Bremen
Moderator
Die Frage ist nur, warum ist das denn so, das wir gefühlt viele Gegner wieder auf die Beine helfen. Auch wenn es dann nur eine Kurzfristige Wirkung hat. Sind unsere Spieler einfach zu naiv ? Oder stimmt die Einstellung oder stimmt die Qualität der Spieler nicht um da wachsam genug zu sein um sowas nicht zu zulassen. Es ist vielleicht alles zusammen. Aber ist das es denn dann so einfach zu erklären, das es uns Jahre Lang immer wieder passiert. Ist da kein selbst lern Effekt da? Das kann es doch auch nicht sein. Man lernt doch in den Meisten Berufen täglich was neues dazu.
"Ein Fisch fängt stets am Kopf zu stinken an."
"Ein kluges Pferd springt nur so hoch wie es springen muß"
Diese beiden Redewendungen sind zwar keine Antwort auf deine v.g. Fragen, jedoch spiegeln sie mMn die dahingehende Situation bei Werder ganz gut wider.
Denn die Erwartungshaltung der Bosse bei Werder an Trainer und das kickende Personal wirkt überwiegend nicht besonders hoch. Das sorgt zwar für viel Harmonie, geht jedoch zu Lasten der Forderung und in Folge dessen auch dem Erbringung von Leistung. Dass in 2022/23 der Klassenerhalt geschafft wurde, ist ohne Frage positiv gewesen. Jedoch gehört zum Fazit der Saison 2022/23 auch, dass Werder die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde gewesen ist - nur die etwas bessere... bzw. etwas weniger schlechte Tordifferenz verhinderte den letzten Platz der Rückrunde. Das hinderte den Geschäftsführer Sport jedoch nicht daran, dem Trainer OW, und somit auch der Mannschaft, eine sehr gute Arbeit der Mannschaft zu konstatieren. D.h. die Beurteilung von FB beinhaltete nur nur "Weiß" , obwohl einige unübersehbare schwarze Nuancen unter dem Strich für ein "Grau" sorgten. Was auch normal ist, denn es gibt kein "nur Weiß" bzw. "nur Schwarz", sondern es sind viele Grautöne dabei.
Diese sehr beschönigenden Äußerungen suggerieren, ob nun so gewollt oder nicht, ein Art von "Ruhekissen". Doch "Ruhekissen" und "Wettbewerb" sind Widersprüche in sich. Denn gerade bei geringeren wirtschaftlichen Möglichkeiten ist es um so wichtiger, dass Bosse u.a. hellwach sind, kluge wie weitsichtige Entscheidungen treffen und die richtige Balance in der Mitarbeiterführung zwischen Förderung und Forderung, zwischen Lob und Tadel etc. finden. Nicht nur im Profifußball, sondern in den meisten Berufen auch.
Bei Werder wirkt es jedoch so, dass diese richtige Ausgewogenheit nicht nicht vorhanden ist. Hier erscheint es schon seit Jahren so, dass die Anzahlen von guten bis zufriedenstellenden Auftritten und der dessen, was von den Führungskräften an positiven nach außen kommuniziert wird, sich nicht selten diametral gegenüberstehen. Dementsprechend wäre es nicht verwunderlich, dass die Mannschaft sich (un)bewusst für stärker hält, als sie tatsächlich ist - und somit (un)bewusst zu oft nicht mit der Einstellung in die Partien geht, die für Spiele gegen unmittelbaren Konkurrenten um den Klassenerhalt erforderlich ist.
Das ist sicherlich nicht die alleinige Erklärung, aber eine (möglich) von mehreren Ursachen, warum wir Gegner oft auf die Beine helfen.
