Bremen
Moderator
Keine Ahnung, es kommt wie es kommt. Das letzte Spiel werde ich vermutlich eh nicht gucken können. Würde Pizarro noch ein Tor zum Abschluss seiner Karriere gönnen. Was danach kommt...kommt halt. Nach dem ganzen Corona-Shit ist es für mich eh kein Drama, ich kann aber auch nicht behaupten, dass das Spiel heute mich kalt lässt.
Mit dem immer wahrscheinlicher werdenden Abstieg habe ich mich schon seit längerem abgefunden, denn er ist ("wäre" mag man schon gar mehr schreiben) größtenteils die Folge dessen, daß die in der letzten Dekade hier gemachten Fehler nicht mit der nötigen Konsequenz behoben wurden. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis es uns erwischt.
Kalt lässt mich die ganze Sache jedoch auch nicht. Ich war 1982 das erste Mal im Weserstadion, bin seit 1984 Werder-Fan, habe im Weserstadion sowohl den Kutzop-Elfer 1986an Pfosten ploppen gehört wie die zahlreichen Europapokalschlachten mit den Wundern von der Weser in der Rehhagel-Ära erlebt - in einer Zeit, in der Werder zuhause eine fast unschlagbare Macht war, denn in den 5 Saisons 84/85 - 88/89 verlor Werder ganze 3 (!) Buli-Spiele im Weserstadion - war bei allen 6 Werder-Pokalendspielen von 1989-2004 in Berlin dabei. Es gab viele Titel zu feiern, zwischendurch gab es auch düstere Jahre mit dem dramatischen Klassenerhalt 1999, dem eine fundierte, zielorientierte, weitsichtige sportlich wie wirtschaftliche, an den Gegebenheiten des Profifußballs orientierte Aufbauarbeit zu einem Doublesieger und mehrfachen CL-Teilnehmer folgte.
Doch diese Tugenden, durch die Werder auch außerhalb des eigenen Einzugsgebiet Fans, Sympathien oder zumindest Respekt erarbeite, wurden in den letzten 10+x Jahre immer seltener, so daß eine schleichende, jedoch von Beginn an nicht unübersehbare Stagnation begann die in Ermangelung an zielführenden Maßnahmen zu dem führte, wo Werder heute steht. "Selbst schuld" lässt sich somit im Grundsatz konstatieren, doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn anders als die Führungs- und deren Aufsichtskräfte sowie große Teile der Mannschaft kann man dem Team hinter der Profimannschaft (Zeug- und Platzwarte, Reinigungs-sowie Servicekräfte für Tickets, im Fan-Shop etc.) wohl nicht vorwerfen, nicht das Notwendige für Werder gegeben zu haben. Besonders für diese Menschen ist der Status Quo ein Drama - sehr wahrscheinlich ein noch größeres als für die gescholtenen Fan-Seelen. Und für Piza kann es auch einem Leid tun, denn ein so wunderbarer Mensch und großartiger Spieler, der bei Werder schon seit Jahren eine Legende ist und selbst bei Fans anderer Vereine ein sehr hohes ansehen genießt, hat ein solches Karriereende wahrlich nicht verdient.
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