Im 18. und frühen 19. Jahrhundert, als es noch keine befohlene gleichgeschaltete Schreibweisen gab, hatten die teils erheblich weniger gebildeten Menschen, soweit sie lesen und schreiben konnten überhaupt kein Problem damit, das Wort "Thäter" als "Täter" zu erkennen.
Als ich noch zur Schule ging, war es dasselbe mit bspw. "Friseur" und "Frisör".
Wenn es mittlerweile so weit gekommen ist, dass die Informationsverarbeitung darunter leidet, das nicht alle gleichgeschaltet schreiben, muss der Verlust an geistiger Kompetenz in den letzten Jahrzehnten seit der geistig-moralischen Wende des Herrn Helmut Kohn schon gewaltig sein, das wäre ja ein noch größerer Niedergang als bei Werder.
Das Argument "einfache Informationsübermittlung" ist auch in anderer Hinsicht keins: Denn die in einigen Bevölkerungskreisen leider noch ziemlich "hippe" Verballhornung der Sprache mit teils furchtbaren denglischen Wortschöpfungen wie "gedownloaded" anstelle von "herunter geladen" macht die Sprache auch erstens nicht einfacher und zweitens hemmt sie die "einfache Informationsübermittlung" ebenso wenig, als wenn man nach meinem ganz subjektiven Gefühl richtig "aufwändig" statt falsch "aufwendig" schreibt.
Einschränkungen der sprachlichen Ausdrucksfreiheit sind daher überhaupt nicht tolerabel und die Art und Weise, wie unsere Schüler aktuell mit der bescheuerten Rechtschreibung drangsaliert werden, hat Methode und hintergründige Absicht und das finde ich auch absolut daneben.
Niedersachse, ich übergebe an Sie für Ihr letztes Wort.
