Ibrahim Sunday

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Ibrahim Sunday

Anlässlich eines Artikels von Ibrahim Sunday persönlich zusammen mit Christian Ewers möchte ich hier auch für ihn einen Thread erstellen.
Hier der Artikel auf Taz.de
Sicher kein großes Ruhmesblatt der Vereinsgeschichte, aber trotzdem sehr interessant wie ich finde. Vorallem die Begleitumstände die die Verpflichtung damals so schwierig machten.

Als ich im Juni 1975 in Bremen ankam, war es kalt und es regnete. Meine neuen Mitspieler sagten nicht viel zu mir, nur hello und goodbye. Wochenlang nur: hello und goodbye. Jungs wie Kalli Kamp, Dieter Burdenski oder Karlheinz Geils hatten freundliche Gesichter, und ich hätte auch gern mit ihnen geredet. Aber niemand in der Mannschaft konnte Englisch.

Wusste vorher auch noch nicht, dass er der erste Afrikaner in der Bundesliga war.
Was sagt ihr zu der Geschichte?

Grüße
 
Sehr interessanter und nachdenklicher Artikel.
Mit der Globalisierung des Fußballs haben sich sicher viele Dinge zum Besseren verändert, wobei es ja auch in den letzten Jahren immer wieder Negativbeispiele gab (Ailton in Bremen z.B.).
Damals war ein afrikanischer Fußballer halt noch eine Seltenheit und keiner war richtig darauf vorbereitet.
Schade, denn Werder ist damit wahrscheinlich ein Spieler mit großem Potential entgangen. Ich habe Sunday als kleiner Junge in den 70er Jahren einmal gesehen, typischerweise in einem Freundschaftsspiel, und ich war damals fasziniert von seinem technischen und spielerischen Können.
Man muss allerdings auch sagen, dass er damit so turmhoch über dem Rest der Mannschaft gestanden haben wird, dass mír die Idee ziemlich abgefahren erscheint, ihn für eine Mannschaft zu verpflichten, die gegen den Abstieg kämpfte und eher rustikalen Fußball zeigte.
Freut mich, dass die Geschichte, die zwischendurch ziemlich traurig klang, doch positiv endete.

MFG dkbs
 
Zuerst dachte ich bei Sunday an den, der zuletzt in DO Anfang/Mitte der 90er spielte. Aber das war ja Oliseh Sunday, oder so hiess der, glaub ich, ausserdem passt die Zeit nicht.

Davon wusste ich bisher gar nichts. Beeindruckende Geschichte.

@dkbs
Wobei zum Beispiel das Sprachen lernen neben dem wichtigen, gegenseitigen Aufeinander zu gehen auch noch von zwei anderen diversen Komponenten abhängt: von der Begabung dafür oder aber schlicht vom Intellekt. Das kann man niemandem vorwerfen. Ismael sprach nach drei Monaten besser deutsch als Toni nach 5 Jahren.
 
Wobei zum Beispiel das Sprachen lernen neben dem wichtigen, gegenseitigen Aufeinander zu gehen auch noch von zwei anderen diversen Komponenten abhängt: von der Begabung dafür oder aber schlicht vom Intellekt. Das kann man niemandem vorwerfen. Ismael sprach nach drei Monaten besser deutsch als Toni nach 5 Jahren.

Klar spielt das eine Rolle.
Aber in den allermeisten Fällen liegt die Sollbruchstelle bei der Betreuung durch den Verein. Das ist zum Beispiel einer der entscheidenden Gründe dafür gewesen, dass diverse Brasilaner bei Hertha gescheitert sind.
Und Ailton ist ja gerade ein sehr gutes Beispiel dafür, dass jemand, der nicht übermäßig intellektuell war, sich sehr schnell einsam und unglücklich fühlte, sehr heimatverbunden war und es mit deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit auch nicht so hatte, bei Werder dennoch ankam, als er an die richtigen Leute geriet und gut betreut wurde.
Ich halte eine professionelle Betreuung auf allen möglichen Gebieten für unerlässlich um vor allem Spielern von außerhalb Europas das Umfeld zu bieten, das sie brauchen.
Es darf umgekehrt auch nicht so sein, dass man es dabei belässt zu sagen, der Spieler will halt nicht zum Deutschunterricht oder so.
Wobei schon allein die Tatsache, dass damals anscheinend niemand auf die Idee kam, Sunday einen Dolmetscher zu stellen, irgendwie lustig wirkt im Nachhinein.

MFG dkbs
 
...

Wobei schon allein die Tatsache, dass damals anscheinend niemand auf die Idee kam, Sunday einen Dolmetscher zu stellen, irgendwie lustig wirkt im Nachhinein.

MFG dkbs

... hört sich für heutige Verhältnisse wirklich komisch an, aber damals wusste halt keiner wie diese Dinge zu handhaben sind. Ist leider völlig versauert, der gute Junge, würde heute so nicht mehr vorkommen, obwohl CA... :confused:

Schade, dass er seine Qualitäten bei Werder nicht einbringen konnte/durfte, dennoch freue ich nich für ihn, dass seine Geschichte noch einen guten Ausgang genommen hat.
 
Selbst 1979 hatte ein Dave Watson (damals der Käpt´n der englischen Nationalmannschaft) arge Eingewöhnungsschwierigkeiten und er erhielt wohl auch kaum Unterstützung vom Verein (Wohnungsmakler, Behördengänge etc.). Selbst an den Hochschulen gibt es Hilfe für ausländische Studenten bei der Eingewöhnung. Da haben wohl einige Vereine damals noch wenig geschlafen.
 
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