Das heisst mMn aber nicht, dass man gleich hinter jedem und allem etwas negatives sehen darf.
Es geht hier aber nicht darum, was man privat dahinter
sieht, sondern was wirklich dahinters
steckt. Und Unwissenheit ist in diesem Fall zwar eine ausreichende Erklärung für das kritiklose Rufen dieses Schlachtrufes, aber entbindet nicht davon, genauer drüber nachzudenken, wenn man diesen Thread hier gelesen hat.
Wenn man die letzten Seiten zurückblättert, wird eines deutlich: Die meisten kapieren gar nicht, dass es hier nicht um ein
Wort geht. Jedes Wort für sich genommen ist erst einmal völlig neutral: "Sieg", "Heil", "Jude" ... Es kommt auf den Beiklang an, mit dem man es verwendet.
Und da sind wir bneim nächsten Punkt: Ausreichend Leute, die sich damit lange befasst haben, erklären hier völlig unabhängig voneinander (weil sie die Entwicklung in den Achtzigern hautnah miterleben mussten), dass diese Rufe eindeutig rechts motiviert waren. Die Reaktion "Wir brauchen dafür aber Belege!" ist in meinen Augen sehr albern. Wenn ich ein Piranhabecken vor mir habe ohne die Fische zu sehen, muss ich auch nicht erst meinen Fuss reinhalten um zu glauben, dass man das nicht tun sollte. Es sollte reichen, wenn andere mir versichern, dass da Piranhas drin sind.
Ich sage noch einmal: Dieser Schlachtruf ist von Neonazis erdacht worden, um ganze Fanblocks mit ihrem Gedankengut zu infizieren, er soll bewusst eine Ähnlichkeit zu "Sieg Heil!" aufweisen (und tut das auch), und Neonazis wollten damit genau das erreichen, was sie jetzt geschafft haben: Dass er irgendwann gedankenlos übernommen wird und exakt den Freiraum für Assoziationen schafft, über den hier seit Wochen gestritten wird.
Es geht nicht darum, diesen Schlachtruf zu verbieten. Es muss jeder selbst wissen, ob er etwas mit Überzeugung brüllen kann, was sich Neonazis ausgedacht haben. Wer argumentiert, dass er den Ruf ganz ohne Hintergedanken rauspfeffert und dass das ja wohl harmlos ist, der kann theoretisch auch guten Gewissens "Sieg Heil!" rufen.
Das sind dann auch nur Worte ohne Hintergedanken.
Generell gilt, nicht nur hier sondern auch im restlichen Leben: Etwas zuviel Sensibilität und Feingefühl ist in der Regel besser als etwas zuwenig davon.