Die Entstehung der zwei Tore spricht doch da für sich. Beim ersten Tor pennt der Wolfsburger an der eigenen Eckfahne, trennt sich nicht rechtzeitig vom Ball, weil er den Platz nach einer Anspielstation abscannt, Osako stört ihn gut und spielt den Ball dann direkt in den Fünfer und Tor. Das war nicht Offensiv herausgespielt, sondern eben mal gut und erfolgreich gepresst. Leider war davon aber gestern auch zu wenig.
Mit "zu wenig" stimme ich dir vorbehaltlos zu, denn das kommt den Ereignissen von gestern Abend näher als das, was dein Post von 9:56 h suggeriert

Natürlich haben wir bei unseren Toren von der Schlafmützigkeit der Radkappen profitiert, aber das ist im Fußball nichts ungewöhnliches, denn die meisten Tore werden durch Fehler der verteidigenden Mannschaft zumindest begünstigt. Aber diese Tore fallen jedoch i.d.R. auch nur dann, wenn die Angreifer in der Lage sind, die Schwächen der Verteidigenden inkl. etwaiger Eigentore für sich zu nutzen. Daher sind die 3 Tore von gestern in der Alleinbetrachtung bei aller berechtigter Kritik kein schlechter Wert, denn:
Für mich war das gestern in der ersten Hälfte wirklich grottig. Es wurde wie gesagt mit der Umstellung durch die Einwechslung von Möhwald etwas besser, aber bis zum Halbzeitpfiff waren wir nicht am Spiel beteiligt. Das 3:2 war absolut sinnbildlich dafür.
Die 1. HZ war deshalb grottig, weil das kollektive Schnarchen unserer Truppe bei der Defensivarbeit bis zum Walsroder Dreieck zu hören war. Und genau deshalb haben wir gestern verloren, nicht weil wir "nur" 3 Tore erzielen, sondern weil defensiv zu schlecht agiert wurde. Nach der Führung haben wir uns zu sehr in die Defensive drängen lassen, bei der Entstehung zum 1:1 konnte Lacroix vor der dem Pass zu Baku so ungehindert durch unsere Hälfte spazieren wie Oma und Opa Sengstake beim Nachmittagsspaziergang im Bremer Bürgerpark und beim 3:2 befand sich unsere Truppe wahrscheinlich noch im Jubelmodus, so dass Rashica, Bittencourt und Theo für den Flankengeber (Bekalo?) Spalier standen wie die Queen's Guards
vor Elisabeth II. Bei einer so stümperhaften Verteidigung braucht man sich nicht wundern, wenn ein Spiel trotz 3 Torerfolge verloren geht.
Die bisherige Saison hat eine - längst nicht neue Erkenntnis - gebracht: für den Erfolg muss sie Spiel für Spiel nahezu an die 100% und ggf. mehr geben, ansonsten wird es schwierig bis - so wie gestern und sogar bei einem Gegner mit vielen eigenen Schwächen im Spiel - unmöglich, erfolgreich zu agieren.