Allofs: Kein neuer Stürmer
In Dortmund spielte das Zauber-Duo noch. Beim Liga-Start wird Werder Bremen, wie seit Dezember bekannt ist, auf die geballte Offensiv-Power namens Diego und Claudio Pizarro verzichten müssen. Als "nicht gerade komfortable Situation" bewertet Werder-Manager Klaus Allofs die Sperren für das Benehmen der beiden in Karlsruhe. Vor allem im Sturm könnte ein Notstand ausbrechen, falls etwas passiert.
Doch dies alles hielt Allofs nicht davon ab, die "wirtschaftlich stimmige Ausleihe" von Boubacar Sanogo zum Tabellenführer Hoffenheim zu genehmigen. Eine relativ geringe Ausleihgebühr von 250.000 Euro kassiert Bremen, hat aber den Vorteil, das halbe Jahresgehalt des Ivorers einzusparen. Richtig klingeln würde die Kasse, falls Hoffenheim die Kaufoption wahrnimmt. Nach kicker-Information erzielte Werder sodann den Wert, der 2007 beim Wechsel vom HSV für Sanogo bezahlt wurde: rund fünf Millionen Euro.
Konsequenz des Sanogo-Deals: Martin Harnik, der nach seinem Bänderriss erst an einem Knochenödem und nun an einem Muskelfaserriss laboriert, wird nicht ausgeliehen. Er gilt nun als Stürmer Nummer vier. Ein neuer Angreifer soll indes nicht geholt werden, obwohl mit Aaron Hunt (chronische Schmerzen an der Patellasehne) ein weiterer Ersatzstürmer vorläufig ausfällt.
"Nein", bestätigt Allofs, "wir gehen mit diesen Spielern in die Rückrunde." Vorhaltungen, dass der Kader recht dünn besetzt sei, kontert der Manager: "Stuttgart hat noch weniger Stürmer, gerade mal drei."
Dieser Standpunkt weicht von dem des Trainers ab. Thomas Schaaf hatte stets betont: "Wenn noch einer geht, muss noch einer kommen." Nun ist Sanogo weg, doch ein Nachfolger kommt nicht.