...spannendes bei Werder zu vermelden und einen Spieler mit Gesichtsmaske gab es auch schon einmal.
Dafür habe ich eine kleine Geschichte zu bieten, geschehen letzte Woche bei einem Geschäftsbesuch in London. Meiner einer hat schon vor 7 Jahren die letzte Zigarette zu den Akten gelegt, mein Stuttgarter Kollege kann jedoch - trotz diverser Versuche - nicht davon lassen. In England gilt schon sehr viel länger und sehr viel strikter absolute "Non-Smoking-Policy" = Nulltoleranz für Raucher innerhalb des Gebäudes. Einzig vor dem Gebäude (bei Wind und Wetter) lädt ein übergrosser Aschenbecher zum verweilen ein - immerhin würde mein Kollege meinen. Dann gibt es noch - nicht ganz so offiziell - die Raucherloge auf dem Dach (10. Etage), gerade richtig für ein kurzes Sonnenbad als Belohnung für die praktizierte Rauchersolidarität.
Ach weh, ach weh, die Tür allein viel krachend in sein Schloss hinein - der Wind, der Wind, das himmlische Kind - aus die Maus, die Tür war fest verschlossen. Was macht man nun, ausgeschlossen, ohne Mobile, nur mit Zigaretten und einer flasche Wasser im 10.Stock bewaffnet. Sollte man Hilfe rufen, wie würde das interpretiert, käme etwa die Feuerwehr und eventuell sogar die Polizei oder gar beides. Verhaftet wegen groben Unfugs, ausgelacht von den Kollegen, Gespött für die nächsten Wochen, Monate oder Jahre - ein neuer Job würde gefunden werden müssen, solch eine Schmach, eine Schande - immer diese dummen "Krauts".
Die Alternative:
Ein kleines Fenster auf der Rückseite des Eingangs, in 2m Höhe - ein schlanker Mensch würde das schaffen, mit Räuberleiter und etwas Mut. Wie würde man jedoch - kopfüber - auf der anderen Seite ankommen - 3m sind vom Sprungbrett gut zu meistern, aber 2m ohne Matte...:eek: Knochenbrüche, Schädelbrüche oder beides - nein danke, back to square 1 und doch um Hilfe rufen...
Die Entscheidung:
Bevorstehnde, dringende und unverschiebbare Termine machen es manchmal möglich/nötig, kurzfristige und gleichzeitig irrationale Entscheidungen zu treffen. Keine Zeit für weitere Zigaretten (der Kollege hatte bereits 6 oder 7 konsumiert), das Wasser war bereits verbraucht und nun ab in die Hände gespuckt, die Wand erklommen und durchs Fenster geklettert wie ein Schlangenmann. :cool: Es ist erstaunlich, wozu der Mensch in Extremsitutationen in der Lage sein kann, wie beweglich, wie umsichtig und gar vorsichtig. Am Ende gelangte man (Füsse zuerst) zurück auf den Boden der Tatsachen und nur der beim klettern abgersissene Knopf der hinteren Hosentasche erinnerte mich am Abend im Hotel daran, dass das Leben voller Herausforderungen sein kann. Die Dachterasse jedoch, die werde ich nie mehr ohne Rückversicherung betreten.
Schönen Abend...
Butt :svw_schal: