die Zahl von 42´300 stand vor dem Umbau. Sie wird auch nach dem Umbau stehen.

Auch die ein andere Sache abseits des Spielfeldes wurde erzählt. ;)

„Es ist Samstag der 08.August 2009. Der 1.Spieltag der Saison 2009/10. Werder Bremen empfängt die Mannschaft aus Frankfurt. Die Westkurve ist eine Baustelle. Um das Spiel austragen zu können, muss ein Zaun zwischen Tribüne und Spielfeld her. Eine Schlosserfirma ist schnell gefunden, der Auftrag vergeben.
Doch es passiert anscheinend ein kleiner Fehler bei der Berechnung der Statik. Es war in der 1. Halbzeit schon abzusehen, dass der Zaun den Belastungen der Frankfurter Gäste nicht standhalten würde. In der Halbzeitpause wurde nachgebessert und provisorisch verstärkt. Sonst wäre dieses Spiel abgebrochen worden."
 
Bei den Planungen der Umbauarbeiten hat man Werder Bremen empfohlen, an dem Wiedererkennungswert des Stadion zu arbeiten. Dieser war bei Werder Bremen nicht vorhanden. Die Allianz Arena in München hat als Vorbild gedient. Man hat Werder Bremen davon überzeugen können, dieses Vorhaben in die Umbauarbeiten zu integrieren. Mit EWE und swb konnte man zwei Unternehmen gewinnen, welche schon seit langen dafür bekannt sind, dass sie sich verantwortungsvoll zu einer zukunftssicheren Energieversorgung bekennen. Die Idee der Verkleidung des Stadions mit einer Photovoltaik-Anlage war geboren und wurde mit in den Umbauplan aufgenommen. Module aus Glas/Glas, wie man sie bisher verwendet hat, sind für dieses Projekt nicht geeignet gewesen, da sie einfach zu schwer sind. Erstmalig in der Geschichte werden Elemente auf Kunststoffbasis entwickelt. Da die Dächer in Ost und West keine geraden Flächen sind, müssen schräge Elemente zum Einsatz kommen. Da auf dem Gebiet der Kunststoffelementefertigung aber noch Erfahrungen fehlen, gibt es Einschnitte beim Layout der Module auf dem Dach im Kurvenbereich. Es sieht etwas zerstückelt aus, nicht so schön, wie am Modell und im Video auf www.weserstadion.de.

Auf die Photovoltaik-Anlage gibt der Hersteller 20 Jahre Garantie und Gewährleistung auf die Wirkungsweise.

Da auf Grund von unterschiedlicher Sonneneinstrahlung nicht alle Elemente als „nutzbare“ Elemente genutzt werden können, wurde der Einsatz von blanken Kunststoffelementen für die „nutzlosen“ Flächen geplant. Da das Gesamterscheinungsbild dadurch aber beeinträchtigt worden wäre, hat man sich nachträglich darauf geeinigt, die „nutzlosen“ Elemente im Siebdruckverfahren mit Solarzellenimitaten zu versehen. ;)
 
Als die Planungen für den Umbau begangen, wollte Werder Bremen schon immer ein Ringdach fürs Stadion haben. Da gab es aber einige Probleme, welche gegen den Wunsch von Werder Bremen sprachen. Ein Ringdach hätte die doppelte Tonnage und doppelte Kosten bedeutet, was bezüglich der Finanzierung nicht realisierbar gewesen wäre. Ebenso hält sich ein Ringdach nur dann von selbst, wenn der Ring komplett geschlossen ist. In der gesamten Umbauphase von 2,5 – 3 Jahren hätten die dann teilweise fertig gestellten Ringdachelemente von unten her mit riesigen Stahlstempeln abgestützt werden müssen. Dies hätte zu starken Beeinträchtigungen der Fans geführt, welche Werder Bremen aber vermeiden wollte.

Im Rahmen der Umbauarbeiten wurde das Dach um ca. 5,50 m verlängert. Der Neigungswinkel des Daches liegt bei nahezu 0°. Auf Nachfrage bezüglich „nass werden in den ersten Reihen“ sagte Herr Nagel: „In südafrikanischen Stadien, welche zur WM neu gebaut wurden und ein Neigungswinkel von 15°- 20° zu finden ist, auch da wurde ich bei nass. Und ich habe in Reihe 28 gesessen. 15° - 20° reichen bei unpassendem Wetter nicht aus. Das Wetter ist nicht berechenbar. Möchte man die Garantie geben nicht nass zu werden, muss man das Dach komplett verschließen."
 
Das Mundloch mit einer Breite von 4,50 m und einer Höhe von 4,10 m bleibt erhalten. Dieses wird als Zufahrt für Rettungsfahrzeuge, Baumaschinen, Geräte der Gärtner... genutzt. Für das Mundloch sind auch keine weiteren Pläne vorhanden.

Die bestehenden Absätze in den Übergängen der Oberränge ließen sich leider nicht vermeiden. Hätte man die Oberränge ineinander überlaufen lassen wollen, hätte man die „Kurven“ kleiner bauen und dadurch einen Platzverlust hinnehmen müssen. Den dadurch entstandenen finanziellen Verlust wollte Werder Bremen nicht akzeptieren.

Die „offenen Ecken“ bleiben nach bisherigen Plänen auch offen. Ein Zuhängen mit Werbeplanen oder anderem „Dekomaterial“ werde nach Wissen von Herrn Nagel nicht in Betracht gezogen.

Die Flutlichter müssen geometrisch erhalten bleiben.

Kleine Info am Rande:

Der Stahl, welcher beim Umbau verarbeitet wurde und noch wird, hat ca. 20´000´000 € gekostet. 18 km Aluminiumprofile wurden beim Bau der Außenfassade verarbeitet.
 
Das aus der Ostkurve bekannte „VIPs sitzen hinter Glas“ ist nicht mehr üblich, und findet bei Stadionneu- und umbauten keine Anwendung mehr. Dieses Werder Bremen zu verkaufen hat eine Menge Zeit und Überzeugungsarbeit gekostet. Wenn es nach Werder Bremen gegangen wäre, würden die VIPs auch nach dem Umbau wieder hinter Glas sitzen. Werder Bremen hatte Ängste um seine VIPs geäußert, konnte aber davon überzeugt werden, dass die Fans in der Ost sich aufs Spiel und nicht auf die VIPs im Nacken konzentrieren werden.

Ein elektronisches Einlass Kontrollsystem wird auch in unserem Stadion Einzug finden. Bei der Planung eines solchen Systems wird aber eine Menge an Sicherheitsaspekten zu berücksichtigen sein. Ein Problem mit diesem System sieht man nicht beim Einlass, sondern beim Auslass. „Wie soll der Auslass bei einer Panik, ausgelöst durch welche Gründe auch immer, funktionieren?“. Das aktuelle Beispiel vom Nordderby hat zu diesem Denken geführt. Da diesbezüglich noch keine Erfahrungen gemacht wurden, will man dieses System nicht überstürzt zum Einsatz bringen.

Der Mannschaftstrakt, welcher in der Ebene 1 der Ostkurve angesiedelt ist, ist schon seit einiger Zeit bezugsfertig, durch die Mannschaft allerdings noch nicht bezogen worden. Grund dafür: Der Trainer ist wie jeder Bauherr. Es wird erst eingezogen, wenn auch die letzte Fußleiste im gewünschten Ton gestrichen ist. Der Maler das letzte Kreppband entfernt ………;)
 
Demnach müsste Schaaf auch wissen, wo die vielen Millionen aus den fetten Champions-League-Jahren geblieben sind. Diese Frage taucht gerade in diesen Tagen immer wieder auf. Allofs verweist, wie schon in der Vergangenheit, auf die den sportlichen Erfolgen angepasste Gehaltsstruktur im Team. Er gibt aber auch zu, was viele schon lange vermutet haben: „Natürlich ist an der einen oder anderen Stelle Geld in den Umbau des Stadions geflossen. Aber das hat keinen Einfluss darauf, ob wir einen Spieler verpflichten können oder nicht.“

Es gibt auch andere Stimmen. So soll die Kostenexplosion beim Umbau Werder mächtig zu schaffen machen. Aus den veranschlagten 60 Millionen Euro wurden 76 – für die Differenz muss der Club als Miteigentümer und Hauptnutzer des Weserstadions angeblich komplett bürgen. Dadurch seien Großeinnahmen der Vergangenheit nicht verfügbar, heißt es. Ob sie es jemals wieder werden, ist offen und davon abhängig, ob Werder erfolgreich und damit das Stadion auch in Zukunft voll bleibt. Nur so können die Kredite ordentlich bedient werden. Die aktuelle Abwehr ist da keine gute Sicherheit.

Aufsichtsrat bremst Allofs aus
 
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