Homophobie im Fußball

Zitat von [SVW]Andi;2885127:
Warum sollte sich denn jemand outen? Das Runde muss ins Eckige, egal ob ein Heterosexueller dafür sorgt oder ein Homosexueller. Das ist und bleibt eine private Sache.

Meiner Meinung nach muss das auch nicht passieren. Ein Hetero outet sich ja auch nicht extra. Dass überhaupt nach Outings geschrien wird und Schwule Angst davor haben, zeigt eigentlich nur, dass die Gesellschaft noch nicht so weit ist oder zumindest die mediale Gesellschaft. Im Idealfall würde sich jemand outen und keinen würde es interessieren, außer vielleicht die Boulevardpresse im Sinne von "Neue Flamme von ...".
 
so mancher leidet wahrscheinlich unter seiner Situation, seine sexuelle Ausrichtung geheim halten zu müssen.

So ist es! Gibt ja nicht umsonst Scheinfreundinnen und co., da teilweise es nicht einmal die Vereine bzw. Mitspieler wissen.
Dazu lauert die Presse überall, da kann so ein Versteckspiel schon sehr auf die Psyche gehen.
Es geht gar nicht um ein "Outing" im Sinne von sich präsentieren, denn es sollte was Normales sein. Es wird ja auch nicht geschrieben Spieler X/Y steht auf eine Frau.
Jedoch geht es um outings im Sinne von seinen Freund/Partner mit zur Weihnachtsfeier zu nehmen, gemeinsam einkaufen o.ä., was wohl aber noch sehr lange dauern wird.

@campino: Ich sehe es nicht als naiv an zu glauben, dass die Reaktionen eine Wundertüte sind. Denn bei dem richtigen Verein plus Mitspieler und einer guten Fanszene könnte das durchaus gut gelingen und ins Positive gehen. Ist ja nicht so, als würde in den letzten Jahren nicht viel "hintenrum" daran gearbeitet werden.

edir: Kann zu dem Thema auch nur immer wieder das Buch von Marcus Urban, sowie "Das Schweigen der Männer" empfehlen.
 
So ist es! Gibt ja nicht umsonst Scheinfreundinnen und co., da teilweise es nicht einmal die Vereine bzw. Mitspieler wissen.
Dazu lauert die Presse überall, da kann so ein Versteckspiel schon sehr auf die Psyche gehen.
Es geht gar nicht um ein "Outing" im Sinne von sich präsentieren, denn es sollte was Normales sein. Es wird ja auch nicht geschrieben Spieler X/Y steht auf eine Frau.
Jedoch geht es um outings im Sinne von seinen Freund/Partner mit zur Weihnachtsfeier zu nehmen, gemeinsam einkaufen o.ä., was wohl aber noch sehr lange dauern wird.

@campino: Ich sehe es nicht als naiv an zu glauben, dass die Reaktionen eine Wundertüte sind. Denn bei dem richtigen Verein plus Mitspieler und einer guten Fanszene könnte das durchaus gut gelingen und ins Positive gehen. Ist ja nicht so, als würde in den letzten Jahren nicht viel "hintenrum" daran gearbeitet werden.

edir: Kann zu dem Thema auch nur immer wieder das Buch von Marcus Urban, sowie "Das Schweigen der Männer" empfehlen.


Genau das ist aber ja das Problem.
Siehe unsere Fanszene und als Gegenbeispiel Leverkusen z.B. im letzten Spiel. (Klar, kann man ncit alle über einen Kamm scheren, sowenig wie bei uns alle offen und tolerant sind, sind bei Leverkusen alles Idioten)

Klar, KANN es gut ausgehen, aber gerade im Fußball sind noch genug homophobe Deppen unterwegs. Und wie oft Spieler zu Freiwild wegen Nichtigkeiten werden, hat man schon oft genug "bewundern" dürfen.

Ich finde es gut und richtig, das sich ehemalige Spieler dazu bekennen, um die Hemmungen immer weiter abzubauen, aber unsere (Fußball)Gesellschaft ist eben noch nicht soweit.
 
Dazu muss man sagen, dass die geistige Unreife mancher Menschen NIEMALS verschwinden wird. Homoesexualität ist in der Gesellschaft längst Normalität, zumindest hierzulande. Problematisch hier sind eben geistige Tiefflieger und zum Beispiel Mitspieler aus Regionen, in denen Homosexualität noch nicht so akzeptiert ist, z.B. aus muslimischen Ländern. Letzteres kann aber mMn ignoriert werden. Geistige Tiefflieger wirds immer geben. Da ist es egal, ob jemand schwul ist oder einfach nur irgendwas anderes an ihm ist, was von der "Norm" abweicht. Das wird es immer geben.
 
:tnx:
Deswegen meinte ich Wundertüte. Klar gibt es überall Idioten, aber die hat man auch im Alltag. Aber viele Vereine arbeiten gerade bezüglich dieses Themas mit Fangruppen zusammen und wenn man da genug im Boot hat, hat man genug "Stimmen" gegen Idioten. Und das wäre der positive Ausgang, dass quasi eine Gegenbewegung entsteht. Bzw genug Fans singen aus "Gruppenzwang" mit "Manuel Neuer ist homosexuell" o.ä. ohne in dem Moment darüber nachzudenken, was sie da singen. Die wirklich "gefährlichen" Fans sind deutlich weniger und wenn da alle an einem Strang ziehen, wäre ein ruhiges Outing möglich. Klar kann man nie voraussagen was passiert, aber das ist auch noch in zwanzig Jahren so.
 
@campino: Ich sehe es nicht als naiv an zu glauben, dass die Reaktionen eine Wundertüte sind. Denn bei dem richtigen Verein plus Mitspieler und einer guten Fanszene könnte das durchaus gut gelingen und ins Positive gehen.

Die eigene Fanszene sehe ich nicht mal als Problem, sondern die gegnerische. Und da auf positive Reaktionen überhaupt nur zu hoffen, finde ich eben naiv.


:)
 
Ich nicht, klar hast du Ausnahmen, wie zu jedem Thema. Aber fast jeder Verein hat mittlerweile das Thema ausgiebig aufgegriffen in Zusammenarbeit mit den Fangruppen und da gäbe es somit auch von der Gegnerseite aus genug, die das zumindest tolerieren. Wenn dazu das Team und die eigenen Fans dahinter stehen, verstummen auch da recht schnell die Idioten, spätestens bei einer Niederlage gegen das "Weichei".
Da ist sehr viel Wunschdenken bzw hätte wenn dabei, aber deutlich ändern wird sich da nicht mehr viel, denn der entscheidende Schritt wird, wann auch immer es sein wird, das erste Outing sein.
Ansonsten haben wir in 50Jahren noch Versteckspieler ohne Ende.
 
Ich nicht, klar hast du Ausnahmen, wie zu jedem Thema. Aber fast jeder Verein hat mittlerweile das Thema ausgiebig aufgegriffen in Zusammenarbeit mit den Fangruppen und da gäbe es somit auch von der Gegnerseite aus genug, die das zumindest tolerieren. Wenn dazu das Team und die eigenen Fans dahinter stehen, verstummen auch da recht schnell die Idioten, spätestens bei einer Niederlage gegen das "Weichei".

Das sehe ich als optimalen Fall. Aber anscheinend ist meine Denke, bzw meine Befürchtung sehr weit verbreitet bei den Spielern, sonst hätten sich schon mehr geoutet, und das wird wohl auch noch so bleiben, so lange es unter jungen Menschen normal ist, dass der Ausdruck "schwul" eine Beleidigung/Abwertung darstellt.
 
Das einzige Hindernis derzeit ist in erster Linie das noch fehlende Outing. Die Angst vor den möglicherweise negativen Folgen sorgt genau dafür, dass sich nichts bessert. Denn besser als derzeit wird es nie werden. Entweder outet sich jemand und man sieht was passiert oder es bleibt immer so wie es ist.
 
bin wirklich gerade erst wach geworden sry, wenn ihr schon fleissig am disskutieren seit (was will ich auch anderes von meiner Forums-Gang erwarten:daumen:)

finde es im Bezug auf Outing, gerade zu historisch, weil Thomas Hitzelsperger einen grossen Namen hatte im Fussball.
 
Das sehe ich als optimalen Fall. Aber anscheinend ist meine Denke, bzw meine Befürchtung sehr weit verbreitet bei den Spielern, sonst hätten sich schon mehr geoutet, und das wird wohl auch noch so bleiben, so lange es unter jungen Menschen normal ist, dass der Ausdruck "schwul" eine Beleidigung/Abwertung darstellt.


Und solange es immer wieder homophobe Transparente und Plakate aus einigen Fanlagern gibt, wird sich auch kein Spieler trauen.
Denn wer will schon gerne das Versuchskaninchen spielen?
Ich denke niemand.

Die Fußballgesellschaft ist eben noch nicht so weit, wie die Gesellschaft außerhalb der Stadien. Das wird auch noch seine Zeit brauchen, wie alle gesellschaftlichen Veränderungen wenn diese nicht nur oberflächlich sein sollen.
 
Auf jeden Fall ist er beieibe keiner von denen, bei denen man das blöde Klischee von "hat ja auch gespielt wie ein Mädchen" als erfüllt ansehen könnte.

Bin wirklich gespannt auf die morgige Ausgabe der Zeit. Zum Beispiel darüber, was Jogi und Bierhoff zu ihm gesagt haben, als er ihnen von seinem bevorstehenden Coming-Out berichtet hat. Auch das soll ja in dem Interview stehen.
 
Zitat von Fliegenfänger;2885167:
Und solange es immer wieder homophobe Transparente und Plakate aus einigen Fanlagern gibt, wird sich auch kein Spieler trauen.
Denn wer will schon gerne das Versuchskaninchen spielen?
Ich denke niemand.

Die Fußballgesellschaft ist eben noch nicht so weit, wie die Gesellschaft außerhalb der Stadien. Das wird auch noch seine Zeit brauchen, wie alle gesellschaftlichen Veränderungen wenn diese nicht nur oberflächlich sein sollen.
Wie gesagt, besser wird das niemals werden. Die Fußballgesellschaft ist kaum eine andere als die restliche Gesellschaft. Wie Dimar schon sagte, einige Unreife fangen an und der Rest folgt in der Massenbewegung ohne drüber nachzudenken. Der Mythos vom pöbelnden saufenden Fußballfan ohne Hirn und Verstand ist und bleibt ein Mythos. Das sind nur Einzelfälle, mal mehr und mal weniger der Rest besteht aus Mitläufern. Das wird sich nicht mehr verändern.
 
Zitat von Fliegenfänger;2885167:
Und solange es immer wieder homophobe Transparente und Plakate aus einigen Fanlagern gibt, wird sich auch kein Spieler trauen.
Denn wer will schon gerne das Versuchskaninchen spielen?
Ich denke niemand.

Die Fußballgesellschaft ist eben noch nicht so weit, wie die Gesellschaft außerhalb der Stadien. Das wird auch noch seine Zeit brauchen, wie alle gesellschaftlichen Veränderungen wenn diese nicht nur oberflächlich sein sollen.

Ich glaube aber, dass sie nie weiter sein wird als jetzt, da es immer diese Idioten geben wird. Leider. Und bevor ein Spieler seine Karriere wegen dem psychischen Druck beendet, wäre das Outing zumindest eine letzte Möglichkeit und der Versuch ob es nicht doch gut geht.
 
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