Tja, was soll man sagen: Heimklatsche - aber sowas von.
Natürlich lässt sich jetzt ja wieder beschwichtigend relativieren, daß bei der Fortuna bis einschließlich zum 1:3 jeder Schuß ein Treffer war, während uns die Glückgöttin Fortuna uns so gut wie gar nicht beiseite stand. Doch damit - ebenso wie mit dem Totschlagargument, daß die Saison gerade erst begonnen hätte - diese Niederlage allein oder hauptsächlich zu begründen, wäre eine Tatsachenverklärung par excellence.
Die Unkenrufe, daß Ballbesitzfußball allein nicht ausreichend ist, wurde heute mal wieder eindrucksvoll bestätigt. Wie schreibt der
Kicker:
Es war fürs Erste der letzte Torschuss von weiterhin überlegen agierenden Bremern, die ein klares Plus in puncto Ballbesitz (knapp 70 Prozent), Passquote (fast 90 Prozent) und gespielter Pässe (zur Pause 330, Düsseldorf: 160) verbuchten.Das Tor aber machte die Fortuna.Mit etwas Glück brach Karaman bis zur Grundlinie durch und legte in den Rückraum zu Hennings ab. Da sich Gebre Selassie und Toprak gegenseitig behinderten, konnte der 31 Jahre alte Angreifer freistehend zur überraschenden Pausenführung einnetzen (36.).
Eine für uns typische Situation, wie sie in der Vergangenheit schon öfters erleben müssten, denn ohne defensivstarken 6er als Staubsauger vor der Abwehr eröffnen wir den Gegnern zu viele Torchancen. Heute beginnend mit dem 0:1 (auch wenn in dieser Situation etwas Glück für die Fortuna dabei war, aber eben auch nur etwas und mehr nicht), wo nach dem Überwinden unseres MF zudem zwei Abwehrspieler irgendetwas zwischen Mißverständnis und Slapstick präsentieren bzw. ein sonst solider Keeper beim 1:2 zumindest etwas ungeschickt agiert und somit nicht wie so oft nach Patzern seiner Vorderleute die Kastanien aus dem Feuer holen kann, ebnet man sich zu großen Teilen selbst den Weg auf die Verliererstraße. Da nützt es auch wenig bis nichts, auf den offensiven Markenkern zu bauen; schon gar nicht, wenn dieser so wie heute Chancenwucher betreibt.
Sicher, Fehler sind menschlich und können passieren, doch wenn parallel zu einer personell auf Kante genähten Defensive sich diese Fehler zu oft häufen, klaffen zwischen den eigenen Ansprüchen und der Realität eklatante Lücken. Auch nach dieser Pleite bin ich der Überzeugung, daß die eigene Zielvorgabe Europa richtig ist. Aber: wer von Europa redet, der darf sich dabei nicht alleine auf den offensive Markenkern verlassen, sondern muß auch in der Defensive über entsprechende Qualitäten verfügen, sowohl personell als auch in der Performance auf dem Platz; daran hapert es bei uns signifikant - nicht erst seit heute, sondern schon seit Jahren!