Ich bin der Meinung du machst es dir ein wenig einfach. Zur Zeit fehlt es an einigem. Und nicht nur Abschlussglück. Hinten mag ja noch einigermaßen gehen. Aber das Mittelfeld ist zu langsam, zu viele Fehlabspiele. Defensiv wird auch nicht immer mit der nötigen Konsequenz gespielt. Gerade gestern durften die Nürnberger mehrere Male durch das Spielfeld marschieren ohne überhaupt mal angegriffen zu werden. Und im Angriff, es werden einfach zu viele Chancen gebraucht.
Noch ist die Ausgangslage gut, aber der zweite Tabellenplatz übertünscht so manches. Der Trend ist nicht gerade überragend. Ich hoffen das Ole Werner intern anders spricht als in der Öffentlichkeit. Den von guten Spielen zu sprechen erinnert mich schon zum Teil an vergangene Tage. Vor allem muss die Mannschaft es endlich mal wieder schaffen von Anfang an im Spiel zu sein. Und nicht oft genug erst der Musik hinterherzulaufen.
Die Mannschaft hat es geschafft sich nach oben zu kämpfen, muss jetzt aber aufpassen das sie im Endspurt nicht alles verspielt. Denn bei allem Charme die die zweite Liga hat, im nächsten Jahr würde der Aufstieg noch schwerer werden. Die Zusammensetzung der Mannschaft würde garantiert, schon allein aus finanziellen Gründen, nicht besser werden
In einer virtuellen "Ole-Werner-Tsbelle", d. h. einer vom 16. bis zum 30. Spieltag, über insgesamt 15 Spieltage und damit fast einer Halbserie, würde Werder mit 34 Punkten (10 Siegen, 4 Remis, 1 Niederlage) vor Schalke mit 30 Punkten (9,3,3), Nürnberg mit 26 (8, 2, 5 ) und Sandhausen mit 23 Punkten (5, 8, 2) führen.
Unter Ole Werner wurden, wer erinnert sich nicht, die ersten 7 Spiele durchweg gewonnen. Seitdem gab es eine Bilanz von 3, 4, 1, u.a. gegen den HSV, gegen Darmdtadt, gegen St. Pauli, Nürnberg und gegen Sandhausen.
Auch während der Siegesserie gab es viele knappe Spiele, klare Siege gab es unter Ole Werner nur gegen Aue, in Hannover und gegen Düsseldorf.
Gewisse Probleme in der Abwehr ziehen sich durch die gesamte Saison. Seit einigen Wochen wird gerade dieser Mannschaftstril zusätzlich durch ständige Änderungen, sei es aufgrund von Verletzungen oder von Sperren, geplagt. Notwendige Umstellungen in der Abwehr, insbesondere die von Groß und die der Außenverteidiger, wirken sich leider auch auf das ohnehin am schwächsten besetzte Mittelfeld aus, insbesondere defensiv.
Das offensive Mittelfeld leidet unter der nicht geklärten Rolle und den starken Leistungsschwankungen eines Leonardo Bittencourts und den häufigen Wechseln auf den Aussen. Romano Schmid ist hinter den Spitzen die einzige Konstante.
Im Sturm harmonierten die beiden "hässlichen Vögel" lange sehr gut miteinander und ergänzten sich prächtig. Seit der Corona-bedingten Pause Duckschs läuft dieser seiner Form hinterher. Das ist auch deshalb ungünstig, weil gerade Ducksch die Defizite des offensiven Mittelfelds oft kompensieren konnte, wozu er zuletzt nicht mehr in der Lage war.
Es gibt selbstverständlich Defizite und Probleme. Insgesamt klagt Werder derzeit aber, angesichts der Ergebnisse unter dem Trainer Werner und angesichts der letzten Gegner, auf relativ hohem Niveau. Die ärgerlicherlichsten Punktverluste erfolgten noch unter dem ehemaligen Trainer Anfang oder den Zwischenlösungen. Man denke an Dresden, an Kiel, an Sandhausen.
Wir werden sehen, wie Werder die letzten 4 Spiele angehen wird. Ich denke, dass sb sofort wieder alle Sinne geschärft sein werden und halte gerade das Spiel auf Schalke dafür für gut geeignet. Ich erwarte, dass ab sofort wieder jeder Spieler den berühmten Schritt mehr machen wird, um die notwendigen Siege und Punkte für den Aufstieg zu erzwingen und das nötige Spielglück wieder auf unsere Seite zu ziehen, wie vor Wochen in Paderborn. Für mich das bisher beste Beispiel von Siegeswillen, Kampf und Konsequenz der bisherigen Saison.