Die schlechte Heimbilanz ist nicht im Spielplan begründet, sondern primär in uns selbst. Klar, in den ersten 4 Heimpartien gegen Bayern, Dortmund und Leverkusen zu spielen ist ein harter Brocken, aber d.h. nicht automatisch, dass die kommenden 13 Gegner im Weserstadion leichter für uns werden. Denn gerade gegen tief stehende Gäste haben wir erfahrungsgemäß oft unsere altbekannten Schwierigkeiten.
Gestern hat das Team über alle Positionen hinweg eine gute bis sehr gute Leistung gebracht, trotzdem reichte es am Ende "nur" zu einem 2:2. Setzt Wirtz seinen Gewaltschuss kurz vor dem Ausgleich nicht an den Pfosten sondern ins Tor, geht selbst ein solches, gut geführtes Spiel womöglich verloren. In der ersten Halbzeit spielt Werder den Gegner fast "an die berühmte Wand", vergisst aber das Toreschiessen. Der Gegner aus Leverkusen, amtierender Doublesieger, nutzt seine einzige Chance zur sehr schmeichelhaften Pausenführung.
Der Erfolg in einem Spiel hat also nicht immer nur etwas mit der eigenen Leistung zu tun, es muss auch IRGENDWIE an der Qualität des Gegners liegen. Das wusste Otto Rehhagel schon vor Jahrzehnten, als er scherzhaft meinte, "ohne Gegner würden wir jedes Spiel gewinnen."
Irgendwie dreht sich die Diskussion im Kreis, wurde hier doch schon mehrmals, zuletzt vor wenigen Tagen, darauf hingewiesen, dass es nicht um Automatismen oder Sicherheiten geht, sondern um WAHRSCHEINLICHKEITEN. Die Wahrscheinlichkeit gegen einen schwächeren Gegner erfolgreich zu sein dürfte in aller Regel ÜBER der gegen einen stärkeren wie Dortmund, Leverkusen, Freiburg und insbesondere Bayern München liegen.
Mehr ist es nicht. Es kommt nun drauf an, was die Mannschaft jeweils draus machen wird und was der jeweilige Gegner zulässt.