Hertha BSC Berlin

Das sehe ich anders und stimme @Cyril Sneer zu. Wenn ein Arbeitgeber bestimmte Werte hat bzw. bestimmte Ansichten vertritt oder auch Produkte auf den Markt bringt, sollte man sich als Arbeitnehmer gut überlegen, wo, in wie weit und in welcher Form man sich öffentlich gegen diese Werte und Ansichten oder Produkte stellt. Denn es sollte einem klar sein, dass der Arbeitgeber ab einem gewissen Level einen Ruf zu verlieren hat.
Hätte Hertha das in etwa so, wie von mir beschrieben, beantwortet, wäre der gute Ruf (:rolleyes:) der Hertha gewahrt geblieben , der MA wäre eingenordnet worden und gut wär's gewesen. Aber so folgt man lieber dem Gewolltem, ist leichter:
 
Weil es z.B. zeigt, wie es mit der vielzitierten Meinungsfreiheit im Lande bestellt ist.

Tut mir leid, verstehe ich nicht. Sie sagt doch nur, dass Meinung Konsequenzen haben kann. Und selbstverständlich ist das so. Position zu beziehen macht im Zweifel angreifbar, das war immer schon so. Und das ist der Grund aus dem so viele PolitikerInnen so gerne im Ungefähren bleiben. Ich sehe nur weiterhin nicht deinen Punkt.
 
Erst schreibst Du ..nicht wegen der Äußerung einer abweichenden Meinung und dann ...Gedankengut verstößt gegen die Werte von Hertha BSC.
Was denn nun?
Das habe ich doch geschrieben: dass die Inhalte seiner Äußerung zur Freistellung führten und nicht, dass er eine Meinungsäußerung tätigte.


Arbeitsrechtliche Folgen: das müsste dann auch im AV so verankert sein, selbst dann wäre das m.M. noch fraglich, weil er seine private Meinung dargestellt hat.
Ich formuliere es mal so: falls es nicht im Arbeitsvertrag verankert sein sollte, hätte Petry Chancen, einen dahingehenden Gerichtsprozess zu gewinnen. Aber weil Vereine / Kapitalgesellschaften im Profifußball sich öffentlich gegen Diskriminierungen wie Fremden-/Ausländerfeindlichkeit, Homophobie und Sexismus positionieren und somit wie zB Werder von Mitarbeitern und eingetragenen Fanclubs die Einhaltung von Ethik-Kodizes abverlangen, wäre es schon sehr verwunderlich, wenn diese Kodizes kein Bestandteile der Arbeitsverträge sein sollten.
 
Hätte Hertha das in etwa so, wie von mir beschrieben, beantwortet, wäre der gute Ruf :)rolleyes:) der Hertha gewahrt geblieben , der MA wäre eingenordnet worden und gut wär's gewesen. Aber so folgt man lieber dem Gewolltem, ist leichter:
Aus meiner Sicht wäre der Ruf nicht gewahrt, denn dass der MA seine Meinung/Einstellung ändert, ist wohl kaum zu erwarten, und ihn zu behalten heisst als Arbeitgeber, dass man die Meinung/Einstellung im Unternehmen oder Verein duldet.
 
Kann mir jemand ein Beispiel für eine seiner extremistischen, gruppenbezogenen Diskriminierungen in Form von Homophobie und Fremdenfeindlichkeit zeigen? Ich habe bisher in keiner Quelle davon lesen können.
 
Aus meiner Sicht wäre der Ruf nicht gewahrt, denn dass der MA seine Meinung/Einstellung ändert, ist wohl kaum zu erwarten, und ihn zu behalten heisst als Arbeitgeber, dass man die Meinung/Einstellung im Unternehmen oder Verein duldet.
Es gibt in Lübeck eine große Firma, dort wurde mehr oder weniger, je nach MA, offen über die Dinge, die die Welt bewegen, geredet.
In neuester Zeit redet man vielleicht noch über das Wetter, die Kinder, den Urlaub, belangloses eben, eben aus diesem Grund, wie Du ihn beschrieben hast. Bald wird nur noch hinter der vorgehaltenen Hand gesprochen, aus Angst, irgendwo anzuecken. Nun mag jeder für sich entscheiden, ob es das ist, was man gerne möchte.
 
Du meinst, dass es zwar ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, dass aber von den Inhalten abhängig gemacht werden sollte, ob die Meinungsäußerung Konsequenzen hat?

Du meinst, dass ein Arbeitgeber abweichende Meinungen nicht dulden muss?

Prima!
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Es gibt in Lübeck eine große Firma, dort wurde mehr oder weniger, je nach MA, offen über die Dinge, die die Welt bewegen, geredet.
In neuester Zeit redet man vielleicht noch über das Wetter, die Kinder, den Urlaub, belangloses eben, eben aus diesem Grund, wie Du ihn beschrieben hast. Bald wird nur noch hinter der vorgehaltenen Hand gesprochen, aus Angst, irgendwo anzuecken. Nun mag jeder für sich entscheiden, ob es das
ist, was man gerne möchte.
Und was hat das Bitte mit Petry ./. Hertha BSC zu tun? Hier geht es darum, dass Meinung eines Vereins-Mitarbeiters in einer Zeitung veröffentlicht wurde und nicht um den firmeninternen Tratsch unter Kollegen.

Übrigens, nur mal so als Randnotiz bzw. Denkanstoß zum Thema "wird nur noch hinter der vorgehaltenen Hand gesprochen, aus Angst, irgendwo anzuecken. Nun mag jeder für sich entscheiden, ob es das ist, was man gerne möchte": Über die Meinungsfreiheit in Ungarn - dem Land, in dem Petry das Interview mit seinen diskriminierenden Äußerungen gab - schreibt Amnesty International:
In Ungarn werden Recht und Rechtsstaatlichkeit immer stärker missachtet. Justiz, Zivilgesellschaft und Journalismus erleben das auf sehr einschneidende Weise. [...] Das Abgleiten Ungarns in ein System, das dabei ist, immer undemokratischer zu werden [...] äußert sich auch in einem erdrückenden öffentlichen Klima, in dem all jene, die sich dem herrschenden Diskurs verweigern, als Feinde, Heimatverräter, "Migrantenstreichler" oder "Gender-Idioten" diffamiert werden. [...] "Die Gräben in Ungarn werden immer tiefer, die Gesellschaft ist extrem polarisiert", sagt Vig. "Wir haben ein völlig vergiftetes öffentliches Klima, sogar in vielen Familien wird nicht mehr miteinander gesprochen. Obdachlose, Migranten und Roma sind auf eine Weise Sündenböcke, die zutiefst erschreckend ist. Ich hatte früher Freunde, die völlig anderer Meinung waren. Trotzdem haben wir miteinander gesprochen und zusammen gefeiert. Das geht schon lange nicht mehr."
https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/ungarn-sehr-schlechtem-zustand

Wer möchte sich das antun?
 
@Lübecker, wie @Bremen schon sagte, ist es ein Riesenunterschied, ob man ich firmenintern oder öffentlich kritisch äussert. Ersteres sollte ein Arbeitgeber aushalten, auch weil es am Ende dazu beitragen kann, Dinge zu verbessern. Dass das nicht überall gegeben ist, ist für mich ein Misstand und wäre, wenn es bei mir wäre wie von Dir beschrieben, Grund für einen Jobwechsel. Das zweite - sich äussern in der Öffentlichkeit - ist eine völlig andere Sache, und da muss mMn ein Arbeitgeber nicht alles tolerieren.
 
Und was hat das Bitte mit Petry ./. Hertha BSC zu tun? Hier geht es darum, dass Meinung eines Vereins-Mitarbeiters in einer Zeitung veröffentlicht wurde und nicht um den firmeninternen Tratsch unter Kollegen.

Übrigens, nur mal so als Randnotiz bzw. Denkanstoß zum Thema "wird nur noch hinter der vorgehaltenen Hand gesprochen, aus Angst, irgendwo anzuecken. Nun mag jeder für sich entscheiden, ob es das ist, was man gerne möchte": Über die Meinungsfreiheit in Ungarn - dem Land, in dem Petry das Interview mit seinen diskriminierenden Äußerungen gab - schreibt Amnesty International:

https://www.amnesty.de/informieren/amnesty-journal/ungarn-sehr-schlechtem-zustand

Wer möchte sich das antun?
Keiner möchte sich das antun, nur das, was in Ungarn geschieht trifft in Teilen leider auch auf unser Land zu. Das ist das, was mich an dieser Geschichte so stört, dieses Schwarz/Weiß-Denken, für Grautöne ist kein Platz mehr.
Und zu meinem Eingangstext: Du weißt, das es nicht um Firmentratsch geht, sondern darum, das zunehmend ein Klima der Angst entsteht, man sich gut überlegen muss, mit wem man was bespricht. Dein ostentatives nichtverstehenwollen ist erkannt;)
 
Keiner möchte sich das antun, nur das, was in Ungarn geschieht trifft in Teilen leider auch auf unser Land zu. Das ist das, was mich an dieser Geschichte so stört, dieses Schwarz/Weiß-Denken, für Grautöne ist kein Platz mehr.
Und zu meinem Eingangstext: Du weißt, das es nicht um Firmentratsch geht, sondern darum, das zunehmend ein Klima der Angst entsteht, man sich gut überlegen muss, mit wem man was bespricht. Dein ostentatives nichtverstehenwollen ist erkannt;)

Richtig, Schwarz-Weiß-Denken und Klima der Angst haben auch hierzulande zugenommen. Aber worin hat das seinen Ursprung? Dies sind keine Resultate von selbstständigen Prozesse in den jeweiligen Gesellschaften, sondern sind dadurch entstanden, dass Populisten ein Grundgefühl - die Angst - von uns Menschen sich zunutze machen. D.h. diese Populisten erklären mit ihren Hetze gegen Minderheiten, weil diese sich am wenigsten wehren können, zu Feindbildern. und schüren somit die Ängste, die das Schwarz-Weiß-Denken und somit die Spaltungen der Gesellschaft befeuern. Und das ist das gefährliche, um nicht zu sagen, das perfide an den Populisten: von ihnen kommt das Wehklagen des Schwarz-Weiß-Denkens, dabei verfahren sie selbst nach dem Motto "Wer nicht für uns ist, ist automatisch gegen uns." Warum wohl werden in von Populisten regierten Staaten - losgelöst davon, ob politisch Links- oder Rechtsaußen stehend - als erstes kritische Medien und Oppositionelle mundtot gemacht und zum Teil sogar verfolgt? Diese Vorgehensweise ist keine Unart der Gegenwart, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Andere Völker / Nationalitäten bzw. andere Religionen dienten schon in der Antike als Feindbilder ebenso wie Menschen mit anderer als der heterosexuellen Orientierung. All diese v.g. Dinge blenden Populisten sowie ihre Anhänger / Sympathisanten ostentativ aus. ;)

Diese immer stärker werdende Hetze von Populisten gegen Minderheiten mit der Folge des Schürens von Ängsten, Schwarz-Weiß-Denken sowie Spaltung der Gesellschaft führte dazu, dass die Sportvereine sich im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung öffentlich gegen dagegen positionierten. Nicht nur bei Hertha BSC, dem Thema dieses Threads, sondern u.a. auch bei Werder Bremen, wo Vereinspräsident Präsident Hubertus Hess-Grunewald äußerte:
„Unser Ziel ist es, klare Kante gegen Nazis zu zeigen, gerade weil wir in einer Zeit leben, in der die Trennschärfe zwischen rechtsradikalen Parolen und bürgerlich-konservativem Gedankengut immer mehr verschwimmt. Massenwirksame Bühnen wie die Fußballstadien unseres Landes dürfen nicht von Nazis missbraucht werden. Das ist unsere Verantwortung und der wollen wir uns stellen. Wir wollen alle unterstützen, die den Mut haben, darauf aufmerksam zu machen und sich aktiv gegen die erneute Ausbreitung dieser menschenverachtenden Haltung zu wehren“
https://www.werder.de/aktuell/news/sonstiges/pm-soli-aktion-babelsberg-16022018/

Bei einer solch klaren Abgrenzung gegen dieses perfides Gedankengut sollte jedem Mitarbeiter ohne arbeitsvertragliche Kodizes, jedem Mitglied, jedem Fan etc. eines Profivereins bewusst sein, das menschenverachtende Haltungen dort unerwünscht sind.
 
Warum wohl werden in von Populisten regierten Staaten - losgelöst davon, ob politisch Links- oder Rechtsaußen stehend - als erstes kritische Medien und Oppositionelle mundtot gemacht und zum Teil sogar verfolgt?

Und wer bekämpft unabhängige Medien in Deutschland derzeit am stärksten? Richtig, die die angeblich nichts mehr sagen dürfen. Und das sie nichts mehr sagen dürfen, sagen sie gerne auch live. Während sie sich in ihrer Opferrolle suhlen. Zsolt Petry muss man, egal was er in dem Interview sagt, immerhin zugute halten: Er begibt sich nicht in diese Opferrolle.

"Ich war sehr gern für Hertha BSC tätig und respektiere diese Entscheidung. Ich wünsche allen bei Hertha BSC viel Erfolg für die Zukunft."

 
Und wer bekämpft unabhängige Medien in Deutschland derzeit am stärksten? Richtig, die die angeblich nichts mehr sagen dürfen. Und das sie nichts mehr sagen dürfen, sagen sie gerne auch live. Während sie sich in ihrer Opferrolle suhlen. Zsolt Petry muss man, egal was er in dem Interview sagt, immerhin zugute halten: Er begibt sich nicht in diese Opferrolle.

"Ich war sehr gern für Hertha BSC tätig und respektiere diese Entscheidung. Ich wünsche allen bei Hertha BSC viel Erfolg für die Zukunft."

Damit ist er tatsöchlich eine Ausnahme. Denn eine Meinung äußern, etwas tun oder etwas unterlassen und die Konsequenzen aus seinen eigenen Entscheidungen zu tragen, ohne sich als Opfer zu sehen und ohne seine eigene Verantwortung klein zu reden, ist, so meine Wahrnehmung, leider nicht mehr üblich....
 
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