Schon in Zeiten von Okocha - ich meine jetzt den "echten", nicht deinem Team-Kollegen - war ein Alltagsrassismus erkennbar. Beispiele erspare ich mir, weil du diese Zeit ja auch bewusst erlebt hast. Und damals wie heute nahm dieser Alltagsrassismus in den Köpfen der Menschen seinen Anfang und wurde durch die eigene Kommunikation bewusst oder unbedarft weitergetragen und somit am Leben gehalten. Mit der Folge, dass der Alltagsrassismus auch ca. 20 Jahre = eine Generation später nach wie vor zu stark präsent ist und - wie die Äußerung von Lehmann zeigte - weiterhin weitergetragen wird.
Du hast sicher recht.
Sicher wird von vielen von uns, total unbewusst und über die eigentliche Bedeutung von einzelnen Ausdrücken oder Sätzen gar nicht groß nachdenkend, etwas einfach so herausgehauen.
Sieht man es ausschließlich im Momentum und im Kreis der Anwesenden, ist vieles sicher nicht unter dem Aspekt von Rassismus gemeint.
Sieht man es unter dem Aspekt des Großen und Ganzen, dann kann man es dem zuordnen und als rassistisch bewerten.
Ich habe ja in meinen vorherigen Beiträgen mehrfach betont, dass ich alles, was unter dem Oberbegriffen Menschenverachtung und Gewalt zusammengefasst werden kann, total ablehne.
Allerdings empfinde ich vieles maßlos übertrieben und an den Haaren herbeigezogen.
Zigeunersauce darf nicht mehr als solche bezeichnet werden, Mohren-Apotheke ebenfalls nicht, Mohrenköpfe bietet urplötzlich Anlass zu Kritik.
Ich sehe diese Ausdrücke ausschließlich als Eigennamen, in die diese Rassismusdebatte, ohne eigentlich wirklichen und gefährlichen rassistischen Hintergrund, willkürlich hereingetragen wurde.
Wie geschrieben, aus meiner Sicht die Übertreibung pur.
Letztlich kommt dann noch dieser ganze, sorry, Gender-Mist hinzu.
Sicher ist es notwendig Geschlechterneutralität nicht abzuwerten, diesen Menschen die gleiche gesellschaftliche Plattform zum Leben zu geben, wie allen anderen.
Aber, auch hier kann man übertreiben.
Das Niveau stundenlanger Debatten in einschlägigen Talk-Shows trägt bestimmt nicht dazu bei, die Menschen aufzuwecken.
Nein, m.M.n. gibt es nur einen Weg der Umsetzung.
Dieser Weg ist der Umgang mit diesen und allen anderen Gruppen, die von politisch andersdenkenden Gruppen diskriminiert werden.
Dass man im konkreten Moment, am Arbeitsplatz, im Sportverein, bei jeweden Momenten in denen Menschen aufeinandertreffen, als sozial und humandenkender Mensch Einfluss gegen solche Meinungen nimmt.
Obwohl das möglicherweise ein weiteres Diskussionsthema eröffnet, ist im Zusammenhang mit den steigenden Rassismusmeinungen m.M.n. nicht wegzudiskutieren, dass es auch einen Bezug zu den Geschehnissen des Jahres 2015 gibt.
Wir alle nehmen wahr, dass eine überdimensionierte Anzahl von Flüchtlingen in unser Land gekommen sind.
Viele kamen aus Regionen, in denen ihnen unfassbares und unvorstellbares Leid wiederfahren ist.
Diese Menschen verdienen alle Hilfe der Welt, auch von uns Deutschen.
Diese Menschen sind es aber auch, die alle Möglichkeiten wahrnehmen, sich zu integrieren, ohne ihre Kultur zu vernachlässigen.
Diese Menschen werden m.M.n. von den allermeisten Menschen auch wohlgesonnen im unserer Mitte aufgenommen und sind ein normales Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens.
Aber es gibt auch den anderen Teil dieser Flüchtlinge, einen weniger erfreulichen Teil.
Dieser Teil wird von Merkel und Co. geflissentlich totgeschwiegen.
In Leipzig, sicher anderweitig ebenso, wurde extra ein ghettoähnliches Stadteil geschaffen.
Da leben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nahezu nur Ausländer aus nordafrikanischen und türkischen Gebieten.
"Internetcafes" gibt es da, wie Sand am Meer.
Autos aus der Oberklasse sieht man dort zu hauf.
Aggression ist an der Tagesordnung.
Seitens des OB wurde ein Waffenverbot ausgesprochen und ein Büro eingerichtet, in dem zwei Bürgerpolizisten für die Ornung zuständig sein sollten .. lächerlicher Populismus!
Inzwischen wurde, sicher wegen dessen Unwirksamkeit, das Waffenverbot wieder aufgehoben.
Ob es die Bürgerpolizisten noch gibt, weiß ich nicht.
Die Zunahme von rassistischen Gedankengut, das Ablehnen von Ausländern, die gedankliche Beschimpfung findet in diesem Stadtteil einen riesigen Nährboden.
Fragt mal eine Friseurin, eine Kellnerin oder Menschen, die in Vollzeit arbeiten und trotzdem aufs Amt gehen und soziale Hilfe (z.B. Wohngeld) beantragen müssen, was sie von diesem Stadtteil und den Maßnahmen des OB halten.
Fragt mal die (Ost-) Rentner, die 45 und mehr Jahre in unterbezahlten Berufen gearbeitet haben und Altersrenten von 500,- bis 700,- netto erhalten, wie die die Sache sehen.
Leider machen viele der so betroffenen Menschen keinen Unterschied zwischen den "guten" und "schlechten" Flüchtlingen/Ausländern.
DAS ist nicht gutzuheißen, für mich jedoch ein sozial nachvollziehbares Denken und Handeln.
Ich behaupte einmal, dass der überwiegende Teil dieser derartig im sozialen Abseits stehenden Deutschen keine Rassisten sind.
Trotzdem hört man speziell in diesen Kreisen Ausdrücke, die ich mir hier erspare zu nennen.
Sie sind zu 100% nicht richtig und nicht gutzuheißen.
Nur wird diesem Verhalten durch falsche politische Entscheidungen, unzureichende Gegenmaßnahmen, dem Alleinelassen von karikativen Einrichtungen, etc. im großem Stil Vorschub geleistet.
DAS ist m.M.n. eine Seite, die weit mehr Ursache für diese Rassismusscheiße ist, als die (natürlich völlig unpassende) Geschichte von Lehmann und Aogo.
Über selbige zu diskutieren ist jedoch einfacher und spektakilärer, als die tiefergreifenden Ursachen zu beleuchten.
Nochmals, beide haben falsch gehandelt.
Gäbe es die Ursachen im Großformat nicht oder wenigstens nicht in diesem Ausmaß, müssten wir über die beschissenen Aussagen der Lehmann' und Aogo's vielleicht gar nicht diskutieren.
Dann gäbe es sie möglicherweise gar nicht.
So jetzt könnt ihr (können einige wieder) über meine Meinung herfallen.