Beim Lesen der verschiedenen Beiträge juckt es in den Fingern, auch mal meinen Senf einzubringen. Fange ich mal oben an:
Das ganze Konstrukt Werder (Verein+KGaA) wird als Verein geführt. Daran ändert auch die Ausgliederung der KGaA nichts, die wurde nur zur Trennung der Profiabteilung gegründet. In der langen Zeit des Bestehens fand sich keiner, der Anteile erwerben wollte? Mag ich nicht glauben.
Die mangelnde (Risiko-)Bereitschaft, auch in erfolgreichen Jahren, hat verhindert, das sich Werder in die obere Riege einordnen konnte. Seit 10 Jahren bewegt sich Werder in den unteren Region und seit 10 Jahren bewegen sie sich im Krebsgang. Die gesamte Führungsetage agiert im Sinne eines Vereins anstatt sich den Gesetzen des Profifussballs anzupassen.
Sportdirektor Baumann agiert sehr unglücklich bei seinen Geschäften. Eine nachhaltige Mittelfristplanung, mehr ginge auch nicht in dem Geschäft, vermisse ich, jedenfalls ist sie mir nicht ersichtlich. Da mag der vielbesprochene Stallgeruch seine Auswirkungen haben, grundsätzlich aber würde ich eine straffere Führung in dem Bereich befürworten. Das ist mir alles zu kuschelig angelegt.
Dieser Kuschelkurs setzt sich fort bei Kohfeld. Hier sehe ich den größten Knackpunkt.
FK ist seinerzeit angetreten, die Mannschaft vor dem Abstieg zu retten, was ja bekanntlich auch gelungen ist, aber rmit fortschreitender Zeit macht sich bei mir die Meinung breit, das er überschätzt wurde. Wenn ich mir überlege, ich hätte solch einen Vorgesetzten gehabt, der mir die Uhr erklärt, wenn ich ihn nach der Zeit frage, ich hätte irgendwann zugemacht. Ich kann mir gut vorstellen, das er angetreten ist, den Kopf voller Ideen und ausgezeichnet als »Trainer des Jahres«, den Verein voran zu bringen. Er war Everybody’s Darling, eloquent in seinen Interviews, der geborene Verkäufer, und als er in der letzten Saison knapp die EL verpasste, war er praktisch auf dem Höhepunkt (seines) Schaffens. Aber irgend etwas stimmt im Gefüge Mannschaft/Trainer nicht mehr, was es ist, kann man wiederum nur vermuten. Ich denke, das er die Mannschaft einfach nicht mehr erreicht, das seine Ansprachen und Vorgaben zwar gehört aber nicht (mehr) befolgt werden. Wenn diese Ansprachen in der gleichen epischen Breite vorgetragen werden, würde mich nicht wundern, wenn auch die Spieler »ermüden«. Dazu kommen seine oft seltsam erscheinenden Personalentscheidungen, z.B. Spieler positionsfremd einzusetzen. Am Beispiel JEggestein: erst lobt er ihn als den Boxspieler, um ihn dann auf Außen einzusetzen. Das Ergebnis ist bekannt. Die Entwicklung der Mannschaft an sich wurde/wird hier ausführlich diskutiert, will mich also nicht wiederholen.
Für mich hat Florian Kohfeldt ausgedient. Schade drum, aber um die Mannschaft in der Bundesliga zu halten, müssen einfach Veränderungen her. Jetzt!