Germania Leer zieht sich aus der Oberliga zurück

Ich behaupte jetzt einfach mal, es hat auch etwas mit den veränderten Anstoßzeiten in den oberen Ligen zu tun.

Bei den Leeranern sind unmengen an Verbindlichkeiten aufgelaufen. Woran das genau liegt, kann man eigentlich kaum sagen. In meinen Augen hat es etwas mit der Professionalisierung des "Amateurfussballs" zu tun. Heute müssen Spieler in der fünften Liga ja schon bezahlt werden und meist geben das die Umfelder, der kleineren Vereine schlicht nicht her. Man muss sich ja auch mal einfach anschauen welche Anforderungen vom DFB bezüglich Stadion, Geschäftsführung etc an Viertligisten gestellt werden. Das geht auf Dauer schlicht nicht gut.
 
In meinen Augen hat es etwas mit der Professionalisierung des "Amateurfussballs" zu tun. Heute müssen Spieler in der fünften Liga ja schon bezahlt werden und meist geben das die Umfelder, der kleineren Vereine schlicht nicht her. Man muss sich ja auch mal einfach anschauen welche Anforderungen vom DFB bezüglich Stadion, Geschäftsführung etc an Viertligisten gestellt werden. Das geht auf Dauer schlicht nicht gut.

Das sehe ich genau so. Einige Lizenzauflagen des DFB halte ich für massiv überzogen. Hierzu nur ein Beispiel: Regionalligisten (= 4. Liga) müssen ihre Heimspiele in einem Stadion austragen, dass eine Mindestzuschauerkapazität von 10.000 Zuschauer hat. Das der Zuschauerschnitt von so gut wie allen Regionalligisten sehr weit von den 10.000 entfernt ist, scheint den DFB hierbei nicht zu interessieren... :wall:
 
Das sehe ich genau so. Einige Lizenzauflagen des DFB halte ich für massiv überzogen. Hierzu nur ein Beispiel: Regionalligisten (= 4. Liga) müssen ihre Heimspiele in einem Stadion austragen, dass eine Mindestzuschauerkapazität von 10.000 Zuschauer hat. Das der Zuschauerschnitt von so gut wie allen Regionalligisten sehr weit von den 10.000 entfernt ist, scheint den DFB hierbei nicht zu interessieren... :wall:

Meines Wissens nach sind es mindestens 5000 Plätze. Allerdings ist selbst dies für einige Regionalligisten Blödsinn, wie man auch so schön in Oberneuland sehen kann.
 

Macht nix, ich lerne ja gerne dazu... Außerdem hattest Du recht:

Ich habe ein bißchen beim DFB herumgeschnüffelt und dabei dieses PDF-Dokument ausgegraben. Ab Seite 104 stehen die "Richtlinien für das Zulassungsverfahren Technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit Regionalliga".

Darin heißt es in Teil I (Zulassungsvoraussetzungen), Paragraf 1 (Weitere technisch-organisatorische Zulassungsvoraussetzungen), Absatz b-aa:

Zuschauerkapazität über 5.000 Plätze, davon mindesten 1.000 SItzplätze.
 
Macht nix, ich lerne ja gerne dazu... Außerdem hattest Du recht:

Ich habe ein bißchen beim DFB herumgeschnüffelt und dabei dieses PDF-Dokument ausgegraben. Ab Seite 104 stehen die "Richtlinien für das Zulassungsverfahren Technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit Regionalliga".

Darin heißt es in Teil I (Zulassungsvoraussetzungen), Paragraf 1 (Weitere technisch-organisatorische Zulassungsvoraussetzungen), Absatz b-aa:


Wenn man sich diese ganzen Voraussetzungen so durchliest, dann geht das aber massiv an den Realitäten vorbei. Das mach doch für viele kleine Vereine überhaupt keinen Sinn.
 
Mir ist gerade etwas seltsames aufgefallen: auf Seite 99 dieses PDF-Files stehen die Zulassungsvoraussetzungen für die 3. Liga. Darin heißt es u.a.:
b) Nachweis einer Platzanlage für alle Pflichtspiele der Mannschaft der 3. Liga, die folgende Voraussetzungen erfüllt:
aa) Zuschauerkapazität über 10.000 Plätze, (für 2. Mannschaften über 5.000 Plätze) davon mindestens 2.000 Sitzplätze;
Seltsamerweise gibt es in den Zulassungsvoraussetzungen der Regionalliga (Seite 104) keine Sonderregelung bezüglich der Zuschauerkapazität für 2. Mannschaften.
 
Mir ist gerade etwas seltsames aufgefallen: auf Seite 99 dieses PDF-Files stehen die Zulassungsvoraussetzungen für die 3. Liga. Darin heißt es u.a.:

Seltsamerweise gibt es in den Zulassungsvoraussetzungen der Regionalliga (Seite 104) keine Sonderregelung bezüglich der Zuschauerkapazität für 2. Mannschaften.

Da sieht man welche Lobby die DFL-Mannschaften haben. Irgendwo kann man das ja auch verstehen, es macht wenig Sinn für ne Zwote nen Stadion für 10000 Mann hinzustellen.
Aber wie gesagt es ist auch für viele Dritt- und Viertligisten völlig absurd so große Stadien vorzuhalten, wenn sie vor maximal 1500 Leuten kicken.

Habe mal gerade nachgeschaut und danach schafft es in der Regionalliga Nord eine einzige Mannschaft auf einen Schnitt von über 5000 Zuschauer. Das ist der 1. FC Magdeburg. Maximal haben insgesamt drei Teams bisher überhaupt Spiele vor über 5000 Zuschauer ausgetragen. Bisher haben überhaupt elf Mannschaften vor über 1000 Zuschauern gespielt. Und allein sieben Mannschaften haben einen Schnitt von über 1000 Zuschauern. Oberneuland spielte diese Saison bisher vor maximal 700 Zuschauern und vor minmal auf 180 Zuschauer. Im Schnitt sind es beim FCO 320 Zuschauer. Und dennoch hat man den Vinnenweg auf die geforderte Kapazität von 5000 Zuschauern ausgebaut.

Der DFB sollte sich mal tatsächlich überlegen, welchen Sinn deren Auflagen machen.
 
Was die Kapazitäten angeht sollte der DFB tatsächlich mal nachdenken. Denn das geben die Zuschauerzahlen einfach nicht her.

Das Problem sehe ich aber auch darin, dass man in diesen Ligen bereits Profifußball hat. Diese Mannschaften müssen bezahlt werden. Dies geht nur durch massive Sponsoreneinnahmen und Zuschauereinnahmen. Diese sind aber grundsätzlich schwierig zu bekommen. Denn in 1. und 2. Bundesliga sind die Anstoßzeiten so schlecht gewählt, so dass es ab der vierten Liga riesige Probleme gibt Zuschauer in die Stadien bzw. auf die Plätze zu locken. Das schreckt auch Sponsoren ab, die mit ihren Unternehmen schließlich werben wollen. Keine Zuschauer, also auch keine interessante Werbeplattform.

Dazu kommen jetzt die Profihaften Ausrichtungen der Ligen. Man kann dies einfach nicht bezahlen, wenn keine Einnahmen auf der anderen Seite vorhanden sind. Der Amateursport wird somit immer weiter von den höheren Ligen abgeschnitten. Und die Zwischenligen bluten weiter aus, weil die Vereine diese Kostenspirale nicht weiter mitgehen können. Am Ende bleiben oft die Zweiten Mannschaften der großen Proficlubs über, die nämlich in der Lage sind diese Mannschaften zu unterhalten.
 
Was die Kapazitäten angeht sollte der DFB tatsächlich mal nachdenken. Denn das geben die Zuschauerzahlen einfach nicht her.

Das Problem sehe ich aber auch darin, dass man in diesen Ligen bereits Profifußball hat. Diese Mannschaften müssen bezahlt werden. Dies geht nur durch massive Sponsoreneinnahmen und Zuschauereinnahmen. Diese sind aber grundsätzlich schwierig zu bekommen. Denn in 1. und 2. Bundesliga sind die Anstoßzeiten so schlecht gewählt, so dass es ab der vierten Liga riesige Probleme gibt Zuschauer in die Stadien bzw. auf die Plätze zu locken. Das schreckt auch Sponsoren ab, die mit ihren Unternehmen schließlich werben wollen. Keine Zuschauer, also auch keine interessante Werbeplattform.

Dazu kommen jetzt die Profihaften Ausrichtungen der Ligen. Man kann dies einfach nicht bezahlen, wenn keine Einnahmen auf der anderen Seite vorhanden sind. Der Amateursport wird somit immer weiter von den höheren Ligen abgeschnitten. Und die Zwischenligen bluten weiter aus, weil die Vereine diese Kostenspirale nicht weiter mitgehen können. Am Ende bleiben oft die Zweiten Mannschaften der großen Proficlubs über, die nämlich in der Lage sind diese Mannschaften zu unterhalten.

:tnx:

Bin da absolut deiner Meinung. Aber muss bei dem ganzen auch bedenken, ob es dann vom DFB so klug ist weiterhin die zweiten Mannschaften der DFL-Clubs in diesen Ligen zuzulassen.
Dazu muss dann auch darüber nachgedacht werden, ob man nicht höhere Prämien aus den Fernsehgeldern an die kleinen Clubs ausschüttet.

Dazu sollte man die Anstosszeiten der Bundesliga und 2. Bundesliga wieder besser bündeln. Mich als Pay-TV-Kunde würde das in keinsterweise stören.
 
Sky würde es aber stören, wenn die Anstoßzeiten wieder gebündelt werden. Mehr Anstoßzeiten bringen Sky angeblich mehr Kunden, die exclusiv Fußball schauen können. Das wiederrum garantiert die TV-Einnahmen für die 1. und 2.Bundesliga. Aber das ist nur die Theorie... Sky hat noch nicht genug Kunden, um Gewinn zu machen. Diesen Kundenstamm werden sie wohl auch nicht bekommen, da in Deutschland die Menschen eher nicht zum Pay-TV tendieren. Aber das führt zu einern anderen Diskussion.

Die 3.Liga wird vom DFB betreut und bekommt ihre Fernsehgelder ausschließlich von den Öffentlich Rechtlichen Sendern. Dieser Betrag ist aber kaum vergleichbar mit dem aus den Bundesligen. Die Frage ist auch, inwieweit man die Einnahmen auf die Vereine und Ligen verteieln kann, so dass man am Ende auch noch was vernünftiges zu verteilen hat.
Es ist kein einfaches Thema. Denn es gibt einfach keine Patentlösung für dieses Problem. Mag es in den ersten drei Ligen noch einigermaßen gehen mit dem Verteilen von Geldern, wird es darunter fast unmöglich vernünfte Rahmenbedingungen zu schaffen.

Man vermutet, dass durch die veränderten Anstoßzeiten in den Bundesligen generell Zuschauer wegbleiben, und zwar in allen Sportarten. Man hätte den frühen Sonntag Nachmittag auf jeden Fall für den unterklassigen Fußball freihalten sollen.
 
Halte es auch für reine Theorie, dass die neuen Anstoßzeiten dem Pay-TV mehr Kunden bringen wird.
Deutschland ist halt kein klassisches Pay-TV-Land. Ich bin seit Jahren Kunde von Premiere/Sky und es hatte mit den neuen Anstoßzeiten nicht zwingend an Attraktivität gewonnen.
Das interessante ist doch aber auch, dass Fernsehrechte für 3. und 4. Liga vom DFB verkauft werden, aber beide Ligen werden vom Fernsehen (bei der 3. Liga ist es besser geworden) doch recht stiefmütterlich behandelt. Für Sponsoren wäre eine größere Fernsepräsenz der Vereine sicherlich interessant und das würde ja schon mal helfen.
Wenn das so weiter geht, dann geht der Unterbau der Bundesligen kaputt und ich glaube das wäre nicht besonders förderlich für den deutschen Fussball.
 
Meiner Meinung nach liegt es daran, dass selbst die kleinen Vereine über ihren Verhältnissen leben... Sie geben Gelder aus, die sie noch nicht haben, haben keine guten Sponsoren. Da kommt einfach alles zusammen. Sie wirtschaften nicht intelligent.

Kickers hatte in der letzten Saison keine vernünftigen Sponsoren. Engelbert Schmidt wollte keine weiteren Großsponsoren im Boot haben (so habe ich das jedenfalls gehört). Es wurde einfach schlecht gewirtschaftet.

Bei Leer waren die Schulden schon sehr lange present. Vorher hatten diese Schulden einen guten Namen, hinter dem sie sich verstecken konnten. Nun ist der Name in der Form nicht mehr da und der Verein ist pleite.

Das passiert halt, wenn man schlecht wirtschaftet. Nun muss man halt abwarten, was beide Vereine in ihrer beschissenen Situation so reißen können... Ich glaube Kickers hat daraus gelernt. Mal sehen, was künftig so passiert...
 
Mir ist gerade etwas seltsames aufgefallen: auf Seite 99 dieses PDF-Files stehen die Zulassungsvoraussetzungen für die 3. Liga. Darin heißt es u.a.:

Seltsamerweise gibt es in den Zulassungsvoraussetzungen der Regionalliga (Seite 104) keine Sonderregelung bezüglich der Zuschauerkapazität für 2. Mannschaften.

Vermutlich gehen die davon aus, dass zweite Mannschaften bei Spitzenspielen dann die größeren Stadien mitbenutzen können. Es macht ja auch keinen Sinn, 2 größere Stadien zu verlangen bzw zu verlangen, dass die Zweiten immer mit im großen Stadion spielen dürfen.

Ob es Sinn macht von Regionalligisten ein 10K-Zuschauer-Stadion zu verlangen bleibt davon unberührt. Ich halte es für Quatsch - sollen die Vereine doch selber einschätzen wie groß das Stadion sein kann um sich optimal zu rentieren. Solange die Sicherheitsvorkehrungen stimmen - aber die sind eh nicht abhängig von der Größe des Stadions.
 
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