Findest du?
Ich erinnere mich an letzten Sommer, wo wir an dieser Stelle exakt über gewisse Defensivprobleme gesprochen haben.
Wir haben in den letzten Jahren - schon vor dem Abstieg - ein großes Problem gehabt. Spiele gingen unnötig verloren, obwohl wir eigentlich gut in der Partie waren. Ständig Ergebnisse wie 0:1 oder 1:2. Nicht zu vergessen die guten Partien gegen die Bayern, in denen wir nach gutem Spiel und sogar Führungstreffer regelmäßig unter die Räder kamen.
Ich habe im Sommer schon gesagt, dass unsere Abwehr unter dem Dauerdruck zu kämpfen hat. Meine Lösung war damals ein besseres Mittelfeld, aber ich hatte Unrecht. Die Lösung war Zetti hinter einer stabilen Dreierkette.
Das ist schon eine signifikante Änderung zum letzten Jahr. Dass wir leistungstechnisch durch viel zu viele Ausfälle zurückgeworfen wurden, spielt dabei keine Rolle.
Ja, finde ich.
Ich erinnere mich auch an die Defensiv-Diskussion im Sommer und gemessen daran habe ich auch Verbesserungen unserer Defensive wahrgenommen. Was sogar so weit ging, dass ich während unserer guten Serie Anfang 2024 anmerkte, als ein Mitforist die deutlich weniger geschossenen Tore beklagte, dass wir dafür im Vergleich zur Vorsaison auch deutlich weniger Tore kassierten. Vor allem darin begründet, wie von
@harlem24 korrekt angemerkt , unser defensives Mittelfeld grundsätzlich stabiler geworden ist. Auch bzw. gerade deshalb, weil mit Lynen endlich die 6er Position adäquat besetzt ist - deren Vakanz übrigens schon in den Jahren vor dem Abstieg mehrere Mitforisten, u.a.
@syker1983 und ich, bemängelten, diese Vakanz jedoch, u.a. von
@FatTony in der von ihn schon seinerzeit gewohnten Weise mit argumentum ad hominem, negiert wurde... Aber diese Verbesserungen waren leider nur temporär, denn es folgte eine Serie von 7 sieglosen Spielen mit 5 Niederlagen, die u.a. auch Taktik-Analyst Tobias Escher an der unzureichenden Defensivarbeit festmachte. Das ist keine signifikante Weiterentwicklung, sondern die Aneinanderreihung größeren Ausschlägen nach oben bzw. unten. In den letzten beiden Partien war unsere Abwehrarbeit wieder stabiler, aber gerade einmal 2 Spiele reichen nicht für eine Bewertung aus, ob diese nur ein bzw. der Beginn einer erneut besseren Phase in der Defensive oder ggf. doch der Auftakt zu einer nachhaltigen, stabilen defensiven Grundordnung ist.
Mein Einwurf über die nicht signifikanten Weiterentwicklungen bezieht sich jedoch nicht nur auf die Defensive, sondern auf den Gesamtbild. Rückschläge sind stets ein untrennbarer Teil einer Entwicklung, aber dennoch fehlt es mMn (noch) in den ersten beiden Jahren nach dem Wiederaufstieg an den Signalen, die berechtigte Hoffnung für das Gespür geben, dass hier etwas gutes zusammenwächst. So wie in den ersten beiden Jahren nach dem Beinahe-Abstieg 1999, wo trotz unvermeidbarer Rückschläge eben jenes gute Gefühl vorhanden war (auch wenn wohl keiner ahnen konnte, was wenige Jahre später daraus werden sollte) - obwohl einem stets bewusst gewesen ist, dass die Karrieren von Bode, Eilts und Herzog sich dem Ende zuneigten und junge Leistungsträger wie Frings, Pizarro und Rost Begehrlichkeiten bei zahlungskräftigeren Club wecken würden. Möglicherweise und hoffentlich werden solche Signale in kommenden Saison erkennbar sein, was selbstverständlich auch super wäre. Jedoch ist das erst dann möglich, wenn signifikante Verbesserung stattgefunden haben - so weit sind wir Stand heute jedoch (noch) nicht.