Du triffst doch fast den Punkt. Selbstredend versucht ein jeder, gemachte Fehler nicht zu wiederholen. Im speziellen Fall TS spreche ich nicht von systemischen Fehlern, sondern versuche, die Stationen einzeln zu betrachten. Dabei stellt man fest, das z.B. Frankfurt mit Platz 9 gar nicht so schlecht war. Das es dann in Hannover nicht funktionierte, stimmt, aber über wirkliche Ursachen wissen wir wenig bis gar nichts. Bei Werder war zum Schluß einfach die Luft raus und da muß man ihm vorhalten, nicht von selber gegangen zu sein. Aber in diesem Geschäft hat man es mit Menschen zu tun und mehr als in normalen Jobs. TS aber aufgrund der genannten "Schwächen" die Fähigkeit zu reflektiertem Arbeiten abzusprechen, halte ich für gewagt.
Und Deine Aussage zu Bewerbung und Zeugnissen. In Deutschland wird sich viel nach Bewerbung und Zeugnissen gerichtet, das ist für eine Vorauswahl auch gut und richtig, aber letztendlich entscheidet der persönliche Eindruck. Auch wenn Lebensläufe einen Knick haben und/oder es leere Stellen im Berufsleben gibt, sind diese nicht immer die schlechtesten, aber das ist ein anderes Thema.
da kann man nur den schön zusammengefassten text aus einem anderen post zitieren. weiterentwicklung bei ts, auch taktisch? jedenfalls fehlanzeige, das war ein stures festhalten an alten mustern.
"In der Saison 2014/15 ließ Frankfurt – soweit ich mich recht erinnere - nach Hoffenheim (Gisdol) und Werder die drittmeisten Torschüsse zu, erspielte selbst aber weniger Torchancen als 11 andere Mannschaften der Liga. Dafür hatte Frankfurt die beste Chancenverwertung der Liga. Beides beruhte speziell auf individuellen Qualitäten. Trapp, der die meisten Großchancen abwehrte und auch statistisch seiner Mannschaft die meisten Spiele rettete im Vergleich zu anderen Bundesligisten. Letztlich hat Trapp seine Klasse auch in der Saison danach bei Paris bewiesen, als er zu einem der besten CL-Torhüter aufstieg. Aber jenen Trapp hatte Veh halt in der Folgesaison nicht mehr. Und zum anderen Meier (Chancenverwertung).
Dann wurde philosophiert, Schaaf hätte ohne Abgänge von Leistungsträgern auskommen müssen. Die vermeintlichen Leistungsträger- Abgänge hießen Barnetta, Schwegler, Rode und Jung. Bis auf Schwegler hat keiner danach irgendwo wirklich überzeugt und die waren davor auch schon in Frankfurt bzw. woanders nix Großes in der BL. Geholt hat Frankfurt damals Seferovic, Chandler, Hasebe, allesamt auch in der Zeit nach Schaaf bzw. bis heute Leistungsträger. Die Frankfurter Transferpolitik in jenem Sommer, als Schaaf kam, war gut.
Ein anderes Argument hieß, Frankfurt unter TS wäre von Schiedsrichtern entscheidend benachteiligt worden. In der Anfangsphase stimmte das auch, da bekamen die in 2 Spielen berechtigte Elfmeter nicht, was 4 Punkte mehr hätte bringen können. Dabei geht allerdings unter, dass bspw. in WOB Malanda aus 3 Metern nur den Pfosten traf und in der Gesamtbetrachtung der Spiele Frankfurt nicht selten einiges an Glück hatte. Und beim 5:2 gegen Werder waren die Dosenöffner das 1:0 und das 2:1, beides irrregulär. Der einstellige Tabellenplatz am letzten Spieltag resultierte aus einem hochglücklichen Sieg gegen Leverkusen, auch weil Werder unglücklich in Dortmund verlor. Hinzu kam, dass Schaaf anders als Veh in der Vorsaison ohne Doppelbelastung mit EL auskommen konnte, zudem früh im Pokal raus war.
Schaaf gelang es über die gesamte Saison nicht, die Frankfurter Spielanlage zu festigen und zu strukturieren. Das wäre in der Anfangsphase noch nachvollziehbar gewesen, komischerweise stabilisierte sich das Team auch in der Rückrunde nicht, im Gegenteil. FFM spielte oftmals noch konfuser, eine klare Strategie im Verhalten gegen und mit Ball war noch seltener zu erkennen als in der Hinrunde. Bruchhagen sagte im Interview: "Du hast nie das Gefühl, dass wir es durchbringen".
Eine beispielhafte Anekdote: Er ließ mit tiefstehenden Außenverteidigern spielen. Das hat schon bei Werder dafür gesorgt, dass sämtliche Links- und Rechtsverteidiger scheiterten, weil die Abstände sowohl mit (im Aufbau), als auch bei Ballverlust zu groß waren. Weil Schaaf es nie schaffte, im Mittelfeld Laufwege und Raumverhalten abzustimmen.
Schaaf für sich gesehen spielte zum x-ten Mal eine schlechtere Rückrunde als Hinrunde. Und das ist bezeichnend. Gerade in Rückrunden zeigt sich oft die Qualität von Trainern, wenn ihre Mannschaften besser/ konstruktiver werden. In der Hinrunde kannst Du öfter überraschende Ergebnisse erzielen, weil viele Gegner noch unbedarft sind. Das ändert sich, wenn die Spiele bis Saisonende und damit die zu erreichenden Punkte weniger werden. Dann steigt der Druck, die Konzentration bei allen Mannschaften ist höher. Bruchhagen im Doppelpass: "Wir bekommen keine Solidität hin. Das bringt unnötige Schwankungen.“
Wer das als überraschend gute Saison preist.... Am Ende stand Schaaf bei Frankfurt massiv in der Kritik und sogar die eigentlichen Schaaf- Befürworter Hübner und Bruchhagen stellten auf neutral. Tatsächlich überzeugt war dort fast keiner mehr von ihm. Letztlich ging Schaaf genau deswegen. Ich würde es deshalb durchaus als "gegangen wurden" bezeichnen, auch wenn das auf dem Papier so natürlich nicht stimmt.
Und in Hannover war der Sargnagel nicht eingehauen. Hannover war Vorletzter mit 1 Punkt Rückstand auf den Drittletzten und Viertletzten und sogar nur 5 Punkte Rückstand bis zum Zwölften. Alles eng. Im Gegensatz zu Frontzeck vor der Saison hat Kinds Wunschtrainer Schaaf dann in der Winterpause seine Wunschspieler Szalei, Almeida, Fossum bekommen, dazu Wolf, den wir uns gestern nochmal anschauen durften. Dennoch hat TS ab dem 18. Spieltag dafür gesorgt, dass der Sargdeckel in Höchstgeschwindigkeit zugeschlagen wurde.
Frontzeck in 17 Spielen 14 Punkte. Schaaf in 11 Spielen 3 Punkte. Stendel danach übrigens in 6 Spielen 8 Punkte. TS mit 10 Niederlagen in 11 Spielen! Hat das überhaupt mal ein BL-Trainer geschafft? Selbst Skibbe bei Hertha nicht, der musste früher gehen…
Allerdings haben Schaaf und Allofs bei Werder den Sargnagel eingehauen. In den letzten 5 KATS-Jahren wurden 4mal die sportlichen Ziele weit verfehlt, was dafür sorgte, dass sich der zu teure Kader zum Boomerang entwickelte. In derselben Zeit schrumpfte Werders Eigenkapital auf ein Fünftel, Vereine wie Gladbach, Mainz oder Augsburg, die Werder früher bestaunten, zogen locker grinsend vorbei (mit zunächst deutlich schwächeren Kadern). Zu Buche standen am Ende die zwei schlechtesten Rückrunden und die zweitschwächste Saison der Vereinsgeschichte (nach dem Abstiegsjahr). Wenn ich die Kader sehe, kommt heute noch Wehmut hoch. In der Winterpause 11/12 verkündete Allofs, dass die viel zu teuren Verträge von Naldo und Pizarro nicht verlängert werden können. Komischerweise verlängerte Werder in derselben Winterpause den Vertrag von Schaaf, zu verbesserten Bedingungen versteht sich. Es war übrigens schon ein CL-Vertrag. Für einen Trainer der schon mehrere Jahre ziemlich erfolgslos arbeitete. Letzten Endes war TS in seinem Sabbatjahr 13/14, als er den Vertrag schließlich aussaß, der am drittbesten bezahlte BL-Trainer.
Schaaf hat in seinen letzten 270 (!) Bundesligaspielen von 2008 bis 2016 im Schnitt 1,25 Punkte pro Partie geholt. Damit liegt er im Punkteschnitt knapp über Trainern wie Oenning, Frontzeck, Babbel, Schubert oder Skibbe. Nur sogar über einen viel längeren Zeitraum. Und noch geschönt durch die Spielzeit 2009/10. Dazugelernt hat er schon lange nichts mehr. Selbst Hannover spielte im Abstiegskampf Raute mit Hoffmann als Sechser, Sane auf Halbposition und Schmiedebach/ Kiyotake als Zehner hinter 2 Spitzen Almeida, Szalei. Ohne jede Struktur oder Weiterentwicklung nach der Wintervorbereitung, ohne eine zum Spielermaterial passende Zusammenstellung auf dem Rasen. Schon die Aussagen, er hoffe auf den mentalen Befreiungsschlag, wie ihn Stuttgart hatte. Der kam aber auch nach dem Stuttgart-Sieg nicht. Das zeigt, dass Schaaf immer noch hauptsächlich auf Intuition hofft, statt seinen Mannschaften endlich einmal die nötige Struktur zu verleihen. Ein Grund für unsere ständig miesen Rückrunden damals."