Homophobie im Fußball

das klingt so als wäre das nun wahnsinnig schwierig. Ist es das?

Das schwierige - oder vielmehr schwer zu ertragende - dürfte für so manchen das Ergebnis der kritischen Selbstbetrachtung sein.

Zitat von Fliegenfänger;2885846:
Mag sein, das es uncool ist, in der Schule, sich den schwächeren anzunehmen. Aber man fühlt sich am Ende dabei viel besser, als mit Steinen nach ihnen zu schmeißen oder sonst was zu machen.

Die Angst, die viele (wohl nicht ganz zu Unrecht) haben, ist dass sie dann selbst Opfer von Mobbing werden. Es gibt da Anführer der Mobber, Co-Mobber und eine Menge Mitläufer, die vor allem denken "wenigstens hat es nicht mich erwischt".
 
Da bist du aber sehr naiv. Wenn es allen so einfach fallen würde, gäbe es z.B. kein Mobbing. Das fängt doch bereits im Kindergarten an. Einer reicht und viele schauen es sich ab, bzw. ziehen ihre "falschen" Schlüsse daraus.
Da kannst du als Elternteil auch ganz schwer gegenarbeiten, wenn das Kind es anders vorgelebt bekommt tagtäglich.

Und ja, Selbstreflektion IST wahnsinnig schwierig, wenn man nicht von Kindesbeinen daran gewöhnt ist. Ich kenne nur sehr wenige, die das wirklich können. Kann ich selbst nicht mal so richtig. Dauert immer ne ganze Weile, bis ich mich mal selbst hinterfrage.

@Fliegenfänger
Klar, das Ziel sollte es sein. Aber obs irgendwann mal alle erreicht...

Denke ich nicht, von Mobbing braucht mir niemand was erzählen, das habe ich selber oft genug erlebt. Trotzdem ist es nun kein Ding der Unmöglichkeit das man sich auch selber hinterfragt. Es mag wohl der bequemere Weg sein, andere für seine Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen oder sie an anderen auszulassen. Zielführend zu einem zufriedenerem Leben ist es aber dennoch nicht.
 
Zitat von Fliegenfänger;2885846:
Das Elternhaus kann da sehr viel gegen tun, wenn die Eltern konsequent sind und nicht nur reden sondern auch entsprechend selber handeln. Und Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein auf die Kinder übertragen.
Will ich sehen, dass die Eltern was machen können, wenn das Kind tagtäglich miterlebt, dass Mobbing einen beliebt macht. :A
Wenn das Kind das aufsaugen will, dann tut es das auch, gerade wenn es selbst das Opfer ist.


Und ja, es IST tatsächlich recht leicht, zuerst auf sich zu schauen und nicht andere zu verhauen, nur weil man gerade schlechte Laune hat.
Man muss es nur wirklich wollen, das es einem auch wirklich nachhaltig besser geht.
Wie gesagt, solange man es schon immer konnte, kein Problem.
Wenn du es aber niemals gelernt hast, bzw. es immer so vorgelebt bekommen hast, dann steckst du da so sehr drin, dass es ganz schwer ist, da wieder rauszukommen.

Kommt immer drauf an wie das eigene Leben so verläuft. Da spielen soviele Faktoren eine Rolle. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich durch das penetrante Mobben(wegen starkem ADHS) durch meine ganze Schulzeit hinweg einfach einen völlig verqueren Blick auf die Welt, meine Mitmenschen und auch auf mich habe/hatte. Meine alleinerziehende Mutter trifft da keine Schuld. Die hat ihr bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ich zumindest nicht kriminell werde. Dennoch bin ich heute ziemlich verkorkst in mancherlei Hinsicht und merke das erst jetzt u.a. durch meine Verlobte nach und nach. Ist auch schwierig dann Verhaltensmuster abzulegen.

@Peggy
Klar ist das ne bequeme Sache. Aber wenns so einfach wäre, würden es die Leute alle machen. ;)
 
Keine Ahnung, ob es hier bereits gepostet wurde (keine Zeit momentan, alles durchzulesen ...)
http://www.zeit.de/sport/2014-01/arne-friedrich-thomas-hitzlsperger-homosexualitaet-schwul-fussball
(Interview mit Arne Friedrich):

Für mich die entscheidenden Sätze:
" Ich hoffe, dass Thomas mit seiner Offenheit dazu beiträgt, dass die Sexualität, egal ob Hetero- oder Homosexualität, eines Menschen im Fußball etwas ganz Normales, nicht Erwähnenswertes wird"

"Sexualität hat mit dem Fußball nix zu tun."

und

"Jeder Fußballer ist doch auch Privatperson"
 
Also von allen Aussagen von Leuten aus dem Fußballgeschäft zum Outing von Hitz, die ich gelesen habe, hat mir die von unserm RD am besten gefallen.
 
Das schwierige - oder vielmehr schwer zu ertragende - dürfte für so manchen das Ergebnis der kritischen Selbstbetrachtung sein.

:tnx: da hast du mit Sicherheit recht. Nur gerade bei denen würde es helfen, sich damit auseinanderzusetzen und daran zu arbeiten. Bei den Beispielen die ich kenne, die sind nicht glücklich und zufrieden mit ihrem Leben und daran wird sich auch nichts ändern, wenn sie sich nicht ändern. Dann doch lieber eine zeitlang eine etwas schmerzhafte Auseinandersetzung mit sich selbst, als ewig so vor sich hinleben zu müssen.
 
Was ist die gewichtigere Phobie? Homophobie im Fußball oder Fußballphobie in der Schwulenszene?
Ich warte auf die Headlines in der 'Du&ich': "Schwuler wieder als Fußballer geoutet!"
 
Gestern meinte übrigens jemand im Büro, dass der Spitzname "The Hammer" jetzt ne ganz neue Bedeutung bekommt. Würde man das jetzt schon als diskriminierend hier bezeichnen oder ist Humor, egal ob nun gut oder schlecht, beim Thema Homosexualität erlaubt ?:D
 
Will ich sehen, dass die Eltern was machen können, wenn das Kind tagtäglich miterlebt, dass Mobbing einen beliebt macht. :A
Wenn das Kind das aufsaugen will, dann tut es das auch, gerade wenn es selbst das Opfer ist.



Wie gesagt, solange man es schon immer konnte, kein Problem.
Wenn du es aber niemals gelernt hast, bzw. es immer so vorgelebt bekommen hast, dann steckst du da so sehr drin, dass es ganz schwer ist, da wieder rauszukommen.

Kommt immer drauf an wie das eigene Leben so verläuft. Da spielen soviele Faktoren eine Rolle. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich durch das penetrante Mobben(wegen starkem ADHS) durch meine ganze Schulzeit hinweg einfach einen völlig verqueren Blick auf die Welt, meine Mitmenschen und auch auf mich habe/hatte. Meine alleinerziehende Mutter trifft da keine Schuld. Die hat ihr bestes gegeben und dafür gesorgt, dass ich zumindest nicht kriminell werde. Dennoch bin ich heute ziemlich verkorkst in mancherlei Hinsicht und merke das erst jetzt u.a. durch meine Verlobte nach und nach. Ist auch schwierig dann Verhaltensmuster abzulegen.



DAS glaube ich gerne, aber solange du daran arbeitest, ist doch alles gut.
Mehr als das kann man nicht erwarten, es zu versuchen.
Und wenn man es versucht, sich danach besser fühlt wenn man Ergebnisse sieht, dann freut man sich doch umso mehr, weil man den bequemen Weg verlassen hat, oder?
 
Zitat von Fliegenfänger;2885864:
DAS glaube ich gerne, aber solange du daran arbeitest, ist doch alles gut.
Mehr als das kann man nicht erwarten, es zu versuchen.
Und wenn man es versucht, sich danach besser fühlt wenn man Ergebnisse sieht, dann freut man sich doch umso mehr, weil man den bequemen Weg verlassen hat, oder?
Der Punkt ist nur, man muss auch erstmal auf den Trichter kommen, dass man selbst ein Problem hat. Wie soll man Selbstreflektion lernen, wenn man sich nicht selbst reflektiert? :D Man denkt ja, es wäre alles korrekt an einem und die andern spinnen.
 
Der Punkt ist nur, man muss auch erstmal auf den Trichter kommen, dass man selbst ein Problem hat. Wie soll man Selbstreflektion lernen, wenn man sich nicht selbst reflektiert? :D Man denkt ja, es wäre alles korrekt an einem und die andern spinnen.


Aber du bist auf den Trichter gekommen :)
Und das meine ich ja damit, das man nie aufgeben darf, mit gutem Beispiel voran zugehen und andere zu überzeugen, das es nicht so verkehrt ist auch mal auf sich selbst zu schauen.
 
Zitat von Fliegenfänger;2885872:
Aber du bist auf den Trichter gekommen :)
Und das meine ich ja damit, das man nie aufgeben darf, mit gutem Beispiel voran zugehen und andere zu überzeugen, das es nicht so verkehrt ist auch mal auf sich selbst zu schauen.
Keine Frage. Ich bin da nur nicht so optimistisch, dass das mal irgendwann auf alle abfärbt. Und Homophobie hat auch nochmal andere Ursachen, um mal wieder aufs eigentliche Thema zu kommen.
 
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